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Eckard Schulz liest Geschichten aus seinen Büchern

Neu im WZ-Onlineportal: Gratis Podcast

Im Internet kostenlos aufrufbar: Eckard Schulz liest in seinem Podcast Geschichten aus seinen Büchern. Im Mittelpunkt steht dabei sein erstes Buch “Begegnungen auf Augenhöhe”, das vergriffen und im Buchhandel nicht mehr erhältlich ist. Foto:red
Im Internet kostenlos aufrufbar: Eckard Schulz liest in seinem Podcast Geschichten aus seinen Büchern. Im Mittelpunkt steht dabei sein erstes Buch “Begegnungen auf Augenhöhe”, das vergriffen und im Buchhandel nicht mehr erhältlich ist. Foto:red
WALSRODE - 24. April 2020 - 14:04 UHR - VON REDAKTION

Der ehemalige Redaktionsleiter der WZ würde normalerweise gerade weitere Lesungen vorbereiten. Doch die Corona-Krise bremst auch ihn aus. Dennoch können alle Interessierten seine Geschichten erleben - eingelesen und jetzt abrufbar.

Eigentlich wollte Eckard Schulz gemeinsam mit Torsten Kleiber vom Forum Bomlitz die nächsten Termine für ihre Leserreise abstimmen. Jetzt ist alles anders. Auch der geplante Termin am 14. Mai im Forum-Programm musste gestrichen werden. In dieser durch die Corona-Krise besonderen Situation kam der ehemalige Redaktionsleiter der “Walsroder Zeitung” auf den Gedanken, Geschichten aus seinen Büchern einzulesen. “Ich habe mir gedacht, wenn die Leute nicht zu mir kommen können, dann komme ich zu ihnen”, sagt Schulz.

Mit häuslichen Bordmitteln hat er daher angefangen, Geschichten aus seinen Büchern einzulesen, um sie anschließend ins Netz zu stellen (unter https://soundcloud.com/user-863449194/tracks). Vorrangig liest Schulz dabei Geschichten aus seinem ersten Buch “Begegnungen auf Augenhöhe”, das 2014 erschienen ist. Darin hat er Geschichten über die Treffen mit prominenten Politikern oder Künstlern, aber auch besonderen Menschen aus der Region gesammelt und mit aktuellen Anmerkungen versehen.

Vier Jahrzehnte als Redakteur

Die Namensliste reicht von Altbundeskanzler Helmut Schmidt über Jürgen von der Lippe bis hin zum Treffen mit dem letzten Eilter Fährmann Adolf Meine. In den knapp vier Jahrzehnten als Redakteur der WZ hat es viele Begegnungen mit interessanten Menschen gegeben. Schulz hat dabei deutlich gemacht, dass es sich um “Begegnungen auf Augenhöhe” handelte, egal wie prominent seine Gesprächspartner auch waren.

Das Buch stieß auf große Resonanz. Das trifft auch auf die Folge-Bände, “Wer gut zuhört, kann viel erzählen” und das neueste Buch “Nachlese”, zu. Bei den Leseabenden mit Torsten Kleiber gab es immer wieder Nachfragen, wo man denn das erste Buch erwerben könne. Doch es ist mittlerweile vergriffen und schon längere Zeit im Buchhandel nicht mehr erhältlich. An eine Neuauflage ist nicht gedacht.

“Da kam mir die Idee, Geschichten aus dem Buch einzulesen und sie kostenlos ins Netz zu stellen. Ich möchte, dass die Nutzer so ein wenig unterhaltsame Abwechslung in diesen schwierigen Zeiten finden”, nennt der Autor seine Idee. Zunächst habe er vorgehabt, das Buch “in einem Stück” einzulesen. Aus unterschiedlichen Gründen habe er die Idee verworfen. “Ich möchte das stückchenweise machen, immer so vier oder fünf Geschichten lesen und das täglich mit neuen Geschichten fortsetzen”, so der Plan.

Er habe sich beim Einlesen große Mühe gegeben, “aber ich bin natürlich kein Profi und ich lese auch nicht im Tonstudio, sondern bei mir im Wohnzimmer ein”, hebt Schulz hervor. Von daher hoffe er auch auf Nachsicht, wenn er sich mal verspreche oder andere “Nebengeräusche” auftauchen. Er sei sich trotzdem sicher, dass sich viele Nutzer in vielen Geschichten wiederfinden, weil sie einen Rückblick in ihre Heimat darstellen.

