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Vorfall bei Wesseloh: Polizei sucht Zeugen / Tierschutzorganisation Peta setzt Belohnung aus

Toter Wolf wurde vermutlich angeschossen

Wölfe sind wie Luchse streng geschützt: Der Abschuss der Tiere ist illegal. Foto: Alexandre - stock.adobe
Wölfe sind wie Luchse streng geschützt: Der Abschuss der Tiere ist illegal. Foto: Alexandre - stock.adobe
SCHNEVERDINGEN - 11. Januar 2021 - 13:25 UHR - VON REDAKTION

Am Neujahrstag ist ein erschossener junger Wolf im Grenzbereich des Jagdreviers Eggersmühlen bei Wesseloh (Schneverdingen) entdeckt worden. Wann der Wolf getötet wurde, ist unklar. Das Tier wurde vermutlich mit einer Jagdwaffe angeschossen und starb später an seinen Verletzungen. Der Tierkörper wurde für weitere Untersuchungen ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht.

Die Polizeistation Schneverdingen ermittelt wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Hinweise werden unter (05193) 982500 entgegengenommen. Die Organisation Peta setzt zudem eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro aus. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden, können sich aber auch unter 01520/7373341 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden.

Seit dem Jahr 2000 sind wieder Wölfe in Deutschland und streng geschützt. Die Maßnahmen zum Schutz der Tiere haben erste Erfolge gezeigt: Mittlerweile leben schätzungsweise 128 Wolfsrudel in Deutschland. Ihre legale Bejagung soll jedoch künftig vereinfacht werden.

Wie die Tierschutzorganisation betont, ist der Abschuss streng geschützter Tierarten wie Wolf oder Luchs kein Kavaliersdelikt und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Aktuelle Zahlen vom Bund für Naturschutz belegen, dass sich die Anzahl aufgefundener toter Wölfe im Monitoringjahr 2019/2020 nahezu verdoppelt hat im Vergleich zum Vorjahr. Nach Verkehrsunfällen ist die illegale Tötung die zweithäufigste Todesursache. Von den insgesamt 126 tot aufgefundenen Tieren sind 98 im Verkehr gestorben. Elf Wölfe wurden illegal getötet; darüber hinaus wurde bei weiteren sieben verunglückten Tieren bei den Untersuchungen illegaler Beschuss festgestellt. Peta fordert daher eine fachkundige und regional unabhängige Ermittlungsbehörde zur Aufklärung illegaler Tötungsdelikte von geschützten Tierarten.

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