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Szenen des Kinofilms “Die große Freiheit” im Heidekreis-Klinikum gedreht

Sorgen und Ängste authentisch darstellen

Filmdreh im Heidekreis-Klinikum: (von links) die beiden Hauptdarsteller Dagmar Manzel und Rolf Lassgård mit Regisseurin Wendla Nölle.Foto: Heidekeis-Klinikum/Nina Bernard
Filmdreh im Heidekreis-Klinikum: (von links) die beiden Hauptdarsteller Dagmar Manzel und Rolf Lassgård mit Regisseurin Wendla Nölle.Foto: Heidekeis-Klinikum/Nina Bernard
SOLTAU - 28. August 2019 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Ein langer dunkler Krankenhausflur, ein karg möbliertes Untersuchungszimmer: Dort also sind die Träume von gemeinsamen Abenteuern von Ehemann Erik (Rolf Lassgård) und seiner Ehefrau Juditha (Dagmar Manzel) geendet. Die Situation ist ernüchternd: Die Krankheit MS (Multiple Sklerose) schreitet bei Juditha immer weiter voran, sie ist bereits an den Rollstuhl gefesselt. Dabei sollte doch mit der Pensionierung “Die große Freiheit” - so der Filmtitel - des Ehepaares anfangen.

Juditha und Erik sind seit vielen Jahren verheiratet, haben Pläne geschmiedet, wollten nach Eriks Renteneintritt gemeinsam das Leben genießen, reisen. Doch die MS-Erkrankung von Juditha hat ihre Pläne zerstört. Nun kämpft sie um ihre Gesundheit und gegen die immer größer werdende Abhängigkeit. Erik hingegen flüchtet sich in Projekte, kann es nicht ertragen zu sehen, wie die Krankheit seine Frau immer weiter verändert. Aus Gemeinsamkeit wird Einsamkeit. Für beide.

Im Heidekreis-Klinikum in Soltau wurden einige der Krankenhaus-Szenen gedreht. Um die drückende Stimmung besser einfangen zu können, wurden für die Dreharbeiten alle Flure und Räume abgedunkelt. So wirken die Gänge lang, Anmeldetresen und Untersuchungszimmer wirken düster und bedrückend.

“Wir sind sehr froh, im Heidekreis-Klinikum die großzügige Möglichkeit gehabt zu haben, diese sehr berührenden Szenen drehen zu können. Trotz der filmischen Überhöhung war es uns wichtig, die Krankheit und den Umgang mit ihr an realen Orten bebildern zu können, um einen möglichst authentischen Eindruck der Belastung zu vermitteln, die für alle Beteiligten entsteht”, sagt Andrea Schütte von Tamtam Film, Produzentin von “Die große Freiheit”.

“Ist ein Partner krank, wird jede Beziehung auf eine harte Probe gestellt,” erklärt Dr. med. Rahul Sarkar, Chefarzt der Psychiatrie und Psychologie am Heidekreis-Klinikum. “Der Erkrankte hat Angst, nur noch ,Ballast‘ zu sein, der gesunde Partner hingegen ist oft mit der gesamten Situation überfordert und weiß gar nicht, wie er sich verhalten soll. Hier hilft nur, immer wieder miteinander offen zu reden.”

Regisseurin Wendla Nölle hat in ihrem Spielfilm-Debüt die Lebensgeschichte ihrer Eltern verfilmt. “Die große Freiheit” entsteht in der Nachwuchs-Filmreihe “Nordlichter” (mit Geldern vom NDR, der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) und der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen). Voraussichtlich im Herbst 2020 wird “Die große Freiheit”, später auch im Norddeutschen Fernsehen ausgestrahlt, in die Kinos kommen.

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