Die Geschichten sind auf wz-net.de unter “Eckards Hörbar” abrufbar.

 

Glosse: “Aufnahmeprüfung”

Coronazeit ist nicht nur doof. Alleinsein sorgt auch für Kreativität. Ohne Corona hätte es nie so viele Wohnzimmerkonzerte der Stars gegeben. Beeindruckend sind die Bilder von Einzelkünstlern, die sich durch die Technik zu großen Orchestern oder Chören vereinigen. Da kann ich in diesen Tagen doch auch einfach einige Geschichten aus meinen Büchern “einlesen” und ins Netz stellen. Wer mich kennt, weiß, dass somit das erste Problem programmiert ist. Wie liest man ein, um (Problem 2) es dann ins Netz stellen zu können? Ich habe nicht nur liebe Menschen in meinem Umfeld, sondern auch Profis aus der Szene darunter.

Auf Anweisung eine kostenlose Aufnahme-App auf mein Smartphone geladen und die ersten Testaufnahmen gemacht. Beim ersten längeren Test ereilte mich ein Schicksal, das ich schon aus Jugendzeiten kannte. In den 60ern saß ich mit meinem Kofferradio und einem kleinen Tonbandgerät mit Mikrofon zu Hause sonntags ab 15 Uhr in der “guten Stube”, um die Hitparade auf BFBS aufzunehmen. Keine Ahnung, wie oft es passierte, dass meine Mutter die Tür öffnete und lautstark verkündete: “Kaffee ist fertig.” Diese Textzeile passte nicht in die Songs der Beatles oder Rolling Stones, die ich aus dem Radio aufnahm, weil die 4,90 D-Mark für den Kauf einer Schallplatte mein nicht vorhandenes Taschengeldkonto gesprengt hätten.

Jetzt las ich den ersten Text aus meinem ersten Buch in mein Smartphone ein. Nach gut der Hälfte gingen bei mir mit den einprogrammierten Klingeltönen sechs Whatsapp-Nachrichten inklusive Bildern von der häuslichen Gartenarbeit ein.

Die Störung war im Nachhinein nicht so schlimm. “Mein Profi” in München brachte mir vergleichsweise schonend bei, die Aufnahme sei so nicht zu gebrauchen. “Viel zu viel Hall.” Wie ändert man das? Aufnahmeort wechseln. Keine hohe Decke, eher Aufnahmegerät und den Kopf unter eine Wolldecke stecken. Ist schwierig, dann aus einem Buch vorzulesen.

Der Ehrgeiz steigert den Erfindungsreichtum. Ich habe die Türen des Kleiderschranks geöffnet. Das Smartphone auf das Fach mit den T-Shirts gelegt, mich mit einem Stuhl davor gesetzt und nun “eingelesen”. In einem zweiten Versuch habe ich einen Waschkorb mit der Seite auf den Küchentisch gestellt, eine Wolldecke drüber gelegt, mich davor gesetzt und reingesprochen. “Viel besser”, kommt das Urteil aus München, aber zu gebrauchen sei das nur mit einem anderen Aufnahmeprogramm und einem Mikrofon. Hab ich nicht.

Ich denke kurz nach. DJs haben zurzeit auch keine Konjunktur. Ob Maik Pagels mir aushilft? Macht er. Ich stöpsle die Mikros in meinen Laptop, doch der erwartete Erfolg bleibt aus. Drei Tage später kommt das Mikro, das für mich bestellt worden ist. Ich stöpsle es ein. Der Erfolg bleibt aus. Abends bin ich erstmals Teilnehmer einer Videokonferenz. Mein Schwiegersohn Bent in München, sein Freund und Kollege Dirk in Hamburg und ich mit meinem improvisierten Aufnahmestudio auf dem Weinregal im Flur in Walsrode. Nach gut 20 Minuten steht fest, mein Laptop hat das Mikro gar nicht erkannt. Alles, was ich gesprochen habe, wurde nur vom eingebauten Computermikro viel zu leise und damit unbrauchbar aufgenommen.

Dirk kann inzwischen genau sehen, was sich auf meinem Laptop abspielt - und auch nicht. Ich soll doch einfach das Programm runterfahren und das Mikro in eine andere USB-Buchse stecken. Ergebnis? Es funktioniert. Seitdem lese ich die Texte ein und hoffe, dass sie dem einen oder anderen die Zeit vertreiben und gefallen. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer für mich.Eckard Schulz

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