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Ehrenamtliche übernehmen Versorgung für die Nutzer der Walsroder Tafel

Tafeldienst gerettet: Bedürftige werden beliefert

Tüten werden weiterhin gepackt: Die Walsroder Tafel stellt auf mobilen Betrieb um.
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Tüten werden weiterhin gepackt: Die Walsroder Tafel stellt auf mobilen Betrieb um.
WALSRODE - 21. März 2020 - 10:00 UHR - VON JENS REINBOLD

Der Hiobsbotschaft folgt die gute Nachricht: Ehrenamtliche werden die Versorgung der Bedürftigen der Walsroder Tafel übernehmen. Sie bieten einen kostenlosen Lieferservice an. Die Verantwortlichen bitten dabei Lebensmittelhändler eindringlich, weiterhin Waren zur Verfügung stellen.

Die Coronakrise beinhaltet für alle Menschen Einschränkungen, mit am stärksten wirkt sie jedoch auf ältere Menschen und Bedürftige. Für eben jene Bedürftige gab es gestern in der WZ eine Hiobsbotschaft zu lesen: Die Walsroder Tafel wird angesichts der Gefahr des Virus seinen Publikumsverkehr für mehrere Wochen einstellen. Nun jedoch, wie gestern in der WZ bereits angeklungen, gibt es Rettung - zumindest was die Lebensmitteltüten angeht, die bislang freitags im Kulturzentrum mittendrin an jene verteilt worden sind, die entsprechend in Not sind: Eine Initiative hat innerhalb kürzester Zeit einen Lieferdienst auf die Beine gestellt, der nun die Lebensmittel bis an die Haustür der Bedürftigen bringt.

“Wir müssen die Tafel nur mobil machen”

Uta Paschke-Albeshausen, selbst Ehrenamtliche bei der Walsroder Tafel, hatte das Ziel klar formuliert: “Wir müssen die Tafel nur mobil machen - und das können wir.” Ein paar Tage später steht nun das Angebot, das unter dem Dach des Vereins “Walsroder Tafel” weiterläuft, jedoch vornehmlich von Helfern erledigt wird, die sonst eher nicht zum “Tafel-Personal” zählen. Denn das soll Zuhause bleiben. “Das Risiko ist einfach sehr groß”, so Tafel-Vorsitzende Ursula Büch, “immerhin ist der Großteil unserer Mitarbeiter 70 Jahre und älter.” Damit gehören die Ehrenamtlichen zu den Menschen, die vom Coronavirus als besonders bedroht gelten.

Appell an Supermärkte

Die “Liefergarde” setzt sich nun aus jüngeren Leuten zusammen, Uta Paschke-Albeshausen steht als Organisatorin dennoch vor einem Problem: Die Supermärkte, die ihre Ware dem Tafelbetrieb wöchentlich kostenlos zur Verfügung stellen, hatten vorerst ihre “Sammlung” für die Tafel eingestellt: “Kommando zurück”, sagt sie nun und appelliert: “Wir sammeln nächste Woche doch wieder ein und bitte so viel, wie wir nur irgendwie bekommen können, damit auch etwas mobil zu verteilen ist.”

In der Praxis werden die Tüten nach Anmeldung verteilt. Die Walsroder Zeitung wird als Partner der Initiative mithelfen, dass die Bedürftigen über die Berichterstattung nicht nur davon Kenntnis erlangen, sondern im Notfall auch Anmeldungen entgegennimmt. Wie genau das Prozedere laufen soll, ist im Extratext oben rechts erklärt.

Mittendrin wird als Lager genutzt

“Wir können weiterhin das Mittendrin nutzen, um dort Waren zu kühlen und entsprechende Tüten zu packen”, sagt Uta Paschke-Albeshausen. Die gepackten Tüten werden dann an jene verteilt, die über einen Berechtigungsschein verfügen. Dass dies mit rechten Dingen zugeht und nur wirklich Bedürftige profitieren, darauf wird Tafel-Vorsitzende Büch achten.

Auch Aktion für ältere Mitbürger geplant

Doch die Tafel ist nur die eine Säule der Initiative, in der zweiten geht es um ältere Mitbürger, die ebenfalls von der Corona-Krise stark betroffen sind - vor allem, wenn es darum geht, die Waren des täglichen Lebens zu erhalten. “Wir wollen, dass diese besonders gefährdeten Menschen zu Hause bleiben können”, sagt Timo Albeshausen, der gerade mit zahlreichen Mitstreitern ein Netzwerk auf die Beine stellen möchte, das bestenfalls eine Hauslieferung ermöglicht.

Die Arbeiten diesbezüglich laufen auf Hochtouren, schon jetzt haben sich Dutzende Helfer bereit erklärt, sich dabei einzubringen.

Und so funktioniert die mobile Tafel

Das Angebot der Zulieferung richtet sich an die Menschen, die zuvor auch das stationäre Tafelangebot nutzen konnten. Sie verfügen über einen Berechtigungsschein, der auch bei der möglichen Hauslieferung überprüft wird. Um die Lebensmitteltüten künftig geliefert zu bekommen, müssen sich die Berechtigten bei Uta Paschke-Albeshausen per E-Mail an uta.paschke.albeshausen@t-online.de anmelden. Nur wem es absolut nicht möglich ist, sich per E-Mail zu melden, der kann sich per Telefon ab Montag unter (05161) 60050 an die WZ wenden. Dort dann bitte auf die Tafel verweisen und Name, Anschrift und Telefonnummer durchgeben. Weitere Rückfragen können die WZ-Mitarbeiter allerdings nicht beantworten. Die Auslieferung erfolgt dann ab kommenden Freitag.

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