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Carla Santelmann aus Altenwahlingen reist mit dem Zug quer durch Europa und berichtet im Auslandstagebuch von ihrer Reise

Strandleben in Lagos, Kultur in Sevilla

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WALSRODE - 24. September 2019 - 16:00 UHR - VON REDAKTION

Ich sitze gerade im Zug von Sevilla nach Córdoba (beides in Südspanien) und sehe wolkenverhangene Berge an mir vorüberziehen. Die Landschaft ist recht karg, aber wir passieren Olivenbaumplantagen und Weinberge. Seit meinem letzten Eintrag ist viel passiert. Ich bin mit dem Nachtzug von Frankreich nach Lissabon gefahren, das war wirklich spannend. Mein Abteil hatte vier Sitze und vier Liegen, die erst später heruntergeklappt wurden, sodass man entweder sitzen oder liegen konnte. Es war sogar richtig gemütlich und ich schlief trotz (oder gerade wegen?) des wackelnden Zuges ziemlich gut. In Lissabon begann ich dann den Tag mit einer Stadtführung. Das ist wirklich toll: In den meisten europäischen Städten gibt es geführte Touren in verschiedenen Sprachen, bei denen man Insiderwissen über die Stadt erhält und am Ende nur so viel spendet, wie man für angemessen hält.

Wir gingen durch die engen Gassen und bewunderten die typischen portugiesischen Häuser, die mit bunten Fliesen verziert sind. Da sich die Stadt auf mehreren Hügeln befindet, konnte man immer wieder tolle Ausblicke auf die gesamte Stadt erhaschen. Später habe ich noch eine über der Stadt thronende Burg besichtigt und von dort aus den Sonnenuntergang genossen. Am nächsten Tag besichtigte ich den geschichtsträchtigen Ort Sintra, der, in den Bergen versteckt, mehrere malerische Burgen und Schlösser beherbergt. Abseits der Touristenmassen wanderte ich durch richtige “Urwälder” von Burg zu Burg. Anschließend nahm ich den Bus zur Küste und zum westlichsten Punkt Europas - dem “Cabo da Roca”. Am Fuß der etwa 150 Meter hohen Klippen treffen die tiefblauen Wassermassen des Atlantiks auf die Felsen und alles wirkt sehr wild und ursprünglich. Ich kletterte einen steilen Trampelpfad zu einem versteckten Strand hinunter, um mich in die hohen Wellen zu stürzen.

Am nächsten Tag ging es direkt weiter mit dem Zug nach Lagos, an die Südküste Portugals. Eigentlich war auch hier nur ein kurzer Aufenthalt vorgesehen, doch letztendlich verbrachte ich vier Tage damit, die versteckten Buchten zu erkunden, am Strand zu liegen und mit neuen Freunden aus dem Hostel die lauen Sommerabende in Bars oder auf der Dachterrasse zu verbringen. Wer schon einmal an der Algarve war, weiß, wovon ich spreche: Überall gibt es tolle, kleine Sandstrände umgeben von hohen Sandsteinfelsen und kristallklarem Wasser. Ein Highlight meiner Zeit in Lagos war eine geführte Kajaktour entlang der Buchten und in versteckte Höhlen hinein.

Aber ich wollte ja noch ein bisschen mehr von Europa sehen, daher machte ich mich anschließend nach Sevilla auf. Aufgrund der schlechten Zugverbindungen musste ich hier ausnahmsweise den Bus nehmen und mir wurde erst richtig bewusst, wie komfortabel Zugfahren doch ist. Sevilla ist eine interessante Stadt, da sie erst von den Römern besiedelt war, dann von Muslimen aus Nordafrika und nun überwiegend von Christen. Außerdem war sie nach der Entdeckung Amerikas einige Zeit das Zentrum für den Handel mit der neuen Welt. In der riesigen Altstadt mit ihren schmalen gepflasterten Gassen bin ich immer wieder auf vermischte Stile aus islamischer und christlicher Kunst und Architektur gestoßen. Zum Beispiel war die Kathedrale von Sevilla früher eine Moschee, und man konnte noch die alten islamischen Deckenmalereien bewundern. Besonders spannend war auch die Besichtigung des Alcázar-Palastes, mit seinen kunstvoll verzierten Galerien und den palmenbewachsenen Gärten. Abends nahm ich an einer Flamenco-Show teil. Der Flamenco stammt aus diesem Teil Spaniens, daher wollte ich mir den Tanz unbedingt ansehen. In einem kleinen Lokal konnte ich die Musiker und zwei Tänzerinnen bei ihrem Auftritt bewundern und war ganz gefesselt von diesem dramatischen Tanz.

Jetzt bin ich auf dem Weg nach Córdoba, einer weiteren geschichtsträchtige Stadt Spaniens, und sehr gespannt, was mich erwartet …Carla Santelmann

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