Lokales

/lokales/so-gelingt-der-herdenschutz_10_112081763-21-.html/ / 1

Vortrag mit Klaus Todtenhausen vom Nabu Heidekreis und Jan Pflugstedt von der Regenwaldhilfe

So gelingt der Herdenschutz

Auch möglich mit Hund: Herdenschutz ist das A und O für eine Koexistenz von Wolf und Nutztierhaltung.Foto: Klemens Karkow
Auch möglich mit Hund: Herdenschutz ist das A und O für eine Koexistenz von Wolf und Nutztierhaltung.Foto: Klemens Karkow
AHLDEN - 10. Oktober 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Entscheidend für das Ausmaß der Schäden durch den Wolf an Nutztieren sei nicht die Größe der Wolfsbestände oder die Anzahl der Nutztiere, sondern wie gut oder schlecht sie vor Wolfsübergriffen geschützt sind. Die Umsetzung geeigneter Herdenschutzmaßnahmen sei daher nicht allein eine den Wolf als Art schützende Anforderung, sondern auch der Garant für ein langfristiges Miteinander von Menschen, Weidetieren und Wölfen. Mit dem Ziel, Tierhalter und Tierhalterinnen zur Umsetzung effektiver Herdenschutzmaßnahmen zu ermutigen, möchten Klaus Todtenhausen vom Nabu Heidekreis und Jan Pflugstedt von der Regenwaldhilfe daher am 16. Oktober im Rahmen eines Rundganges wolfsabweisende Zaunsysteme vorstellen, nützliche Tipps geben und Fragen beantworten.

Die niedersächsischen Weidetierhalter stehen aktuell vor neuen Herausforderungen: Rund 150 Jahre lang hatte sich im wolfsfreien Deutschland niemand mehr ernstlich Gedanken um den Herdenschutz vor großen Beutegreifern gemacht. Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde weideten auf eingezäunten Koppeln, doch waren die Zäune bestenfalls geeignet, um die Herde zusammenzuhalten. Schutz vor Eindringlingen boten sie nicht.

Inzwischen wurden viele Erfahrungen in der Umsetzung wirksamer Herdenschutzmaßnahmen gesammelt, Standards für die wolfsabweisende Zäunung auf Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Pferdeweiden sowie für Gatterwild etabliert und Fördergelder für den Kauf von Zaunmaterialien und Herdenschutzhunden bereitgestellt, die von Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben und von Hobbytierhaltern beantragt werden können. Dass der Herdenschutz aber auch nach zehn Jahren Wolfspräsenz in Niedersachsen noch nicht zur guten fachlichen Praxis der Nutztierhaltung gehört, belegt der Bericht zu Prävention und Nutztierschäden 2020 der Dokumentation- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW). Er kommt zu dem Ergebnis, dass in Niedersachsen in über 80 Prozent der Übergriffe auf Schafe kein beziehungsweise nur ein eingeschränkter Mindestschutz vorhanden war.

Die unter dem Motto des russischen Sprichwortes “Der Wolf sei satt, die Schafe unversehrt” stehende Führung startet um 16.30 Uhr vom Mühlendamm 4 in Ahlden und kostet für Nicht-Mitglieder fünf Euro. Um eine vorherige telefonische Anmeldung beim Veranstalter unter (05164) 801113 wird gebeten.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.