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Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Schwarmstedt appelliert an die Grundeigentümer

Schottergärten sind unerwünscht

Viel Stein, wenig Grün: Schottergärten sind in Niedersachsen unerwünscht und verboten. Foto: Gemeinde Schwarmstedt
Viel Stein, wenig Grün: Schottergärten sind in Niedersachsen unerwünscht und verboten. Foto: Gemeinde Schwarmstedt
SCHWARMSTEDT - 28. Juni 2021 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Schottergärten sind ein häufiges Thema in Ratssitzungen. Immer wieder wird dieses Thema von Bürgern und Ratsmitgliedern aufgegriffen und die vermehrt versiegelten Grundstücksflächen beziehungsweise Schottergärten auf Grundstücken als Grund für abnehmende Insektenlebensräume angeführt. Auch mit Blick auf den stetigen Klimawandel ist es erforderlich, die Versiegelung von Bodenflächen auf das notwendige Maß zu beschränken, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zudem gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu sichern.

Bei seiner vergangenen Sitzung befasste sich der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Schwarmstedt mit dem Thema und stellte im Rahmen einer Ortsbesichtigung in Schwarmstedt fest, dass auch dort Schottergärten angelegt wurden. Diese sind in Niedersachsen aufgrund von Landesrecht aber nicht zulässig. Die Niedersächsische Bauordnung (NBauO) schreibt dazu vor, dass nicht überbaute Flächen von Baugrundstücken Grünflächen sein müssen, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind. Baugrundstück in diesem Sinne ist ein Grundstück, auf dem eine Baumaßnahme durchgeführt wird oder auf dem sich eine bauliche Anlage (zum Beispiel ein Gebäude) befindet.

Entsprechende Freiflächen können mit Rasen oder Gras, Gehölzen, anderen Zier- oder Nutzpflanzen bedeckt sein. Plattenbeläge, Pflasterungen und dergleichen sind allenfalls zu den Grünflächen zu zählen, wenn sie eine verhältnismäßig schmale Einfassung von Beeten darstellen. Die Wahl der Art und Beschaffenheit der Grünflächen bleibt in der Regel dem Grundeigentümer überlassen. Auf den Flächen muss jedoch die Vegetation überwiegen, sodass Steinflächen aus Gründen der Gestaltung oder der leichteren Pflege nur in geringem Maße zulässig sind. Es ist dabei unerheblich, ob Schotterflächen mit oder ohne Unterfolie ausgeführt sind. Sie sind keine Grünflächen im Sinne des Bauordnungsrechts, soweit auch dort die Vegetation nicht überwiegt.

Ziel des Bauausschusses ist es, ein Umdenken zu erreichen. Der Bauausschuss appelliert daher an alle Grundeigentümer selbst tätig zu werden - bevor sich der Nachbar beschwert und Behörden tätig werden müssen - und ihre Grundstücksfläche naturnah umzugestalten. Als Hilfestellung bietet weitergehende Informationen zu diesem Thema die Broschüre “Insektenvielfalt in Niedersachsen - und was wir dafür tun können” des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Diese Broschüre kann direkt beim Niedersächsischen Umweltministerium bestellt werden und ist außerdem im Internet abrufbar.

Kommentare

Klaus Kaißling - 28.06.2021 - 11:40 Uhr #1
avatar bleibt zu hoffen, dass die erfahrenen Naturfreunde sich auch durchsetzen, Infos sind gut, aber manchmal sind die Eigentümer stur und wollen nicht einsehen, welchen Schaden sie sich selbst antun, z.B. bei den anstehenden Hitzeperioden. Haben die schon enmal die Temperaturen gemessen? Ganz zu schweigen von den toten Flächen für Insekten.Wie sollen Kinder erleben, dass es außer Steinen auch Lebewesen gibt?
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