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Große Inventur im Weltvogelpark Walsrode / Park startet am 23. März in die neue Saison

Schnabelzählen und Fettpolstercheck

Wie lang ist der Schnabel? Auch der Tukan, Wappentier des Weltvogelparks, wird genau vermessen.red (2)
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Wie lang ist der Schnabel? Auch der Tukan, Wappentier des Weltvogelparks, wird genau vermessen.red (2)
WALSRODE - 12. Februar 2019 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Angetreten zum Federlesen: Im größten Vogelpark der Welt werden alle Jahre wieder die Bewohner buchstäblich auf Herz, Nieren und Federkiel geprüft. Während der Inventur aktualisieren Tierpfleger, Biologen und Tierärzte Datenblätter, Listen und Bestandsbücher, damit sich zur großen Wiedereröffnung Mitte März der Weltvogelpark und natürlich seine Bewohner von ihrer besten Seite präsentieren können.

Doch nicht nur beim großen Vogelcheck laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, auch so wichtige Dinge wie das Futter müssen neu kalkuliert werden. Denn egal, um welche Vogelart es sich auch handelt, eines haben sie alle gemeinsam: großen Hunger. Dabei hat jede Vogelart ihren ganz eigenen Geschmack und ihre besonderen Vorlieben. Von Obst bis Fisch ist alles dabei.

Mit mehr als 4000 Vögeln aus 650 Arten und von allen Kontinenten ist der Vogelpark in Walsrode der größte der Welt. Vom scheuen Kagu über die frechen Keas bis zum gefährlichen Rothalskasuar - der Park bietet eine in dieser Form einmalige Vielfalt an verschiedenen Vögeln. Diese müssen nicht nur gesundheitlich durchgecheckt, vermessen und gezählt werden, sondern vor allem eins: fressen. So bestellt der Weltvogelpark im Laufe eines Jahres rund 84 Tonnen an Futter, das jetzt im Rahmen der großen Inventur neu kalkuliert und eingekauft wird - von Blaubeeren für die Arassaris bis zu Tiefkühlfisch für Pinguine oder Pelikane. Da stellt sich zunächst die Frage: Wie viele hungrige Schnäbel müssen dieses Jahr gefüttert werden? Die Zählung von Vögeln gestaltet sich nicht immer einfach. So greifen die Tierpfleger in die Trickkiste und locken die Vögel, wie zum Beispiel den Tukan, Wappenvogel des Weltvogelparks, mithilfe von Beeren aus ihren Verstecken hervor. “Die Beeren werden in der Hochsaison von Juli bis Mitte September regional eingekauft und eingefroren, sodass sie das ganze Jahr über verfüttert werden können”, erklärt Janina Ehrhardt, Pressesprecherin des Weltvogelparks. Allein sieben Tonnen Blaubeeren werden über das Jahr gerechnet gefüttert. Insgesamt landen 35 Tonnen Obst und Gemüse in den Schnäbeln der Parkbewohner.

Neben den Vegetariern unter den Vögeln gibt es auch Vogelarten, deren Leibspeise Fisch ist. So liegt der Fischbedarf des Weltvogelparks dank der Humboldtpinguine und der nimmersatten Pelikane bei insgesamt 25,5 Tonnen pro Jahr. Ob diese gleichmäßig auf alle Pinguine verteilt werden, lässt sich zum Beispiel mittels einer Gewichtsprüfung feststellen. “Die Pinguine müssen sich genügend Fettspeicher anfressen, damit sie während der Brutzeit ausreichend Reserven haben, von denen sie zehren können”, erklärt Ehrhardt. “Normalerweise werden die Pinguine einfach gewogen, doch bei handzahmen Vögeln vermessen wir auch mal den Bauchumfang. Das mag ungewöhnlich klingen, ist aber eine gute Methode um festzustellen, ob sich die Statur des Pinguins verändert hat, und kann so ein Indiz auf einen ausreichenden Fettspeicher sein.” Da die Pinguine, durch die Mitmachfütterungen den direkten Kontakt mit den Pflegern gewohnt sind, ist das Vermessen und Wiegen für die erfahrenen Tierpfleger ein Kinderspiel. Das ist längst nicht bei jedem Vogel der Fall.

Besonders wichtig ist die Gewichtskontrolle der Flugshowtiere. Dort müssen die Tierpfleger beim Wiegen des größten Greifvogels der Welt - dem Andenkondor - in die Trickkiste greifen. Dieser ist nämlich schlichtweg zu groß für die Vogel-waage. Zunächst wiegt sich ein Tierpfleger allein, um sich danach mit dem Jungvogel zusammen auf die Waage zu stellen. Die genaue Gewichtskontrolle ist notwendig, da so das Wachstum des Jungvogels beobachtet werden kann.

Bei Greifvögeln wie Kondor oder Falke steht am liebsten Fleisch auf dem Speiseplan. Insgesamt werden in einem Jahr mehr als 20 Tonnen Fleisch verfüttert. Allerdings gibt es daneben noch eine ganz andere Eiweißquelle für Vögel: Insekten. Zweieinhalb Tonnen landen so in einem Jahr in den Mägen der Vögel. Dazu kommen noch knapp 31.000 Heimchen. Das sind kleine Grillen - sehr beliebte Futter- und Speiseinsekten.

Ob Fisch, Fleisch, Insekten, Obst oder Gemüse: Der Weltvogelpark Walsrode hat für jede einzelne Vogelart das richtige Futter parat. Spätestens Ende Februar ist das große Vermessen und Zählen beendet, sodass der Weltvogelpark am 23. März wieder seine Türen zur neuen Saison öffnen kann. Los geht es an jenem Sonnabend um 10 Uhr.

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