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Nabu Heidekreis warnt vor leichtsinniger Entsorgung von Gartenabfällen in Wald und Wiesenflächen.

Statt Natur die Grüngut-Abgabestellen nutzen

Illegal entsorgter Blattschnitt vom Kirschlorbeer. Foto: Nabu
Illegal entsorgter Blattschnitt vom Kirschlorbeer. Foto: Nabu
AHLDEN - 30. April 2022 - 21:00 UHR - VON REDAKTION

Wer in den vergangenen Monaten durch die Schotenheide südlich von Ahlden gestreift ist, dem könnten kleine Haufen immergrünen Heckenschnitts aufgefallen sein, die gut sichtbar an Wegrändern abgeladen wurden. Aus diesem Anlass appelliert der Nabu Heidekreis an Hobbygärtner, Gartenabfälle grundsätzlich nicht in der freien Natur zu entsorgen, sondern auf eine der vielfältigen fachgerechten Alternativen zurückzugreifen, die von der Abgabe in kommunalen Grüngut-Abgabestellen über die Anlage eines Komposthaufens im eigenen Garten bis zur Entsorgung in der Garten-/ Biotonne reichen.

Folgen für Flora und Fauna

Denn das Abladen von Gartenabfällen in Feld und Flur sei kein Kavaliersdelikt, sondern könne gravierende Folgen für die heimische Fauna und Flora haben, vor allem wenn es sich um giftige und gebietsfremde Arten handele, so der Nabu. Beispielsweise die Blätter und Samen des Kirschlorbeers, ein aus Kleinasien stammender Zierstrauch aus der Familie der Rosengewächse, enthalten das Glykosid Prunasin, das nach dem Zerkauen der Pflanzenteile im Magen Blausäure freisetzt. “Bereits der Verzehr weniger Blätter führt bei Mensch und Tier zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Krämpfen”, warnt Pressesprecherin Dr. Antje Oldenburg. “Werden mehr als zehn Samen zerkaut, kann der Tod durch Herz- oder Atemstillstand eintreten.” Laut Oldenburg ist dies vermutlich vor einigen Wochen bei 24 Rehen geschehen, die tot im Landkreis Harburg aufgefunden wurden. Zwar enthalten auch viele heimische Pflanzenarten Giftstoffe zum Schutz vor Fressfeinden und Parasiten, doch habe sich die Tierwelt darauf eingestellt - sie werden entweder völlig gemieden oder es werden nur jene Pflanzenteile verzehrt, die unbedenklich sind.

Schlecht für das Ökosystem

Exotische Gewächse können jedoch nicht nur zu Vergiftungserscheinungen bei Wildtieren führen, sondern durch Verdrängungsprozesse auch negative Folgen für die Ökosysteme haben. Denn wenn sogenannte Neophyten wie Japanischer Staudenknöterich, Drüsiges Springkraut, Kanadische Goldrute oder Riesen-Bärenklau ähnliche Klima- und Bodenverhältnisse wie in ihren Herkunftsgebieten vorfinden und außerdem über eine hohe Vermehrungsfähigkeit verfügen, verdrängten sie die heimische Vegetation und könnten im Extremfall sogar das gesamte Erscheinungsbild von Bachläufen, Bahnstrecken und Ruderalflächen prägen. Werden Gartenabfälle im Wald entsorgt, werde der von Natur aus nährstoffarme Waldboden im Laufe des Zersetzungsprozesses mit Nährstoffen angereichert, was wiederum zu Veränderungen in der Zusammensetzung der im Boden lebenden Organismen führe und die Ansiedlung stickstoffliebender invasiver Arten fördere, warnt der Nabu Heidekreis. Zwar stellten fremde Spezies nicht per se eine Gefahr für heimische Tiere und Pflanzen dar, doch sollten Gartenabfälle ebenso wie Bauschutt oder Haushaltsmüll nicht illegal an Wald- und Wegrändern abgeladen, sondern fachgerecht entsorgt werden.

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