Lokales

/lokales/ostertouristen-in-der-heide---mit-schnelltests_10_111994504-21.html/ / 1

Tourismusvertreter und Gewerkschaft bekräftigen Öffnungsforderungen

Ostertouristen in der Heide - mit Schnelltests?

Viel Platz und gute Hygienekonzepte: Die Gaststätten und Übernachtungsbetriebe wollen endlich wieder Gäste begrüßen dürfen. Foto: Lünerburger Heide GmbH/Dominik Ketz
Viel Platz und gute Hygienekonzepte: Die Gaststätten und Übernachtungsbetriebe wollen endlich wieder Gäste begrüßen dürfen. Foto: Lünerburger Heide GmbH/Dominik Ketz
WALSRODE - 28. Februar 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

“Wir hatten in 2020 keinen einzigen bekannten Coronafall bei einem Urlauber”, sagt Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch von der Lüneburger Heide GmbH. Daher plädiert auch er noch einmal dafür, mit verschärften Hygienekonzepten und Schnelltests die Betriebe ab Ostern wieder zu öffnen. Die Landesregierung hat bereits entsprechende Pläne kommuniziert. Kontaktloser Check-in, Hygiene und die Weite der Heide hätten schon 2020 gut funktioniert und sich bewährt. “Wir wollen zusätzlich ein Lüftungskonzept einführen und die Gäste nur bei negativem Schnelltest empfangen.” Das habe die Abstimmung mit den Tourismusverantwortlichen der Landkreise ergeben.

In nunmehr einem Jahr mit Covid-19 seien die touristischen Betriebe sechs Monate geschlossen gewesen. Das sei nicht nur wirtschaftlich schwierig für die Betriebe, auch die Mitarbeiter müssten sechs Monate mit Kurzarbeit und damit mit nur 60 bis 80 Prozent des ohnehin schon geringen Einkommens leben.

Dazu kämen Studien, die klar bescheinigten, dass der Aufenthalt draußen ungefährlich ist. “Je mehr wir die Menschen nach draußen bringen, desto weniger können sie sich anstecken. Hier kann der Tourismus helfen”. Aktuell habe man in Deutschland 116.000 Fälle von 83 Millionen Einwohnern, das seien knapp 0,14 Prozent. Man traue sich zu, mit Schnelltests diesen Anteil in den Griff zu bekommen. “Wir wollen Sicherheit, wir wollen Hygienekonzepte, und wir wollen die Möglichkeit zur kontrollierten Öffnung”, bekräftigt Lüneburger-Heide-Geschäftführer von dem Bruch.

Auch die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) fordert eine Öffnungsperspektive für Hotels und Gaststätten. Nachdem die Lüneburger Heide habe im vergangenen Jahr nur noch rund 1,5 Millionen Gäste, ein Minus von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, verzeichnen konnte und die Zahl der Übernachtungen um 30 Prozent auf 4,8 Millionen sank (Zahlen: Statistisches Bundesamt), müssten Bund und Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es ab März weitergehen soll, so Steffen Lübbert, Geschäftsführer der NGG-Region Lüneburg. “Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft.” Allein im Heidekreis beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe laut Arbeitsagentur rund 3500 Menschen in 320 Betrieben.

Entscheidend seien einheitliche Auflagen und detaillierte Hygienekonzepte in den Betrieben. Der Hotel- oder Restaurantbesuch dürfe unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden. Die Beschäftigen hätten aber bereits im vergangenen Sommer gezeigt, dass sie geeignete Hygienekonzepte optimal umsetzen können. Viele Hotels und Gaststätten könnten auf bewährte Maßnahmen zurückgreifen, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Die Firmen müssten neben den Gästen auch das Personal bestmöglich schützen. Dazu gehörten unter anderem kostenlose FFP2-Masken für Beschäftigte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeiten. Zugleich sieht die Gewerkschaft die Politik in der Pflicht, die Einkommenseinbußen der Beschäftigten in Kurzarbeit auszugleichen. So bräuchte das Gastgewerbe dringend ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat, so Lübbert weiter - selbst wenn Hotels und Gaststätten schrittweise wieder öffnen dürften.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.