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CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper lädt zur Diskussionsrunde zum Thema Wolf, Heinrich Witthöft aus Wietzendorf äußert sich

“Viele Nutztierhalter denken ans Aufhören”

Die CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper (rechts) und Dr. Frank Schmädeke (Zweiter von links) besuchen den Hof von Heinrich Witthöft, um über das Thema Wolf zu sprechen. Foto: CDU Wahlkreisbüro Gudrun Pieper
Die CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper (rechts) und Dr. Frank Schmädeke (Zweiter von links) besuchen den Hof von Heinrich Witthöft, um über das Thema Wolf zu sprechen. Foto: CDU Wahlkreisbüro Gudrun Pieper
WIETZENDORF - 10. Februar 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Das Thema Wolf ist in aller Munde - vor allem Weidetierhalter hätten Angst um ihre Tiere und befürchten Übergriffe, wie sie im Raum Wietzendorf immer wieder vorkommen. Das war Anlass für eine von der CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper initiierten Gesprächsrunde auf dem Hof von Heinrich Witthöft in Wietzendorf. Mit von der Partie waren unter anderem CDU-Landtagsabgeordneter und Agrarausschussmitglied Dr. Frank Schmädeke aus Nienburg, Wietzendorfs Bürgermeister Jörg Peters sowie Stephan Johanshon, (Geschäftsführer der Landesjägerschaft) und Mathias Brockop (Landwirtschaftskammer Niedersachsen).

“Viele Nutztierhalter denken mittlerweile ans Aufhören”, berichtete Heinrich Witthöft. “Jeder Wolfsriss ist für uns nicht nur finanziell, sondern auch emotional eine große Belastungsprobe, denn wir hängen alle an unseren Tieren. Sie sind schließlich Familienmitglieder und den Anblick von gerissenen Tieren vergisst keiner so schnell.” Der Landwirt informierte die Besucher über den Wolfsschutzzaum, den er nach den neusten Richtlinien errichten ließ. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass dieser Elektrozaun zwar ein guter Ansatz sei, aber nur eine Teillösung sein könne. Mathias Brockop verwies darauf, dass eine Zaunhöhe von 120 Zentimetern eine maximal zumutbare Belastung für die Schafhaltung darstellt. Sehr engmaschige und hohe Zäune versperren auch vielen Wildtieren den Durchgang. Man dürfe dabei nicht vergessen, dass Weidetiere sowohl einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege leisten, als auch zur Artenvielfalt beitragen. Witthöft und andere Landwirte fürchten um das Ende der Weidetierhaltung, falls sich die bisherige Entwicklung fortsetze. Der einzig wirksame Schutz sei eine reine Stallhaltung. Doch die sei nicht tiergerecht und daher keine Option, so Witthöft.

Die beiden Abgeordneten sehen in der immer wieder geforderten flächendeckenden Zäunung mit “monumentalen”, wolfsabweisenden Zäunen keine praktikable Lösung für das Problem mit dem Wolf. Deshalb dürfe die Bestandskontrolle durch Abschuss kein Tabuthema mehr sein, lautete ihr Standpunkt. Der Wolf sei da, und man müsse von einer Koexistenz ausgehen und mit Problemen rechnen. Doch es müsse “gewisse Grenzen geben.”

Bürgermeister Peters ergänzte, dass Wölfe in Wietzendorf in bewohntes Gebiet eindringen, was ein sehr ernstes Problem sei. Besorgte Bürgerinnen und Bürger würden sich bereits jetzt nicht mehr in den Wald trauen und ließen ihre Kinder nicht mehr alleine auf dem Hof spielen. Wietzendorf sei außerdem ein anerkannter Erholungsort, der auch vom Tourismus lebe. Dass dürfe nicht außer Acht gelassen werden. Gudrun Pieper und Dr. Frank Schmädeke verdeutlichten, dass der Entschließungsantrag zur Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht nach wie vor diskutiert werde. Beide gehen davon aus, dass der Wolf mit der nun anstehenden Jagdrechtsnovelle ins Landesjagdrecht aufgenommen wird.

“Wir brauchen ein vernünftiges Wolfsmanagement”, betonte Dr. Frank Schmädeke. Da sei vor allem Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) gefordert den guten Erhaltungszustand, den es ganz sicher gebe, auch anzuerkennen. Dann sei auch das oft als Gegenargument zitierte EU-Recht kein Problem, das Wölfen einen besonderen Schutzstatus zuweist. Wäre der gute Erhaltungszustand festgestellt, stünde eine Gesetzesänderung nicht im Widerspruch zum EU-Recht, so die Abgeordneten. Aktuell müsse man sich fragen, ob dieser Schutzstatus bei rund 400 Tieren alleine in Niedersachsen immer noch begründet sei. Eine Bestandsregulierung durch ein gutes Wolfsmangement sei dringend notwendig. Kein Mensch wolle den Wolf wieder ausrotten, so der allgemeine Konsens. Die Wolfsbefürworter würden immer vom Schutz der Wölfe sprechen, aber was sei mit dem Schutz der Weidetiere und des Menschen - zähle der nicht, fragt die Gesprächsrunde.

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