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Weltvogelpark-Experten geben Tipps für zu Hause: Die richtigen Sträucher, Futter- und Nistmöglichkeiten

So wird der eigene Garten zum Vogelparadies

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WALSRODE - 15. Mai 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Mit mehr als 4000 Vögeln aus 650 Arten und von allen Kontinenten ist der Weltvogelpark in Walsrode der größte Vogelpark der Welt. Wie man mit den richtigen Pflanzen und ein paar Tricks die faszinierende Welt der einheimischen Vögel auch im eigenen Garten erleben kann, das verraten die Experten des Weltvogelparks.

Je natürlicher der Garten angelegt ist, desto wohler fühlen sich dort auch Vögel. Große und kurz gemähte Rasenflächen oder gar Schotter oder Kies bieten keine natürlichen Futterquellen. Ganz anders: Heimische Straucharten mit Beeren oder Früchten, zum Beispiel die Eberesche, die auch Vogelbeere genannt wird und ihrem Namen alle Ehre macht. Vor allem Amseln, Stare und Seidenschwänze mögen die orangeroten Beeren. Allerdings erst, nachdem es den ersten Frost gab. “Durch die Kälte bildet sich in den Beeren Zucker, sie werden süß und besonders energiereich”, erklärt Jörn Luttmann, Chefgärtner im Weltvogelpark Walsrode. Bis auf den Winter kann die Eberesche das ganze Jahr über gepflanzt werden. Der Boden sollte nicht zu nährstoffhaltig sein und wasserdurchlässig, denn der Kleinbaum bekommt ungern nasse Füße und steht gerne an einem sonnig bis halbschattigen Platz.

So wie die Eberesche zieht auch der Weißdorn verschiedene Vogelarten an. Die kleinen roten Früchte, die ein wenig an Mini-Äpfel erinnern, sind besonders im Herbst prachtvoll anzusehen. Die dichte dornige Krone des Weißdorns bietet vielen Vögeln Schutz vor Räubern und bietet daher eine gute Möglichkeit zum Nestbau. Da die Früchte bis in die Wintermonate am Baum hängen, sind sie auch in der kalten Jahreszeit eine Nahrungsquelle. Besonders beliebt ist der Weißdorn übrigens beim mittlerweile seltenen Neuntöter. Der spießt an den langen Stacheln des Weißdorns nämlich gern Insekten oder sogar kleine Wirbeltiere auf, um diese später zu verspeisen. Der Weißdorn wächst nahezu überall, solange der Platz ein wenig sonnig ist. Besonders gut eignet er sich auch als Heckenpflanze.

Eine weitere Möglichkeit, den Vögeln Nahrung im eigenen Garten anzubieten sind Stauden- und Blumenbeete, die nicht komplett abgeerntet werden. Die Vögel können dann die Samenstände den ganzen Winter über abknabbern. Darüber hinaus sind Wildkräuter- und Blumen für bestimmte Vogelarten wie den Grünling oder die Goldammer überlebenswichtig. Und: Nicht jedes vermeintliche Wildkraut ist gleich Unkraut. Johanniskraut, Nachtkerze oder Beifuß sollten nicht überall gejätet werden. Denn auch sie dienen den Vögeln als Nahrung. Und: Der Garten sollte vogel- und insektenfreundlich nicht zu aufgeräumt sein. Laub und Reisighaufen bieten Nistmaterial und locken kleine Krabbler an als Nahrung für die Vögel.

Nistkästen sollten für Katzen und Marder unerreichbar angebracht sein, sodass die Vögel ungestört brüten können. Idealerweise hängt man die Kästen bereits im Herbst auf, da die Vögel im Winter nach geeigneten Plätzen Ausschau halten.

Gift hat im Garten hingegen nichts zu suchen, im heimischen Grün sollten keine Pestizide verwendet werden. Vögel nehmen diese über die Nahrung auf, die Stoffe schädigen das Immunsystem und machen die Vögel krank oder unfruchtbar. Die besten Schädlingsbekämpfer sind Vögel dagegen selbst: Eine Blaumeisen-Familie kann pro Jahr bis zu 30 Kilogramm Blattläuse fressen. Rotkehlchen, Hausrotschwanz und Star ernähren sich vor allem während der Brutzeit auch von Spinnen, Raupen und Käfern.

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