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Öffnung des Dethlinger Teiches ab September 2019: Heidekreis und GEKA Unterzeichen Vertrag

Sicherheit hat Priorität

Vorsichtsmaßnahmen: Bereits im April probten Einsatzkräfte am Dethlinger Teich den Ernstfall. Nun soll mit der Öffnung des Geländes begonnen werden, in dem zahlreiche chemische Kampfstoffe versenkt worden waren. mä
Vorsichtsmaßnahmen: Bereits im April probten Einsatzkräfte am Dethlinger Teich den Ernstfall. Nun soll mit der Öffnung des Geländes begonnen werden, in dem zahlreiche chemische Kampfstoffe versenkt worden waren. mä
DETHLINGEN - 27. Juni 2019 - 09:00 UHR - VON REDAKTION

Landrat Manfred Ostermann und Dr. Andreas Krüger und Frank Lorkowski, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten (GEKA), haben nun den Vertrag zu den Arbeiten und zur Erkundung des früheren Dethlinger Teiches unterzeichnet. Die Erkundung des Dethlinger Teichs dient einer Fortschreibung der aktuellen Gefahrenabschätzung und der Festlegung der konkreten Gefahrenabwehrmaßnahmen.

Für eine sachgerechte Beurteilung der Gefahrenlage sowie Auswahl und Bewertung einer geeigneten Sanierungsmethode sind fundierte Kenntnisse über den tatsächlichen Zustand der abgelagerten Munition sowie der Schadstoffbelastung im Innern des verfüllten Teiches unerlässlich. Diese Erkundung, die sogenannte “Teichöffnung”, soll punktuell an einer Stelle im Südwesten des Teiches erfolgen und sieht vor allem die Entnahme von Boden-, Wasser- und Munitionsproben vor. Der ehemalige Teich hat einen Durchmesser von etwa 60 Metern und eine Tiefe von rund 10 Metern.

Die dort vor Jahrzehnten “entsorgten” chemischen Kampfstoffe wurden für die Kriegsführung entwickelt. Sie besitzen eine hohe bis extrem hohe Toxizität und wirken zum Teil bereits im niedrigen Grammbereich tödlich. Zudem kann aufgrund der wenigen Informationen nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass neben chemischer Gefahren eine zusätzliche Gefahr durch konventionelle Kampfmittel auftreten kann. Für die Teichöffnung ist daher eine besonders aufwendige Sicherheits- und Arbeitsschutzplanung erforderlich.

Der Heidekreis hat sich nach eingehender Prüfung der genannten Umstände dazu entschieden, die unmittelbar mit der eigentlichen Teichöffnung verbundenen Leistungen durch die GEKA ausführen zu lassen. Die GEKA ist ein hundertprozentiges Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland und darf als einzige Institution in Deutschland chemische Kampfstoffe vernichten. Durch die Einbeziehung des staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Niedersachsen, den KBD, soll sichergestellt werden, dass die bestehenden Gefahren bei der Bergung, dem Transport und der Vernichtung der chemischen Kampfstoffe und Kampfstoffmunition nicht durch zusätzliche Schnittstellen erhöht werden. In einem ersten Arbeitsschritt soll Ende Juli 2019 eine Leichtbauhalle (Zelt) errichtet werden, die als Einhausung der Entnahmestelle dient.

Zu den Arbeiten der GEKA gehören dann alle Arbeiten, die innerhalb der Entnahmestelle/Einhausung, in der die eigentliche Teichöffnung erfolgen soll, vorgenommen werden sowie die sachgerechte Verpackung, der Transport und die Vernichtung der geborgenen chemischen sowie konventionellen Kampfstoffe und Kampfmittel. Die Feststellung der Transportfähigkeit der konventionellen Kampfmittel erfolgt durch den dafür zuständigen KBD. Priorität bei allen Arbeiten habe dabei in jedem Fall die Sicherheit der an der Erkundung beteiligten Personen sowie die Sicherheit der Bevölkerung.

Parallel zur Vertragsunterzeichnung bei der GEKA beginnen diese Woche Infrastrukturarbeiten in Form von Wegearbeiten und Herstellung von Versorgungsleitungen im Umfeld des ehemaligen Dethlinger Teiches. Auf dem Teich selbst werden nach Sondierarbeiten zur Kampfmittelfreigabe mehrere Großbrunnen zur Grundwasserabsenkung hergestellt. Die eigentlichen Kernarbeiten zur Teichöffnung mit Eingriffen in den Teichuntergrund sind für die zweite Septemberhälfte 2019 vorgesehen.

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