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Reservisten pflegen Gräber und erinnern an die Kriegsopfer

Pflanzen, gießen, gedenken

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BORG - 20. April 2020 - 14:37 UHR - VON REDAKTION

Hans-Heinrich Meyer, Unteroffizier der Reserve, Landesbeauftragter für Internationale Zusammenarbeit der Landesgruppe Niedersachsen, und seine Mitstreiter lassen sich auch in Zeiten von Corona nicht davon abhalten, das Gedenken an die Kriegsopfer aktiv aufrecht zu erhalten. Bei Feierstunden im kleinen Kreis erinnerte er so zum Beispiel am Feldgrab in Stemmen an die letzte große Luftschlacht des Zweiten Weltkrieges über der Heide. Vor 75 Jahren hatten noch rund 200 Rammjäger die amerikanische Luftflotte angegriffen. Einer von ihnen war der Jagdflieger Heinz Schrader. Am 7. April 1945 kam es um die Mittagszeit zum Luftkampf über Wittlohe-Stemmen. Laut Augenzeugen war es um die Mittagszeit. Schrader, selbst ein sehr erfahrener Jagdflieger, hatte gegen die Übermacht keine Chance. Er wurde über Stemmen abgeschossen, er muss tödlich getroffen sein, so stürzte er mit seinem Flieger ab. Seit dem Absturz ruht er samt Maschine im Moor von Stemmen.

In Bomlitz/Borg ruhen 14 junge deutsche Soldaten, die am 16. April 1945 bei verzweifelter Gegenwehr in Borg und Bomlitz ums Leben kamen, der Jüngste gerade 16 Jahre, der älteste 21 Jahre alt. Zusammen mit Pastor Christian Nickel erinnerte Meyer auch dort an die Opfer. Die Anlage wird seit Langem von der Reservistenkameradschaft Fallingbostel betreut. Sylvia Röhrs und Johannes Schwarz pflegen die Gräber in Borg. In diesem Jahr wurden neue Rhododendren dazu gepflanzt. Die Trockenheit in den vergangenen Jahren hat den meisten Pflanzen geschadet, so dass sie runtergeschnitten wurden. Und es sind nicht nur die Pflanzen, es sind auch die weiteren Arbeiten: Alle zwei bis drei Tage müssen 100 Liter Wasser gegossen werden; zwei Stunden Einsatz und 22 Kilometer bedeutet dieses Engagement. Da komme einiges im Jahr zusammen, so die Aktiven. “Wenn man mit dem Herzen dabei ist, ist das aber keine Last”, sind sich Röhrs und Schwarz einig.

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