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Ermittlungsgruppe der Polizei wird im Heidekreis und in der Region Hannover aktiv / Im Visier: “Bergstraßen”-Täter und mutmaßliche Betrüger in Munster

“Räderwerk”: Mehrere Wohnungen durchsucht

Durchsuchungen: Die Polizei wurde in Garbsen und Hannover aktiv bei den “Bergstraßentätern”, und auch in Munster wurden Wohnungen durchsucht (Bild). Der Verdacht dort: Banden- und gewerbsmäßiger Betrug, Urkundenfälschung und Menschenhandel. (red)
Durchsuchungen: Die Polizei wurde in Garbsen und Hannover aktiv bei den “Bergstraßentätern”, und auch in Munster wurden Wohnungen durchsucht (Bild). Der Verdacht dort: Banden- und gewerbsmäßiger Betrug, Urkundenfälschung und Menschenhandel. (red)
WALSRODE - 27. März 2019 - 14:01 UHR - VON REDAKTION

Die Polizei des Heidekreises hat im Rahmen der Kooperation “Räderwerk” auf Grundlage von Durchsuchungsbeschlüssen am Dienstagvormittag eine Wohnung in Garbsen und eine weitere in Hannover durchsucht. Unterstützt wurden die Beamten der Ermittlungsgruppe “Bergstraße”, die sich intensiv um das Geschehen in Walsrode vom 14. Januar 2019 befasst, von der Bereitschaftspolizei und von Beamten der örtlich zuständigen Dienststelle in Garbsen.

Rückblick: In einem im Umbau befindlichen Lokal an der Bergstraße in Walsrode kam es seinerzeit zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Beteiligten. Fahrzeuge fuhren vor das Gebäude, Personen stiegen aus und begaben in sich überfallartig in die Räumlichkeit. In dem Lokal befanden sich mehrere Personen, die Renovierungsarbeiten vornahmen und massiv von den Eindringlingen angegriffen wurden. Dabei setzten die Männer Reizgas sowie Hieb- und Schlagwaffen ein.

Ein 24-Jähriger wurde schwer verletzt, zwei weitere Männer leicht. Im Anschluss flüchteten die Täter in ihren Fahrzeugen. Eines der Fahrzeuge konnte von der Polizei gestellt und die vier Insassen festgenommen werden. Die 20- bis 26-Jährigen wurden dem Polizeigewahrsam in Soltau zugeführt. Die Opfer wurden in einem Krankenhaus versorgt. Zwei der Festgenommenen kamen in Untersuchungshaft, einer wurde zwischenzeitlich wieder entlassen.

Am Dienstag kam es nun zu Durchsuchungen beim Haupttäter und einem Mittäter. Ob etwas Entscheidendes gefunden wurde, dazu wollte sich die Polizei nicht äußern und begründete dies damit, die laufenden Ermittlungen nicht gefährden zu wollen.

Am gestrigen Mittwoch in den frühen Morgenstunden durchsuchten mehr als 200 Ermittler und Einsatzkräfte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg mit richterlichen Beschlüssen zudem 13 weitere Wohnobjekte im Norddeutschen Raum, darunter auch drei Objekte in Munster. Der Verdacht: Banden- und gewerbsmäßiger Betrug zum Nachteil von Versicherern, Sozialleistungsbetrug, Urkundenfälschung und Menschenhandel durch eine osteuropäische Großfamilie. Die Beamten des Polizeikommissariats Munster wurden von der Bereitschaftspolizei, dem Landkreis und der Stadtverwaltung unterstützt. Ebenso waren Ermittler aus Uelzen und Itzehoe vor Ort.

Der in dem Verfahren 33-jährige Hauptverdächtige konnte angetroffen werden. Bei ihm fanden die Ermittler eine größere Summe Bargeld und zogen sie ein. Im Zuge der Durchsuchungen trafen sie auch vier osteuropäische Staatsbürger an, deren Notlage womöglich zur Ausbeutung ihrer Arbeitskraft ausgenutzt worden sein könnte.

Parallel zu den seit Monaten andauernden Ermittlungen laufen auch Maßnahmen der Sozialbehörden. Das Ziel ist die Streichung oder Einstellung und Rückforderung nicht zustehender Sozialleistungen. Neben verschiedenen Fachermittlern, Einsatzkräften der Bereitschaftspolizeien Lüneburg und Hannover, Beamten des LKA Hamburg waren daher auch Polizeihunde, Vermögensermittler und Dokumentenprüfer im Einsatz. Sie stellten umfangreiches Beweismaterial, Unterlagen sowie Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände sicher.

“Räderwerk” steht für einen Zusammenschluss verschiedenster Behörden und Entscheidungsträger im Heidekreis, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in einem ganzheitlichen Bekämpfungsansatz eng vernetzt neben der Rockerkriminalität ebenso gegen kriminelle Familienstrukturen konsequent vorzugehen. Die Kooperationspartner sind der Meinung, diesem Phänomen, das unter anderem durch Ablehnung bestehender Normen und Gesetze sowie kriminelles Verhalten gekennzeichnet ist, offen und entschlossen bei niedriger Einschreitschwelle entgegenzutreten.

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