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Verein “EssLust” feiert zehn Jahre: Marie-Luise Gunst, Jörg Mischke und Johannes Feige spielen Unplugged-Konzert

Musik gegen die Depression

Im Studio sang Marie-Luise Gunst ihre gefühlvollen Lieder ein, in Benefeld brachte sie sie unplugged zum Internationalen Tag der seelischen Gesundheit auf die Bühne.Foto: Marie-Luise Gunst
Im Studio sang Marie-Luise Gunst ihre gefühlvollen Lieder ein, in Benefeld brachte sie sie unplugged zum Internationalen Tag der seelischen Gesundheit auf die Bühne.Foto: Marie-Luise Gunst
BENEFELD - 23. Oktober 2019 - 14:45 UHR - VON REDAKTION

Anlässlich des Internationalen Tages der seelischen Gesundheit am 10. Oktober fand am Vortag im Pavillon der Freien Waldorfschule Benefeld ein Konzert unter dem Titel “Depression unplugged” statt. Der Verein “EssLust”, der in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen feiert, hatte dazu am späten Abend eingeladen. In der kuscheligen Atmosphäre eines Wohnzimmerkonzertes stand dazu Schauspielerin und Sängerin Marie-Luise Gunst auf der Bühne. Ihre ausdrucksstarke Stimme untermalten Jörg Mischke (Klavier) und Johannes Feige (Gitarre) musikalisch, beide Männer standen unter anderem schon mit Rio Reiser, Axel Prahl und Judith Holofernes auf der Bühne.

Dass das Thema kaum einen Platz in der Gesellschaft findet, könnte einer der Gründe sein, warum nur wenige Zuhörer ihren Weg in den Konzertpavillon fanden. Trotz spärlich besetzen Zuhörerrängen gaben die Musiker alles, um auf das Thema Depression in Text- und Liedform aufmerksam zu machen. Denn laut Aussage des Bundesgesundheitsministeriums sind Depressionen und Angststörungen die häufigsten seelischen Erkrankungen.

Depressive Störungen gehören außerdem zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer schweren Symptomatik am meisten unterschätzten Erkrankungen. Bis zum Jahr 2020 werden Depressionen oder affektive Störungen laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein.

Auch Claudia Kapahnke-Blaase, Vorsitzende des Vereins “EssLust”, weiß um die Dringlichkeit, über die Erkrankung aufzuklären: “Die Mehrheit der Suizide erfolgt vor dem Hintergrund einer unzureichend behandelten Depression.” Sängerin Marie-Luise Gunst konnte dem Publikum beim Konzert in der Waldorfschule ein Gefühl dafür vermitteln, wie es ist, an einer Depression erkrankt zu sein. Als Betroffene hat sie eine sehr persönliche Konzert-Lesung zwischen Krise, Krafttanken und Hoffnung präsentiert. In den Liedern spiegelt sich dieser Verlauf der Krankheit wider, denn die Melodien wechseln von hohen leichten zu tiefen und traurigen Tönen. In den Texten erhielten die Anwesenden einen Einblick in ihre Gefühlswelt und wie sie Auswege aus der Depression finden konnte. Dabei bot die Musik einen besonderen “Träger” für die häufig erdrückenden Gefühle. Das sorgte für Gänsehaut während des gesamten Konzertes.

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