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Hauptversammlung des Tierschutzvereins Altkreis Fallingbostel / Nur eine große Erbschaft verhindert ein dickes Minus in Jahresabrechnung

“Tierheime haben Anspruch auf Kostendeckung”

Kommunen in die Verantwortung zu nehmen: Das forderte Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen, hier neben der ersten Vorsitzenden des Tierschutzvereins Altkreis Fallingbostel, Elvira Gruenke. red
Kommunen in die Verantwortung zu nehmen: Das forderte Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen, hier neben der ersten Vorsitzenden des Tierschutzvereins Altkreis Fallingbostel, Elvira Gruenke. red
HODENHAGEN - 04. Juli 2018 - 04:00 UHR - VON REDAKTION

Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen machte als Gastredner bei der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Altkreis Fallingbostel klar: “Die Dienstleistungen, die ein Tierschutzverein als sogenannter ,Zweckbetrieb‘ für die Kommunen erbringt, müssen von diesen zu 100 Prozent bezahlt werden.” Fundtiere und beschlagnahmte Tiere oder solche, die nach dem Tod ihrer Besitzer in öffentliche Verwahrung kommen, gehörten dem Bürgermeister oder dem Landrat, bis sie vermittelt oder freigegeben werden. Die Kommunen dürften ihre Kostentragungspflicht nicht willkürlich, zum Beispiel auf 28 Tage, begrenzen und die Kosten so auf die Vereine abwälzen. Außerdem drohe den Vereinen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit, wenn öffentliche Aufgaben, die sie im wirtschaftlichen Zweckbetrieb erfüllen, durch steuerbegünstigte Spenden subventioniert würden. Das Ziel, so Ruhnke, müsse deshalb die volle Kostenerstattung durch die Kommunen sein, ohne dass die Vereine darum betteln müssen. Dafür werde er sich als Interessenvertreter der Tierschutzvereine in Niedersachsen einsetzen. Denn nur so könnten die Vereine auf Dauer überleben.

Dass Tierschutz finanziell immer einem “Ritt auf der Rasierklinge” gleichkommt, hatten zuvor Elvira Gruenke, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins im Altkreis Fallingbostel, und Melanie Oestreich, Kassenwartin des Vereins, in ihren Berichten zur Kassenlage dargestellt. Das Jahr 2017 habe nur durch eine große Erbschaft mit einem Plus abgeschlossen werden können. Ohne jene Erbschaft wäre ein Verlust von rund 80.000 Euro erwirtschaftet worden. Den größten Kostenblock bildeten die Personalkosten, die sich auf rund 115.000 Euro beliefen, obwohl ein Großteil über ehrenamtliche Mitarbeit aufgefangen worden sei. Qualifiziertes Personal koste nun einmal Geld, und man habe den Anspruch, die Tiere nicht nur trocken, satt und sauber zu verwahren, sondern sie auch zu beschäftigen und ihnen Zuwendung zu geben. Für die geleistete gute Arbeit dankte Elvira Gruenke allen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen in ihrem Jahresbericht. Ein besonderer Dank gebühre Nadine Wohltmann, die seit Februar 2017 das Tierheim in Hodenhagen leitet.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 362 Katzen betreut worden. Die meisten davon hätten vermittelt, an Futterstellen gegeben oder ihren Besitzern zurückgegeben werden können. Im Hundetrakt habe es im vergangenen Jahr 83 Neuzugänge gegeben. Fast alle hätten vermittelt oder an ihren Besitzer zurückgegeben werden können. Erfreulich sei, dass auch wieder ältere Tiere ein neues Zuhause gefunden hätten. Irgendwann, so Gruenke, komme für jedes Tier der passende Mensch vorbei.

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