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Dauerausstellung im Amtsgericht Walsrode angeschaut / Erinnerung an Volljährigkeitsfeier des Kronprinzen

Prinz Heinrich von Hannover im Königssaal

Ausgetauscht: Am Treffen im Königssaal nahmen unter anderem (von links) Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine, Heinrich Prinz von Hannover, Monika und Walter Seidel teil.red (2)
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Ausgetauscht: Am Treffen im Königssaal nahmen unter anderem (von links) Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine, Heinrich Prinz von Hannover, Monika und Walter Seidel teil.red (2)
WALSRODE - 03. Oktober 2018 - 04:00 UHR - VON DIRK MEYLAND

Heinrich Prinz von Hannover hat den Heidekreis besucht. Er war zu Gast beim Konzert der Heidedragoner in Uetzingen (siehe Artikel oben) und nutzte die Gelegenheit, auch den Königssaal im Walsroder Amtsgericht zu besichtigen.

Dort hatte im September 1863, also vor genau 155 Jahren, die Volljährigkeitsfeier des letzten Kronprinzen des Königreichs Hannover stattgefunden. Seinerzeit gehörte das Haus der Familie Wolff, die seit Jahrzehnten der wichtigste Pulverlieferant für die Hannoversche Armee war und ein enges Verhältnis zur königlichen Familie pflegte. Seit 1865 steht in Walsrode auf dem Kirchplatz auch ein Ernst August-Volljährigkeitsdenkmal (Welfendenkmal), das die Stadt an die denkwürdige Feier erinnern soll und aus Dankbarkeit für die von König Georg V. bei dieser Gelegenheit gegründeten mildtätigen “Kronprinz Ernst August Volljährigkeitsstiftung” aufgestellt wurde. Zum 150-jährigen Bestehen der Volljährigkeitsfeier im September 2013 wurde von Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine im Königssaal eine Dauerausstellung eingerichtet, die ausführlich über die geschichtlichen Hintergründe informiert.

Im Vorfeld seines Besuches in Uetzingen hatte Prinz Heinrich den Wunsch geäußert, auch die Ausstellung im Amtsgericht besichtigen zu dürfen und etwas mehr über die Rolle der Welfen in Walsrode zu erfahren. Bei der Führung mit dem Stadtarchivar war er überrascht zu hören, dass sogar zwei Welfenherzöge im 14. Jahrhundert in Walsrode gestorben und im Kloster beerdigt worden waren. Auch, dass Vorfahren von ihm immer wieder hierher gekommen sind, war ihm nicht bekannt. Mit Interesse nahm er zur Kenntnis, dass seine Familie bis nach dem Zweiten Weltkrieg die königliche Volljährigkeitsstiftung finanziell unterstützt und erst nach der Währungsreform die Zahlungen eingestellt hat. Er berichtete, dass seine Familie durch eine Klagewelle nach dem Krieg in Schwierigkeiten geraten sei und deshalb Unterstützungszahlungen nicht leisten konnte. “Aber wenn die Stiftung nicht aufgelöst worden ist, könnte man sie ja wieder aufleben lassen”, fügte er scherzhaft an und zeigte sich erfreut, dass in Walsrode immer noch an seine Vorfahren gedacht wird.

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