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HKK-Geschäftsführer Dr. Achim Rogge diskutiert mit Mitgliedern der Walsroder Bürgerliste zum Thema Krankenhaus

Überzeugung versus Zweifel bei der WBL

Vom Konzept Neubau überzeugt: HKK-Geschäftsführer Dr. Achim Rogge erläuterte den WBL-Mitgliedern seine Überlegungen zu einer Gesundheitsversorgung im Heidekreis. red
Vom Konzept Neubau überzeugt: HKK-Geschäftsführer Dr. Achim Rogge erläuterte den WBL-Mitgliedern seine Überlegungen zu einer Gesundheitsversorgung im Heidekreis. red
WALSRODE - 15. Juni 2019 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

“Gut, versorgt, sicher, nah” - das sollen die Kernaussagen für eine zukünftige Krankenhausgestaltung im Heidekreis sein. Der Geschäftsführer der Walsroder Bürgerliste (WBL) begrüßte in der Waldgaststätte Eckernworth gut 50 Zuhörer zu der jüngsten Veranstaltung “WBL - im Gespräch”.

“Das Thema Krankenhaus ist sicher sehr emotional besetzt, und wir wollen mit dieser Veranstaltung dazu beitragen, die Diskussion mit Fakten zu untermauern und zu einer Versachlichung beizutragen”, sagte Wolfgang Puschmann in seiner Begrüßung. Dann breitete Dr. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums, seine Überlegungen zu einer Gesundheitsversorgung im Heidekreis aus.

Die Umstellung der Krankenhausfinanzierung im Jahr 2000 vom Kostendeckungsprinzip zu den Fallpauschalen habe enorme Auswirkungen auf die Gestaltung und den Betrieb von Krankenhäusern. Außerdem gelte das “Mindestmengenprinzip”. Das bedeute, dass die Fallpauschalen nur dann gezahlt würden, wenn die Mindestmengen auch erreicht würden. “Liegt die Mindestmenge bei 50 Fällen, aber es werden nur 48 im Jahr vorgenommen, werden dem Krankenhaus überhaupt keine Kosten erstattet, auch nicht für die 48 Operationen”, sagte Dr. Rogge.

Seit vier Monaten versuche er als Geschäftsführer des HKK, die Planungen für ein neues Krankenhaus voranzutreiben und gleichzeitig in der Bevölkerung des Heidekreises Vertrauen für das HKK zu gewinnen. “Wir haben hier ausreichend Ärzte und ausreichend Pflege. Es fehlen Patienten, sonst hätten wir nicht dieses Defizit. Die Vorbehalte zwischen Nordkreis und Südkreis tragen außerdem dazu bei, dass die Standorte in geringerem Umfang von Patienten aus dem jeweils anderen Kreisbereich aufgesucht werden”, so Dr. Rogge. “Damit gehen Patienten und somit natürlich auch finanzielle Mittel verloren.”

Ein neues Krankenhaus könne dazu beitragen, diese Vorbehalte abzubauen. “Ohne ein funktionierendes Krankenhauswesen im Heidekreis wird über kurz oder lang die gesamte Gesundheitsversorgung gefährdet sein. Damit wird auch die Attraktivität des Landkreises sinken und weniger Menschen werden bereit sein, sich im Heidekreis anzusiedeln”, zeigte sich Dr. Rogge überzeugt.

Kritische Anmerkungen und Beiträge aus den Reihen der Anwesenden machten deutlich, dass es doch ein funktionierendes Haus in Walsrode gäbe, das auch zu ertüchtigen sei. Damit sei die finanzielle Belastung für den Landkreis und die Kommunen sicher erheblich geringer. Außerdem wurde vonseiten einiger Anwesender stark in Zweifel gezogen, ob es möglich sein wird, für ca. 160 Millionen Euro ein neues Krankenhaus mit allen dazugehörigen Infrastrukturmaßnahmen zu erstellen.

Zu dieser Thematik soll das Gespräch mit Dr. Rogge durch eine kleine Arbeitsgruppe in der WBL fortgesetzt werden, um ausführlicher Ideen und Gedanken austauschen zu können. “Wenn es uns nicht gelingt, diese Vorurteile ,Nordkreis - Südkreis‘ abzubauen, dann wird es eng für den Landkreis, und es wäre letztlich ein Armutszeugnis für die Menschen hier”, äußerte sich ein Teilnehmer am Ende der Veranstaltung.

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