Lokales

/lokales/schule-gemeinsam-revolutionieren_10_112007603-21.html/ / 1

BBS Walsrode beleuchtet die Chancen, die die Corona-Pandemie für zukünftiges Lernen und Lehren bietet

Schule gemeinsam revolutionieren

Virtuelle Konferenz: Die BBS Walsrode initiierte einen Fortbildungstag für die Lehrkräfte, um aktiv Schulentwicklung zu betreiben. Eine weitere Frage lautete auch: “Wie wollen wir als Organisation zukünftig Unterricht organisieren und dabei gesund bleiben?”Screenshot: BBS
Virtuelle Konferenz: Die BBS Walsrode initiierte einen Fortbildungstag für die Lehrkräfte, um aktiv Schulentwicklung zu betreiben. Eine weitere Frage lautete auch: “Wie wollen wir als Organisation zukünftig Unterricht organisieren und dabei gesund bleiben?”Screenshot: BBS
WALSRODE - 29. März 2021 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Personalisiertes Lernen und individualisiertes Lernen - das ist die Zukunft der Schule. Die Berufsbildenden Schulen Walsrode beschäftigten sich in einem komplett digital ausgerichteten Fortbildungstag für ihre Lehrkräfte mit Visionen, Qualität und Möglichkeiten von Unterricht in der Zukunft und unter Corona-Bedingungen bzw. im Distanzunterricht. Besonders in den vergangenen Monaten hat sich die digitale Lernplattform als wichtigstes Mittel für Unterricht und zur Kommunikation auf Schüler- und Lehrerebene erwiesen.

Mit diesen digitalen Erfahrungen der Lehrkräfte und der technischen Sicherheit waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Fortbildung vorhanden. Ausreichend Grundlage für einen intensiven Austausch gab es gleich zum Einstieg von Olaf-Axel Burow, Professor für allgemeine Pädagogik. Mit seinen “7 Trends die Schule revolutionieren” stellte der anerkannte Fachmann für pädagogische Personal-Organisationsentwicklung die Schülerzentrierung in den Vordergrund. “Wir müssen uns von bisherigen Strukturen verabschieden”, erklärte der in Europa anerkannte Fachmann. “Dabei sind analog und digital keine Gegensätze, sie sind eine gute Mischung”, erklärte Professor Burow in seinem Impulsvortrag und untermauerte diese Aussage mit Beispielen aus anderen europäischen Ländern. Lehrer agierten dort gemeinsam als Team als “Future Designer” und berücksichtigten dabei Schülerwünsche. “Schule muss zur lernenden Organisation werden und muss auf den Wandel eingehen”, beschrieb der ehemalige Lehrer.

Schule sei als Fabrik organisiert und habe eine Form der Massenpädagogik. Vielmehr müssten laut Burowaber Lernformate für individuelle Anforderungen geschaffen werden, die in Lehrräumen mit bestimmten Rahmenanforderungen geschehen. Schule müsse sich vom alten Bild lösen, um die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern individuell zu fördern und zu entwickeln. Dabei werde auch der Hybrid-Unterricht, auch über die Pandemie hinaus, die Zukunft sein. Damit Unterricht qualitativ hochwertig werden könne, sei unterrichtliche Beobachtung aus unterschiedlichen Perspektiven (Schülersicht) mit sich anschließendem Feedback-Gespräch wichtig.

Vivien Böttcher vom Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung brachte den 120 Lehrkräften der BBS Walsrode das Beobachtungsinstrument auf dem niedersächsischen Bildungsserver näher. Und da das Arbeitsvolumen für Lehrkräfte sich mit Corona erhöht hat und Aspekte wie Ernährung und Achtsamkeit noch weiter in den Blickpunkt gerückt sind, gab es bei der Konferenz nicht nur wertvolle Tipps und Anregungen zu “Brainfood” und “Feierabend-Workout”, sondern die Schulleitung hatte auch ganz praktisch ein “Wohlfühlpaket” mit Studentenfutter, Schokolade, Smoothie, Tee und Stretchband auf den Weg geschickt, das jedem Teilnehmer eine ansprechende Atmosphäre in die eigenen vier Wände brachte.

Bei der Abendveranstaltung präsentierte Dr. Patrick Bronner vom Gymnasium Freiburg dann noch die Möglichkeiten von Distanzunterricht. Eine wichtige Erkenntnis daraus: “Die Mischung macht es.” Das künftige Lernen bestehe aus dem Menschen, Tastatur und Bildschirm. Unterricht sei aber nicht nur Wissensvermittlung. Die Digitalisierung habe in Zeiten von Corona Lücken deutlich gemacht. Um Schülerinnen und Schüler individuell fördern zu können, versteht sich Dr. Bronner als Bediener eines Musikmischpultes: Der Lehrer mische mit jedem Regler die Aufgabe, entsprechend der Kompetenzen, individuell für jeden Schüler oder jede Schülerin zusammen. Mit projektorientiertem Lernen in unterschiedlichen Sozialformen unter Einsatz von analoger und digitaler Technik werde so Wissen vermittelt. Der Lehrer sorge dabei für den richtigen Mix, um die persönlichen Kompetenzen seiner Schüler zu fördern.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.