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Der Heidekreis informiert über die dringlichsten Themenbereiche und Ansprechpartner.

Vertrieben aus der Ukraine: Was ist wichtig zu wissen?

Foto: Marko - stock.adobe
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WALSRODE - 13. März 2022 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Aufgrund des Krieges in der Ukraine sind sehr viele Menschen auf der Flucht. Wie viele Vertriebene genau Deutschland erreicht haben, lässt sich derzeit nicht beziffern. Auch der Heidekreis bereitet sich gemeinsam mit den Kommunen auf eine wachsende Zahl von Kriegsvertriebenen vor Ort vor. Dabei gibt es viele Fragen.

Wie ist die rechtliche Lage für Menschen aus der Ukraine?

Ukrainische Kriegsvertriebene können mit einem biometrischen Pass ohne Visum in die Europäische Union und damit nach Deutschland einreisen.

Wie lange dürfen die ukrainischen Vertriebenen bleiben?

Sie dürfen sich 90 Tage ohne Visum im Schengenraum aufhalten, sofern sie den biometrischen Pass haben. Nach Ablauf dieser Zeit können sie bei der Ausländerbehörde des Landkreises eine Aufenthaltserlaubnis für weitere 90 Tage beantragen. Alternativ dazu hat die EU die sogenannte Massenzustrom-Richtlinie aktiviert. Danach bekommen die Kriegsvertriebene automatisch einen Aufenthaltsstatus. Dieser sogenannte vorübergehende Schutz gilt zunächst bis zu einem Jahr. Die EU kann diesen Aufenthaltsstatus aber später weiter, auf maximal drei Jahre, verlängern.

Was müssen die ukrainischen Vertriebenen machen, um den Aufenthaltsstatus zu erhalten?

Sie müssen sich persönlich beim Sozialamt der örtlichen Gemeinde-/Samtgemeinde-/Stadtverwaltung im Heidekreis melden und einen Unterstützungsbedarf geltend machen. Dort werden Personalien aufgenommen und die erforderlichen Daten (auch eine Kopie des Passes) an die Ausländerbehörde der Heidekreises übermittelt. Von der Ausländerbehörde erhalten sie zunächst eine sogenannte “Anlaufbescheinigung” und dann auch eine persönliche Einladung, damit die erkennungsdienstliche Registrierung erfolgen kann und die für die Aufenthaltserlaubnis notwendigen biometrischen Daten aufgenommen werden. Dann kann auch eine sogenannte Fiktionsbescheinigung ausgestellt werden. Personen ohne Unterstützungsbedarf schicken eine Kopie des Passes oder der sonstigen Papiere/Urkunden an die Ausländerbehörde, gerne per E-Mail an auslaenderbehoerde@heidekreis.de, damit das Registrierungsverfahren eingeleitet werden kann. Diese Personen erhalten eine “Fiktionsbescheinigung” und einen Termin zur erkennungsdienstlichen Behandlung und Aufnahme der biometrischen Daten für die Aufenthaltserlaubnis.

Was ist für diesen Termin nötig?

Bei dem Termin werden die Pässe und, wenn möglich, Geburtsurkunden und Heiratsurkunden benötigt.

Welche Rechte beinhaltet die Fiktionsbescheinigung zusätzlich zum Aufenthaltsrecht?

Die Kriegsvertriebenen sind zum Bezug von Asylbewerberleistungen berechtigt. Außerdem haben sie uneingeschränkten Arbeitsmarktzugang.

Was passiert, wenn Kriegsvertriebene minderjährig sind und ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen sind bzw. ich minderjährige allein reisende Vertriebene aufgenommen habe?

Ansprechpartner ist das Jugendamt der Kreisverwaltung. Gerne kann per E-Mail unter jugendamt@heidekreis.de Kontakt aufgenommen werden.

An wen können sich Menschen wenden, die Wohnraum für Ukrainer zur Verfügung stellen möchten?

Wenn Personen ein Wohnraumangebot haben oder sich ehrenamtlich engagieren möchten, können sie sich gerne an ihre örtliche Gemeinde-/Samtgemeinde-/Stadtverwaltung wenden.

Können die Kriegsvertriebenen eine Corona-Impfung erhalten?

Selbstverständlich. Der Heidekreis bietet allen Vertriebenen an, vom hiesigen Impfangebot Gebrauch zu machen. Alle Termine und Informationen dazu finden sich unter www.heidekreis.de/corona .

Was machen ukrainische Vertriebene, die dringende medizinische Versorgung, Verpflegung oder eine Alltagsausstattung benötigen?

Bei diesen und weiteren Fragen und Anliegen helfen die Kommunen des Heidekreises weiter. Unter www.heidekreis.de/ukraine sind die jeweiligen Homepages der Gemeinden, Samtgemeinden, Städten und des Gemeindefreien Bezirks aufgeführt.

Was machen Menschen, die spenden oder sich ehrenamtlich engagieren möchten?

Wenn Personen mehrere Sprachen sprechen und übersetzen können, dann sollten sie ihre örtliche Gemeinde-/Samtgemeinde-/Stadtverwaltung ansprechen. Finanzielle Spenden können dazu beitragen, zielgerichtet und direkt Hilfe zu gewährleisten. Zahlreiche Hilfsorganisationen bieten Spendenkonten an. Um nicht auf Betrug hereinzufallen, kann das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) eine wertvolle Hilfe sein. Sachspenden: Kisten mit Kleidung zu packen, ist nur noch selten zielführend. Insbesondere die größeren Organisationen nehmen aktuell gar keine Sachspenden mehr an. Deshalb sollte unbedingt auf konkrete Aufrufe durch lokale Initiativen geachtet werden.

Wo gibt es weitergehende Informationen?

Weitere Fragen beantworten das Land Niedersachsen unter www.niedersachsen.de/startseite/themen/krieg-in-der-ukraine-fragen-und-antworten-209095.html. Der Heidekreis stellt unter www.heidekreis.de/ukraine Informationen zur Verfügung.

Weitere Fragen?

Ansprechpartner sind zunächst die Kommunen. Für aufenthaltsrechtliche Fragen steht die Ausländerbehörde der Kreisverwaltung im Heidekreis zur Verfügung.

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