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Historisches Holz an der Böhme gefunden

Stämme sind fast 800 Jahre alt

Bei Bauarbeiten gefunden: Das alte Holz wurde in der Böhme bei Soltau entdeckt (Symbolbild). Wolfgang Jargstorff - fotolia.de
Bei Bauarbeiten gefunden: Das alte Holz wurde in der Böhme bei Soltau entdeckt (Symbolbild). Wolfgang Jargstorff - fotolia.de
SOLTAU - 05. Januar 2019 - 11:07 UHR - VON REDAKTION

Als besonderer Glücksgriff hat sich das vor neun Jahren anlässlich einer Baumaßnahme an der Böhme in Soltau geborgene Holz erwiesen. Bei den Baumaßnahmen wurde im Grunde der Böhme in Palisadenform eingeschlagenes Holz gefunden. Dieses wurde von der Baufirma mittels des eingesetzten Baggers, der den Flussgrund ausheben sollte, als unwillkommene zusätzliche Arbeit mit nur wenig Freude aus dem Flussgrund gezogen. Es sollte entsorgt werden.

Der Aufmerksamkeit des Vorsitzenden des Soltauer Salzsiedervereins ist es zu verdanken, dass dieses Holz nicht entsorgt, sondern geborgen und aufgehoben wurde. Zwischenzeitig hat es Verwendung beim Bau eines Unterstandes auf dem vom Soltauer Salzmuseum genutzten Grundstück in der Bahnhofstraße 17 in Soltau gefunden.

Der Vorsitzende des Soltauer Salzsiedervereins, Wilfried Worch-Rohweder, war schon bei der Bergung des Holzes der Meinung, dass es sich bei den Pfählen um etwas Besonderes handeln müsste. Er hatte die Vorstellung, dass es sich bei dem Holz um Teile einer übrig gebliebenen Befestigungsanlage (Palisadenwand der früheren Soltauer Burg) handeln könnte. Die Soltauer Burg musste bereits im Jahre 1388 abgerissen werden. Dieses war Teil einer Vereinbarung aus dem Friedensvertrag des Lüneburger Erbfolgekrieges.

Der Plan, das Holz dendrochronologisch zur Bestimmung des Alters der Pfähle untersuchen zu lassen, wurde nun verwirklicht. Eine entsprechende Holzprobe wurde an das Deutsche Archäologische Institut nach Berlin versandt. Das freudig entgegengenommene Ergebnis war, dass der untersuchte Pfahl bereits im Jahre 1241 geschlagen wurde. Der Beginn des Aufwuchses wurde auf das Jahr 1152 festgelegt.

Aufgrund des erstaunlichen Alters dieses Holzes wurde das Ergebnis der Prüfung noch von einer zweiten Kontrollperson geprüft. Diese hat das Messergebnis im Detail bestätigt.

Es steht somit fest, dass das geborgene Holz, von dem etwa 20 Pfähle/Stämme sichergestellt worden waren, mehr als 770 Jahre alt ist und bereits zur Zeit des Kaisers Barbarossa in Soltau verbaut wurde.

Da nach der bisherigen örtlichen Geschichtsschreibung die Burg erst im Jahre 1380 errichtet wurde, steht fest, dass schon etwa 140 Jahre zuvor offensichtlich eine Palisadenbefestigung in diesem Teil der Stadt vorhanden gewesen ist.

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