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Reservistenkameradschaft bildet sich fort: Nordkoreas Sicherheitspolitik im Fokus

Von Kommunismus und Atomwaffen

Viele Informationen: Professor Dr. Michael Staack mit Johannes Schwarz von der Reservistenkameradschaft Fallingbostel-Walsrode.Foto: Reservistenkameradschaft
Viele Informationen: Professor Dr. Michael Staack mit Johannes Schwarz von der Reservistenkameradschaft Fallingbostel-Walsrode.Foto: Reservistenkameradschaft
BAD FALLINGBOSTEL - 30. August 2020 - 06:00 UHR - VON REDAKTION

In der Politischen Bildungsstätte Helmstedt finden regelmäßig Seminare zur sicherheitspolitischen Bildung statt. Johannes Schwarz von der Reservistenkameradschaft Fallingbostel- Walsrode besuchte ein Seminar über Korea. Professor Dr. Michael Staack, Co-Direktor an der Helmut- Schmidt-Universität Hamburg und Mitglied der Beratergruppe der Außenminister Deutschlands und Südkoreas, referierte über Nordkorea als ernst zu nehmende Atommacht und erläuterte die derzeitige Situation.

So stammen die Diktatoren in Nordkorea seit 70 Jahren aus derselben Familie. Kim Jong-un und seine Schwester lebten eine Zeitlang in der Schweiz und besuchten dort eine Schule. Kim Jong-un hat Teile seiner Zuständigkeit an seine Schwester Kim Yo-Yong übergeben. Momentan sind viele Spekulationen im Umlauf über den Gesundheitszustand von Kim Jong-un. Da das Land aber so verschlossen ist, dringt nichts nach außen. Sollte seine Schwester an die Macht kommen, sie gilt als unberechenbar, wäre es eine Katastrophe für die Region, so Staacks Ansicht. Aufgund der Spekulationen zum Gesundheitszustand von Kim, stelle sich eine Frage: Wird die Schwester Kim Yo-Yong die neue Diktatorin von Nordkorea? Sie habe in letzter Zeit mehr Entscheidungen getroffen als ihr Ansehen es zulasse.

Hinzu kommt: Nordkorea hat mittlerweile nach chinesischen Erkenntnissen mehr als 20 Atombomben und erprobt Trägersysteme. 2006 erzeugte Nordkorea seine erste Kernwaffenexplosion. Der UNO-Sicherheitsrat habe daraufhin beschlossen, die Sanktionen zu verschärfen. Dadurch sei ein geduldeter Kapitalismus im Land entstanden, denn das Atom- und Raketenprogramm koste viel Geld. Nordkorea sei reich an Bodenschätzen, seltene Erden, Gold und anderen Rohstoffen, die trotz Sanktionen ihren Weg nach draußen fänden. Selbst Frauen würden nach China verkauft, wo sie aufgrund der Ein-Kind-Regelung fehlen.

Der Militärdienst dauert in Korea zehn Jahre, berichtete Staack weiter, Frauen und Männer dienen dem Land gleichermaßen. Auch sie müssen versorgt werden. Für die Oberschicht gebe es ein paar tausend sehr junger Mädchen, “die alles für ihr Land machen”. Der Referent hob hervor, dass Kim ein Diktator ist, der verehrt werde und regiere, der über Atomwaffen verfüge und seine Nachbarn sowie die Vereinigten Staaten bedrohe - trotz der Gespräche mit Donald Trump. “Nordkorea ist eine Atommacht. Sie war noch nie so gerüstet wie heute.”

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