Lokales

/lokales/niemand-hatte-ein-lehrbuch_10_111939112-21-.html/ / 1

Zukunftsforum der CDU: Blick auf die Pandemie aus Blickwinkeln der Wirtschaft und Medizin

“Niemand hatte ein Lehrbuch”

Timo Albeshausen, Dirk Hillmering, Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, MdL, Dr. Dieter Herzog und Professor Dr. Frank Schmitz (von links). Foto: Junge Union
Timo Albeshausen, Dirk Hillmering, Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, MdL, Dr. Dieter Herzog und Professor Dr. Frank Schmitz (von links). Foto: Junge Union
SCHNEVERDINGEN - 10. Oktober 2020 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Vor Kurzem fand das sechste “Zukunftsforum” des Freundes- und Fördererkreises (FöK) der Jungen Union (JU) Heidekreis in Schneverdingen statt. Die 2014 von Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, MdL und Vorsitzender des FöK, seinem Stellvertreter, Dr. Dieter Herzog, sowie dem JU-Kreisvorsitzenden, Timo Albeshausen, ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe richtet ihren Fokus in jedem Jahr auf ein gesellschaftliches Thema von besonderer Bedeutung und zugleich mit regionalem Bezug. Neben politischen Sichtweisen geht es immer auch darum, das jeweilige Thema aus der Perspektive verschiedenster Akteure der Gesellschaft zu beleuchten.

Die sechste Auflage der Veranstaltung stand in diesem Jahr unter der Überschrift: “Zukunftsperspektiven für Gesellschaft, Gesundheit und Wirtschaft im Zeichen der Corona-Pandemie”. Als Referenten für die Veranstaltung konnten der Ärztliche Direktor und Chefarzt des Heidekreis-Klinikums, Professor Dr. Frank Schmitz, und der Leiter der Abteilung Firmenkunden der Kreissparkasse Soltau, Dirk Hilmerring, gewonnen werden.

Mittelständische Firmen gut aufgestellt

Dirk Hilmerring stieg aus wirtschaftlicher Sicht in die Thematik ein. Er bezeichnete die Corona-Pandemie als extremen Schock für die Wirtschaft und verglich sie mit einer Naturkatastrophe. In den vergangenen Monat hätte die Kreissparkasse Soltau alleine mehr als 1000 Beratungsgespräche zum Thema Corona und die wirtschaftlichen Folgen für Privat- und Geschäftskunden geführt. Der Einbruch des Bruttoinlandsproduktes im betroffenen Quartal sei mit 9,7 Prozent die größte jemals gemessene Schrumpfung dieser Kennzahl in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen. Gleichzeitig machte der Wirtschaftsexperte deutlich, dass viele mittelständische Firmen und Unternehmen im Heidekreis strukturell gut aufgestellt seien und vor der Krise gut gewirtschaftet hätten. Dennoch gäbe es aber bei den Auswirkungen große Unterschiede in den einzelnen Branchen.

Virus ernst nehmen

Professor Dr. Schmitz als Ärztlicher Leiter des Heidekreis-Klinikums machte deutlich, dass die Pandemie in seiner bisherigen 28 Jahre dauernden Laufbahn als Arzt auch für ihn selbst eine einmalig ausgewöhnliche Situation sei. Insgesamt sei der Heidekreis bis dato vergleichsweise glimpflich, mit insgesamt 124 (Stand: 2. Oktober) bestätigten Infektionsfällen, davongekommen. Man müsse den Virus aber weiterhin sehr ernst nehmen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Mediziner daran, dass auch im Heidekreis zwei Menschen an einer Corona-Infektion gestorben sind, und dass es auch für die behandelnden Ärzte eine große Belastung sei, einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung bei einem Patienten mit ansehen zu müssen.

Deshalb ließ Professor Dr. Schmitz keinen Zweifel daran, dass er die Maßnahmen der Bundes- und der Landesregierung, die seit März zur Eindämmung des Virus ergriffen worden sind, zu einhundert Prozent für richtig hält. Niemand habe ein Lehrbuch gehabt, in dem man hätte nachschauen können, wie man perfekt auf so eine Pandemie reagieren müsse. Ihn und sein Team hätte aber immer ein Gedanke geleitet, und dies habe er auch bei den verantwortlichen, politischen Stellen so erlebt: “Jedes Leben zählt”, so Professor Dr. Schmitz, der ebenfalls deutlich machte, dass er im Moment in keinem anderen Land als der Bundesrepublik leben wollen würde.

Keine Insolvenzwelle?

In der gut anderthalbstündigen Diskussion mit den beiden Referenten ergab sich eine große Bandbreite an Fragen. So machte Dirk Hilmerring deutlich, dass er für den Heidekreis vorsichtig optimistisch sei, dass es zu keiner Insolvenzwelle komme.

Professor Dr. Schmitz, nach einem möglichen Impfstoff gegen Corona und der zunehmend verbreiteten Impfskepsis in Deutschland gefragt, verdeutlichte, dass es nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Gründlichkeit ankäme. “Für jeden Impfstoff gilt, dass der Nutzen für die Menschen die vorhandenen Risiken bei Weitem überwiegen muss”. Wenn das der Fall sei und der Impfstoff gründlich geprüft sei, wäre es aber noch wichtig, dass sich viele Menschen impfen lassen. In diesem Zusammenhang rief der Mediziner auch die Menschen im Heidekreis dazu auf, sich in diesem Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen, weil dies einen großen Schutz vor einer ganzen Reihe Infektionskrankheiten bedeute.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.
Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.