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Neuseeland und seine “Spielplätze”

Durch die Natur von Neuseeland: Robert und Andreas Dartmann erkunden die Sehenswürdigkeiten des Landes.Fotos: Privat
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Durch die Natur von Neuseeland: Robert und Andreas Dartmann erkunden die Sehenswürdigkeiten des Landes.Fotos: Privat
WALSRODE - 07. Januar 2020 - 14:00 UHR - VON REDAKTION

In dem Format “Gesichter und Geschichten” berichtet die WZ über außergewöhnliche Menschen und ihre Erlebnisse. In einer Mini-Serie nimmt der 66-jährige Robert Dartmann aus Walsrode die Leser mit auf seine Reise durch Neuseeland und berichtet dabei über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Deutschland. Im zweiten Teil geht es um die Zeit mit der Familie, den Hausbau und Ausflugsziele.

In der ersten Woche meines Aufenthaltes in Neuseeland wurde der offene Sandkasten im Garten meines Sohnes Andreas mit einem Holzhaus überdacht. Wir bestückten dabei eine Seitenwand mit Kletterelementen und strichen sie mit Tafelfarbe an. Die Vorderseite des Häuschens gestalteten wir als einen farbenfrohen Verkaufsstand mit einem Schild, auf dem “Finn’s Ice-Cream-Shop” steht. Dieser überdachte Sandkasten war für meinen Sohn eine echte Herzensangelegenheit, denn auch er hatte es als Kind genossen, in seinem überdachten Sandkasten bei Wind und Wetter spielen zu können. Und auch in Neuseeland lohnt sich so ein Platz für die Kinder sehr. Vor allem, da der Nachwuchs im Sommer durch den Schatten des Häuschens vor der intensiven Sonne geschützt ist.

Am nächsten Wochenende wurde dann der vierte Geburtstag meines Enkelsohnes gefeiert. Am Geburtstagsmorgen ist er früh aufgestanden, um seine Familienmitglieder am Küchentisch zu empfangen. Erwartungsvoll öffnete er die Geschenke von Oma, Opa, Onkel und Tanten sowie seinen Eltern. Was ist eigentlich schöner als ein Kindergeburtstag? Danach ging es in den Kindergarten und auch dort wurde das Geburtstagskind mit Liedern und Kuchen gefeiert.

Am darauffolgenden Tag, einem Sonnabend, waren die Kindergartenfreunde meines Enkels zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Meine Schwiegertochter hatte einen Kuchen gebacken und Pommes mit Hähnchennuggets vorbereitet. Mein Sohn war für die Beschäftigung der Kinder zuständig. Gemeinsam bastelten sie Drachen. Danach wurde noch die neue Kletterwand am Sandkasten entdeckt und Geschenke an das Geburtstagskind übergeben. Alle fanden, dass es ein gelungener Tag war.

Die meisten Neuseeländer interessieren sich übrigens nicht für große Autos, teure Kleidung oder funkelnden Schmuck - vielleicht eher mal für neue Outdoor-Kleidung. In Neuseeland gibt man sein Geld lieber für ein leckeres Essen und Ausflüge in der Natur aus. Der Boss steht auf Augenhöhe seiner Angestellten und wird von ihnen mit dem Vornamen angesprochen. Das macht das Leben irgendwie einfacher, finde ich. Außerdem verdient man in Neuseeland besser. Aber Achtung: Dafür ist auch der Lebensunterhalt, insbesondere die Mieten, deutlich höher. Daher haben sich mein Sohn und meine Schwiegertochter dazu entschlossen, ein eigenes Haus zu bauen. Der Ablauf bis zur Fertigstellung ist jedoch deutlich effektiver und schneller als es in Deutschland der Fall ist. Ein Generalunternehmer kauft ein komplettes Baugebiet, erschließt es mit Versorgungsleitungen, Straßen, Spielplätzen und Gastronomie und erstellt Häuser gemäß der lokalen Standards ohne Keller und nach gewissen Sonderwünschen des Kunden. Eine weitere Besonderheit gegenüber Deutschland ist die Transparenz der Immobilie im Internet: Sehr viele Häuser sind online detailliert mit Adresse einsehbar, somit ergibt sich ein reger Immobilienmarkt.

Neuseelands Wirtschaft ist stark exportabhängig. Die Landwirtschaft ist noch von zentraler Bedeutung, obwohl der Tourismus den größten Anteil hat. Neuseeland wird jährlich von zwei Millionen Touristen besucht und als ein sauberer und grünerer Abenteuerspielplatz beschrieben. Daher habe ich zusammen mit meinem Sohn natürlich auch einige dieser “Abenteuerspielplätze” besucht. Die Wanderung auf dem 9,1 Kilometer langen Rakaia Gorge Walkway über insgesamt vier Stunden mit über 200 Höhenmetern war die erste Herausforderung. Von der einzigen Straßenbrücke über den Rakaia River ging es über den Lower Gorge Lookout vorbei an den verschlossenen Eingängen zweier ehemaliger Kohleminen bis zum Upper Gorge Lookout. Ständig hatten wir den breiten Rakaia River im Blickfeld. Am Endpunkt wurden wir mit einem fantastischen Blick auf den verschneiten Mount Hutt belohnt.

Auf dem Rückweg beo-bachteten wir auf einer großen Wiese den Einsatz eines Schäferhundes. Die Schafe sollten von einer in einer nebenan liegenden Weide umgetrieben werden. Aber die etwa zweihundert Schafe durch ein enges Gatter zu treiben, gelang dem Landwirt nur im Zusammenspiel mit dem Hund. Diesen treuen Helfern der Schafzüchter hat man in Tekapo ein Denkmal gesetzt, das wir unter anderem auf unserem nächsten “Abenteuerspielplatz” besuchten. Am Burkes Pass legten wir eine kurze Rast beim Three Creeks, Vintage Garage Decor, ein. Dabei handelte es sich um einen überquellenden Touristenanlaufpunkt mit diversen, auf alt getrimmten Länden mit historischen Utensilien.

Dann ging es weiter nach Tekapo am Lake Tekapo, einem 25 Kilometer langen ehemaligen Gletschersee auf 710 Metern Höhe und mit 95 Quadratmetern einem der größten und schönsten Seen auf der Südinsel. Er wird von fünf großen Zuflüssen mit vorwiegend Gletscherschmelzwasser gespeist, was dem See im Zusammenhang mit dem fein geschliffenen Felsuntergrund eine türkisartige Farbe verleiht. Am Ufer des Lake Tekapo steht die kleine malerische Steinkirche “Church of the Good Shepherd”. Sie wurde “zur Ehre Gottes und als Denkmal für die Pioniere des Mackenzie-Landes” errichtet und wird häufig bei Trauungen genutzt. Eine wirklich romantische Kulisse mit einem einmaligen Ausblick.

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