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Das “Heidegold” trotzt dem heißen Sommer / Bockhorner Unternehmen erwartet gutes Resultat

Startschuss für die Ginsengernte fällt

“Man sagt, er will jeden Tag den Schritt des Gärtners hören”: Henrike Rodemeier mit Ginsengwurzel.red (2)
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“Man sagt, er will jeden Tag den Schritt des Gärtners hören”: Henrike Rodemeier mit Ginsengwurzel.red (2)
BOCKHORN - 24. Oktober 2018 - 04:00 UHR - VON REDAKTION

Die Ginsengfarmer in der Walsroder Ortschaft Bockhorn stehen in den Startlöchern - im Laufe der nächsten Woche ist es endlich wieder soweit. Nach sechs Jahren Reifezeit, geprägt vom Hoffen und Bangen auf perfekte Witterungsbedingungen, hat das Warten ein Ende: Die außergewöhnliche Heilpflanze ist erntereif.

Während die Menschen den “richtigen” Sommer mit Hitze, Sonne und ohne Regen genießen konnten, bedeutete dies für viele landwirtschaftliche Produkte das Aus. Anders beim Ginseng: Wurde in den vergangenen Wochen in den Medien oft von Ernteausfällen und daraus resultierenden Folgen für den Verbraucher berichtet, hat der Ginseng den heißen und trockenen Sommer durchaus unbeschadet überstanden.

Gut geschützt durch die Beschattung der Felder, kam der “Menschenwurzel” in diesem Jahr zugute, dass während der Wachstumsperiode keine Staunässe für Ausfälle in den Ginsengreihen sorgte. So rechnen die Flora-Farmer bei der anstehenden Ernte zwar damit, Wurzeln von geringerem Größenzuwachs als in anderen Jahren aus dem Erdreich zu holen, aber dafür beste Qualitäten. So können nach dem Sortieren und Waschen die Trocknungslager voraussichtlich wieder gut mit den Wurzeln gefüllt und Ginseng und -produke “made in Germany” dem Verbraucher angeboten werden.

In den vergangenen Jahren stieg die Nachfrage nach gutem Ginseng, teilt das Unternehmen mit. “Immer mehr Mediziner empfehlen die Nutzung der Wurzeln bei unterschiedlichen Krankheitsbildern oder zur Vorbeugung”, heißt es aus Bockhorn. Studien belegten die Wirksamkeit und so verwundert es nicht, dass Ginseng früher mit Gold aufgewogen wurde.

“Ginseng ist eine sehr anspruchsvolle Pflanze, und die frischen Wurzeln sind sehr empfindlich”, weiß Henrike Rodemeier, die im Familienbetrieb für den Anbau des Ginsengs zuständig ist. “Man sagt, er will jeden Tag den Schritt des Gärtners hören. So ist beim Anbau und der Ernte viel Handarbeit nötig: Unkräuter und abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernen, Schattenmaterialien reparieren, Einsammeln der Wurzeln ... hierfür können wir keine Maschinen einsetzen.” Und so werden für die nur wenige Tage dauernde Erntezeit auf der Flora-Farm nochmals alle Kräfte mobilisiert und vom Ernteteam auf einige weitere goldene Oktobertage gehofft.

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