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VSR-Gewässerschutz: Messwerte des Grundwassers im Raum Walsrode liegen vor / Mobil steht heute in Schwarmstedt

Reduzierung der Nitratbelastung dringend nötig

Untersucht Wasserproben: Projektleiter Harald Gülzow bei der Analyse im Labormobil. red
Untersucht Wasserproben: Projektleiter Harald Gülzow bei der Analyse im Labormobil. red
WALSRODE - 07. Oktober 2018 - 13:00 UHR - VON REDAKTION

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen von Informationsveranstaltungen in Walsrode abgegeben wurden. In jeder fünften untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt 112 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Milan Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Visselhövede - Bad Fallingbostel - Walsrode - Ahlden für die Untersuchung entgegen.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei nach Angaben des VSR die intensive Landwirtschaft. Diese habe sich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig habe die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft - der ökologische Landbau - kaum wachsen können. An der Stelle müssten vor allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder des VSR-Gewässerschutzes fanden bei den Untersuchungen 117 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Walsrode. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Sieverdingen mit 88 Milligramm pro Liter (mg/l), in Schwitschen mit 79 mg/l, in Dorfmark mit 103 mg/l, in Vierde mit 101 mg/l, in Uetzingen mit 91 mg/l, in Düshorn mit 96 mg/l, in Eilte mit 76 mg/l sowie in Frankenfeld mit 83 mg/l fest. Das Wasser sei wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werde. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen komme. Abgestorbene Pflanzen könnten anschließend zu Fischsterben führen.

Nitratbelastetes Grundwasser führe laut VSR-Gewässerschutz zudem beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese müsse in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so könne eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden.

Bürger, die wissen möchten, ob sie von der hohen Nitratbelastung betroffen sind, können am Montag, 8. Oktober, von 9 bis 11 Uhr, eine Wasserprobe beim Labormobil der Gewässerschützer in Schwarmstedt abgeben. Das Fahrzeug des VSR-Gewässerschutzes wird auf dem Festplatz Am Beu stehen.

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