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Thema Bundesteilhabegesetz: Lars Klingbeil besucht Heidewerkstätten

Noch Hürden für Betroffene

Im Gespräch mit den Menschen, die es betrifft: Martina Euhus (Sozialdienst), Gunther Rath (Geschäftsführer Heide-Werkstätten), Manfred Hansen (Beschäftigter), Lars Klingbeil (Bundestagsabgeordneter), Christina Fleckenstein (Bürgermeisterin Stadt Munster), Roland Naundorf (Sozialdienst), Max-Benjamin Strulik (Werkstattrat) und Melanie Bade (SPD-Fraktionsvorsitzende Munster, von links).Foto: Büro Klingbeil
Im Gespräch mit den Menschen, die es betrifft: Martina Euhus (Sozialdienst), Gunther Rath (Geschäftsführer Heide-Werkstätten), Manfred Hansen (Beschäftigter), Lars Klingbeil (Bundestagsabgeordneter), Christina Fleckenstein (Bürgermeisterin Stadt Munster), Roland Naundorf (Sozialdienst), Max-Benjamin Strulik (Werkstattrat) und Melanie Bade (SPD-Fraktionsvorsitzende Munster, von links).Foto: Büro Klingbeil
MUNSTER - 13. Februar 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Besuch bei den Heide-Werkstätten in Munster: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil, Bürgermeisterin Christina Fleckenstein sowie Munsters SPD-Fraktionsvorsitzende Melanie Bade waren in der anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, um über Erfahrungen mit dem Bundesteilhabegesetz zu sprechen, das 2016 verabschiedet wurde. “Das Bundesteilhabegesetz schafft für die Menschen mehr Möglichkeiten der Teilhabe und mehr Selbstbestimmung”, sagte Klingbeil.

So werde die Eingliederungshilfe beispielsweise konsequent personenzentriert, was bedeute, dass es keine Rolle mehr spiele, ob eine Leistung ambulant, teilstationär oder stationär erbracht wurde. Zudem sollen ab dem 1. August Menschen im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich anerkannter Werkstätten ein Ausbildungsgeld von 119 Euro bekommen - bisher waren es 67 Euro im ersten und 80 Euro im zweiten Jahr. Nichtsdestotrotz gebe es bei dem Gesetz auch praxisnahe Hürden, wie die Werkstatträte berichteten.

So war bisher ein gemeinschaftliches Mittagessen vom Werkstattbeitrag der Beschäftigten abgedeckt. Seit Beginn des Jahres gilt das Mittagessen nicht mehr als Leistung zur Eingliederung, sondern als existenzsichernde Leistung. Daher müssen die Beschäftigten das Mittagessen jetzt selbst bezahlen. Sie erhalten dafür vom Staat 3,40 Euro je Mittagessen zusätzlich, wenn sie Grundsicherung beantragen. Wenn sie keine Grundsicherung bekommen, müssen sie die Kosten vollständig selbst tragen. Der Antrag auf Grundsicherung sei allerdings mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden, und viele benötigten die Unterstützung Dritter. Zudem müsse dokumentiert werden, dass am Mittagessen teilgenommen wurde, was für die Mitarbeiter zusätzliche Zeit bedeute, die sie nicht für die Betreuung der Beschäftigten aufwenden können. Auch könne die Grundbetragserhöhung bei den Mitarbeitern zu Kürzungen des Werkstattentgeltes führen.

Klingbeil sagte, dass sich seit November eine Steuerungsgruppe im Bundessozialministerium damit beschäftige, ein neues Entgeltsystem zu entwickeln. Der Abgeordnete kündigte an, sich für die Heide-Werkstätten im Ministerium zu erkundigen, wann Ergebnisse vorlägen.

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