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Rettungsgasse auf der Autobahn 7 ist zu eng - Beamter greift bereitwillig zum Drahtesel

Polizist fährt mit Fahrrad zum Unfallort

kara - fotolia.de
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BAD FALLINGBOSTEL - 18. Juni 2018 - 16:37 UHR - VON JENS REINBOLD

Am vergangenen Sonntagmorgen blieb ein Autofahrer aus Hamburg mit seinem Pkw im Bereich der Baustelle der Autobahn 7 zwischen der Anschlussstelle Bad Fallingbostel und dem Walsroder Dreieck in Fahrtrichtung Hannover wegen Kraftstoffmangels liegen. Ein dahinter fahrendes Fahrzeug konnte ausweichen, ein weiteres nachfolgendes Fahrzeug nicht mehr. Es kam zum Zusammenstoß, der allerdings ohne schwerwiegende Folgen für die Beteiligten blieb - zumindest was die Gesundheit angeht.

Allerdings war der 30-jährige Fahrer des liegengebliebenen Pkw alles andere als nüchtern. Er musste sich einem Atemalkoholtest unterziehen, der Beachtliches zu Tage brachte: Das Ergebnis lautete 1,98 Promille. Ihm wurde der Führerschein abgenommen und ein Strafverfahren eingeleitet.

Kurios wurde der Unfall jedoch durch das, was am Rande geschah: Als Folge des Unfalls staute sich der Verkehr auf einer längeren Strecke. Die herbeigerufenen Polizeibeamten mussten etwa einen Kilometer vor Erreichen der Unfallstelle ihr Fahrzeug in der Rettungsgasse stehen lassen, weil ein Durchfahren aufgrund der Enge nicht mehr möglich war.

So nahmen sie das letzte Stück zu Fuß in Angriff, wurden allerdings nach kurzer Strecke von dem Fahrer eines Sprinters angehalten, der einem der Beamten ein Fahrrad anbot. Kurzerhand nahm dieser das Angebot an und fuhr mit dem Fahrrad auf der Autobahn durch den Stau an verdutzten Autofahrern bis hin zur Unfallstelle. Dort kam er kurz nach seinen Kollegen an, die mit dem Streifenwagen entgegengesetzt der Fahrtrichtung die Unfallstelle anfuhren. Dieses war möglich, da die verunfallten Fahrzeuge den nachfolgenden Verkehr komplett blockierten - und so der Weg frei war entgegengesetzt der eigentlichen Fahrtrichtung.

Auf ein Klapprad im Kofferraum wollen die Beamten dennoch vorerst weiterhin verzichten, heißt es.

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