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Geniale Darsteller in einem emotionalen Film über Liebe und Courage / Mittwoch, 26. September, im Capitol-Theater

VHS-Kino: “Was werden die Leute sagen”

Obwohl sie kaum Schauspielerfahrung hatte, trägt Maria Mozhdah den Film über 106 Minuten. red
Obwohl sie kaum Schauspielerfahrung hatte, trägt Maria Mozhdah den Film über 106 Minuten. red
WALSRODE - 23. September 2018 - 19:30 UHR - VON REDAKTION

Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Walsrode zeigt das VHS-Kino im Captitol-Theater am kommenden Mittwoch, 26. September, um 20.15 Uhr “Was werden die Leute sagen”. Ein junges, in Norwegen aufgewachsenes Mädchen, wird von ihren Eltern nach Pakistan geschickt, nachdem sie der Familie vermeintlich “Schande” gebracht hat. Der Film von Iram Haq lässt die Zuschauer spüren, was es bedeutet, von Erwartungen und Unterdrückung zerrieben zu werden, sodass es am Ende keinen Ausweg mehr gibt, der richtig erscheint.

“Was werden die Leute sagen” ist ein emotionaler Film über Liebe und Courage und darüber, seinen eigenen Weg zu finden. Und es ist eine komplexe Geschichte über die Liebe zwischen Eltern und Kindern und wie schwer es ist, beide Seiten zu verstehen.

Iram Haq, die in Norwegen und Indien auf Norwegisch und Urdu gedreht hat, schöpft aus eigenen Erfahrungen: “Wie Nisha im Film hatte ich in meiner Jugend mehr norwegische Freunde”, erzählt die Regisseurin. “Ich fand es extrem unfair, als junges Mädchen nicht das tun zu dürfen, was allen anderen erlaubt war. Ich selbst wurde, als ich 14 Jahre alt war, von meinen Eltern entführt und musste mit meinen Verwandten in Pakistan leben.” Das hat die Filmemacherin nicht zu einer einseitigen Sicht der Dinge bewogen - im Gegenteil. Sie wird beiden Welten und ihren Protagonisten gerecht - und deren Argumenten. Dabei profitiert sie von der Kunst fabelhafter Darsteller: die eine, Maria Mozhdah, mit so gut wie keiner Schauspielerfahrung; der andere, Adil Hussain, ein Profi, der unter anderem in Ang Lees “Life of Pi” mitgewirkt hat.

Maria Mozhdah trägt den Film über 106 Minuten. Ihre Nisha wird aus der Wohlfühlzone ihrer Existenz gerissen, das Trauma der Entführung generiert zuerst Wut, später erscheint sie wie gelähmt. Die Zähmung der Widerspenstigen, die sich zwar in Pakistan allmählich auf die fremde Umgebung einlässt, aber die vollkommene Integration verweigert, scheitert am Freiheitsgeist des Mädchens. Sie zahlt dafür einen hohen Preis. Kleine Fluchten aus dem Alltag, zum Beispiel die körperliche Nähe zu Amir (Rohit Saraf), wechseln mit depressiven Schüben. Sie ist hin- und hergerissen zwischen Rebellion und Resignation; der Konflikt, der sie von ihrer Familie entfremdet, droht sie zu zerreißen. Mozhdah bewältigt die darstellerische Tour de Force scheinbar mühelos, als hätte sie nie etwas anderes getan als zu schauspielern.

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