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Aufklärung zum Thema toter Winkel: Eine Verkehrserziehung mit ganz besonderen Fahrzeugen hat für Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bothmer stattgefunden.

Plötzlich ist die Klasse unsichtbar

Toter Winkel: Spielerisch erfahren die Schüler der Grundschule Bothmer, wie wichtig es ist, im Straßenverkehr aufzupassen. Fotos: Grundschule Bothmer
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Toter Winkel: Spielerisch erfahren die Schüler der Grundschule Bothmer, wie wichtig es ist, im Straßenverkehr aufzupassen. Fotos: Grundschule Bothmer
BOTHMER - 25. Juli 2021 - 14:00 UHR - VON REDAKTION

Klassenweise haben sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bothmer vor den Sommerferien des Themas Sicherheit im Straßenverkehr gewidmet. Um den “Kleinen” die Perspektive der “Großen” vorzuführen, ist ein Mercedes-Benz Unimog vor Ort. Das riesige Gefährt sorgt gleich für mehrere Aha-Momente.

Die Spannung ist groß, als die Schüler nacheinander die Stufen zur Fahrerkabine erklimmen und im Lkw Platz nehmen dürfen. Nicht minder groß ist die Überraschung, dass die Mitschüler am Boden nicht mehr zu sehen sind, obwohl es doch eine große Windschutzscheibe und nicht weniger als fünf sehr gute Spiegel gibt.

Da wird ihnen klar: Lkw mögen sehr wichtig für den Warentransport und das tägliche Leben sein, doch an Fahrerinnen und Fahrer stellen die Gefährte große Anforderungen. Wer sich der Verantwortung nicht bewusst ist, gefährdet schnell andere.

Die toten Winkel sind bei einem Lkw nämlich noch um einiges größer als bei einem Pkw. Unmittelbar vor dem Lastwagen kann eine ganze Grundschulklasse regelrecht verschwinden. “Das hätte ich nie für möglich gehalten, dass ich keines der Kinder mehr sehen kann”, sagt Maren Steen-Drechsler, Lehrerin der Fledermausklasse, vom Fahrersitz des Lkw aus.

Noch viel erstaunter sind die Kinder, als ihre Mitschüler rechts neben dem Lkw stehen - und doch vom Fahrersitz aus unsichtbar sind. Trotz der Spiegel. “Ich sehe die anderen nicht. Wahnsinn”, sagt Marie. Im Unterricht und am Lkw lernen die Kinder, dass es immer sicherer ist, Abstand zur Straße und zum Lastwagen zu halten, insbesondere, wenn man sich nicht sicher ist, wohin der Lkw fährt und ob der Fahrer einen gesehen hat. Beim Überqueren der Straße gelten daher folgende Regeln: Stehen bleiben, schauen, winken.

Unterstützt wird die Grundschule Bothmer von einem Mitarbeiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Bergen. Er ist an beiden Tagen mit seinem Lkw, mit dem er sonst Sand und Kies auf dem Truppenübungsplatz fährt, zu Besuch, beantwortet geduldig alle Fragen und gibt zahlreiche Tipps.

Die Ausbildung soll den Kindern Spaß machen, denn so lernt es sich besser. Gleichwohl hat die Verkehrserziehung einen sehr ernsten Hintergrund: Jährlich sterben immer noch viele Menschen, darunter auch Kinder, bei Unfällen mit Lkw, die rechts abbiegen. Längst noch nicht jedes Fahrzeug ist mit Abbiegeassistenten ausgerüstet.

“Die Kinder haben an den beiden Tagen erlebt, wie groß, spannend und faszinierend ein Lkw ist, aber auch verstanden, welche Gefahr vom Lastwagen ausgeht, wenn man ihn unterschätzt oder nicht weiß, wie man sich verhalten soll”, sagt Schulleiterin Christina Feldmann. “Unsere Kinder können dadurch, dass sie es nun selbst erleben konnten, die Gefahren besser einschätzen und sind somit noch sicherer im Straßenverkehr unterwegs.”

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