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Klaus Meier verabschiedet sich vom HKK in seinen (Un-)Ruhestand

Viel mehr als ein Krankenhausapotheker

Klaus Meier (Mitte) verabschiedet sich von HKK Geschäftsführer Dr. Rogge (links) und übergibt die Leitung der Apotheke an Dr. Waleed Ahmed (rechts). Foto: HKK/Nina Bernard
Klaus Meier (Mitte) verabschiedet sich von HKK Geschäftsführer Dr. Rogge (links) und übergibt die Leitung der Apotheke an Dr. Waleed Ahmed (rechts). Foto: HKK/Nina Bernard
WALSRODE - 07. Juli 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Klaus Meier, Leitender Apotheker des Heidekreis-Klinikums, ist in den Ruhestand gegangen, oder vielmehr in den Unruhestand mit vielen Plänen. Der 71-Jährige blickt auf einen bemerkenswerten Lebenslauf und ein ebenso bemerkenswertes Arbeitsleben zurück. So hat er einen Magister in Theologie, studierte ein paar Semester Pädagogik und dann Pharmazie. Außerdem singt er im Chor, liebt Kunst und Kultur, spricht “Französisch wie meine Muttersprache”, Englisch und auch noch etwas Polnisch. Und er spielt Golf.

Bei EU-Sitzungen in Brüssel als Experte dabei

Seit 2006 war Klaus Meier Leiter der Apotheke des Heidekreis-Klinikums, jetzt hat er den Staffelstab an Dr. Waleed Ahmed übergeben. Der Pharmazie bleibt er allerdings erhalten: Klaus Meier ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) und der European Society of Oncology Pharmacy (ESOP). Außerdem gründete er den Norddeutschen Zytostatika Workshop (NZW).

Seine Mitarbeiterinnen, die Apothekerinnen Julia Rabe und Eva Dailidow, erzählten mit einem Augenzwinkern zum Abschied: “Wir haben uns immer gefragt, wie viele Stunden der Tag von Herrn Meier wohl hat.” Klaus Meier habe bei EU-Sitzungen in Brüssel als Experte über onkologische Pharmazie informiert, die Unit-Dose-Versorgung im HKK etabliert, den Neubau des Zytostatika-Labors betreut - und gleich zu Beginn seiner Arbeit im HKK die klinisch-pharmazeutische Betreuung auf den Stationen eingeführt.

Kreativ, unkonventionell, visionär und zielgerichtet

Bei ihm habe immer das Wohl aller Patientinnen und Patienten im Vordergrund gestanden, so Julia Rabe. Er sei zudem ein Meister der Rhetorik, überzeuge, begeistere und nehme alle mit, sind sich alle einig, die ihn kennen. Er blicke “über den Tellerrand”, habe sich immer für interdisziplinäres Arbeiten eingesetzt und sei im Rahmen von Fachweiterbildungen als Dozent deutschlandweit unterwegs gewesen. Durch sein Netzwerk, so Rabe, habe das HKK regelmäßig Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum. Das sei für ein eher kleines Haus ungewöhnlich.

Als kreativ, unkonventionell, visionär und zielgerichtet mit einem guten Blick für den Menschen und dem Gespür, wenn jemand Zuspruch brauchte, eben auch ein Theologe und Menschenfreund, beschrieb Dailidow ihren scheidenden Chef.

Und Klaus Meier will sein Ziel, Menschen, die in Situationen, die für sie schwierig sind, zu unterstützen, nicht aus den Augen verlieren. Seien es die Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen für alle die mit Krebsmedikamenten zu tun haben, oder auch die praxisnahe Forschung zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Hinblick auf die patientenorientierte Pharmazie, der er sich als stellvertretender Direktor des Instituts für angewandte Gesundheitswissenschaften (IFAHS) widmen will. “Wir müssen unbedingt die Versorgungshürden, die durch die Sozialgesetzbücher und die darin wurzelnde Finanzierung hervorgerufen werden, beseitigen”, sagte Klaus Meier selbst. Der Gesamtprozess von der Prävention bis zur palliativen Versorgung müsse mit allen Akteuren abgestimmt sein, um wirtschaftlich aber vor allem effektiv zu handeln. Das alles klingt in der Tat nicht nach Ruhestand.

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