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Helena Dannenberg erklärt im WZ-Interview das Berufsbild der Medienkauffrau Digital und Print

“Schüchternheit ist fehl am Platz”

Anzeigen eingeben, Kunden beraten, Anzeigen bauen: Helena Dannenberg an ihrem Arbeitsplatz.Hannah Lena Gallert
Anzeigen eingeben, Kunden beraten, Anzeigen bauen: Helena Dannenberg an ihrem Arbeitsplatz.Hannah Lena Gallert
WALSRODE - 29. März 2019 - 08:59 UHR - VON DIRK MEYLAND

Helena Dannenberg ist im ersten Lehrjahr Auszubildende zur Medienkauffrau Digital und Print beim Verlag J. Gronemann GmbH & Co. KG, Verlag der Walsroder Zeitung. Im Interview spricht die 20-Jährige aus Jettebruch über ihren Beruf.

WZ: Auszubildende zur Medienkauffrau Digital und Print - was ist das eigentlich?

Helena Dannberg: Das ist ein kaufmännischer Beruf. Man betreut Geschäfts- und Privatkunden, arbeitet mit ihnen aus, wie Anzeigen aussehen sollen, gibt die Anzeigen dann in die Technik, arbeitet mit deren Mitarbeitern an der Optik, also wie die Anzeige später in die Zeitung kommen soll. Ein ganz großer Part ist auch Kundenberatung.

Wie sieht das genau aus, Anzeigenbetreuung und Kundenberatung?

Im Privatkundenbereich haben wir ganz viele Anzeigen-Vorlagen, weil Kunden oft keine genauen Vorstellungen von der Gestaltung haben. Wir informieren über Rahmen, Motive, Farbe, Schrift, natürlich auch Inhalt. Wir basteln die Anzeige Stück für Stück gemeinsam. Bei Geschäftskunden: Wir rufen sie an, wenn ein guter Platz in der Zeitung frei wird - in der WZ oder im Wochenspiegel. Das gilt auch für Sonderthemen. Wir informieren, was es für Möglichkeiten gibt. Kontaktpflege ist auch wichtig.

Warum haben Sie sich für diese Ausbildung entschieden?

Aus meiner Sicht ist das ein langfristig sicherer Beruf - Medien werden immer gebraucht und sind immer interessant. Er ist zudem abwechslungsreich.

Inwiefern?

Man hat mit vielen verschiedenen Leuten zu tun. Jeder will etwas anderes haben. Ein Ladenbetreiber hat andere Bedürfnisse als ein Paar, das eine Geburtsanzeige schaltet. Das macht es abwechslungsreich, auch weil wir so viele Produkte haben.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus?

Zunächst checke ich E-Mails, plane den Tag, schaue auf Termine und wie lange sie in etwa dauern könnten. Ich korrigiere Anzeigen, die wir den Kunden noch einmal vor Veröffentlichung zugeschickt haben, solange, bis der Kunde zufrieden ist. Anzeigen eingeben, Kunden beraten, Anzeigen bauen - das gehört zum Tagesgeschäft.

Was macht Spaß, was nicht?

Spaß macht die Arbeit mit den Kunden. Schön ist es, Anzeigen ganz neu zu gestalten - ohne Vorlage. Natürlich gibt es auch Kundentermine, die besonders fordernd sind. Das kann schon auch anstrengend sein.

Gibt es einen festen Arbeitsplatz?

In der Ausbildung nicht. Ich wechsle zwischen allen Abteilungen durch - war schon im Vertrieb, in der Anzeigenabteilung, in der Redaktion. Als Medienkauffrau nimmt man alles im Betrieb mit, muss alles beherrschen. Natürlich auch Buchhaltung. Außerdem bin ich zweimal wöchentlich in Hannover an einer Multimedia-Berufsschule. Da sind auch Mediengestalter, IT-Mitarbeiter, Veranstaltungstechniker, kurzum alle, die mit Medien zu tun haben.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Ausbildung?

Man muss mindestens einen Realschulabschluss haben. Dazu Spaß an der Arbeit mit Menschen mitbringen und Offenheit. Schüchternheit ist fehl am Platz. Dazu kommt Interesse am Geschehen in der Region. Rechtschreibung ist natürlich auch gut (lacht), und unbegabt in Mathe sollte man auch nicht sein. Schlabberlook passt überhaupt nicht, man sollte schon gepflegt erscheinen, um sich auch gut zu präsentieren. Ich möchte den Kunden schließlich von der Seriosität meines Unternehmens überzeugen.

Wie sind Sie zur Ausbildung gekommen?

Ich habe eine Anzeige in der WZ gesehen und mich daraufhin beworben. In einem Freiwilligen Ökologischen Jahr hatte ich schon Erfahrungen im Umgang mit Kunden gesammelt und habe mich in der Stellenausschreibung ganz einfach wiedererkannt.

Wie ist der Verdienst, wie viel Urlaub gibt es?

Es gibt 30 Tage Urlaub im Jahr. Im ersten Ausbildungsjahr verdiene ich 825 Euro brutto, das steigert sich auf gut 900 Euro.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Sie dauert drei Jahre. Mit Abi und guten schulischen Leistungen kann man aber auf zweieinhalb Jahre verkürzen.

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