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Das Heidekreis-Klinikum informiert über aktuelle Maßnahmen / Derzeit täglich viele Nachfragen von besorgten Bürgern

Vorbereitungen auf die Pandemie

Bedarf steigt: Die Zahlen der Menschen, die in Walsrode getestet werden, hat sich in kurzer Zeit mehr als verzehnfacht.Foto: WZ-Archiv
Bedarf steigt: Die Zahlen der Menschen, die in Walsrode getestet werden, hat sich in kurzer Zeit mehr als verzehnfacht.Foto: WZ-Archiv
WALSRODE - 23. März 2020 - 17:00 UHR - VON REDAKTION

Das Heidekreisklinikum erreichen viele Anfragen, wie sich die Einrichtung auf die Pandemie vorbereitet. “Selbstverständlich verfolgen wir die welt- und bundesweite Entwicklung der Ausbreitung des Coronavirus sehr genau”, erklärt Nina Bernard, Leitung Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Täglich tage eine Arbeitsgruppe, täglich würden die Mitarbeitenden über die neuesten Entwicklungen informiert. Die wichtigsten Punkte hat sie für alle Interessierten zusammengefasst.

Maßnahme 1: Der Besuchsstopp gilt bereits seit mehr als einer Woche. Die Eingangsbereiche sind abgesperrt; jeder, der hinein- oder hinausgehen möchte, muss direkt an einem Desinfektionsmittelspender vorbei - und wird notfalls angehalten, diesen auch zu nutzen. Ebenso wird jede Person gestoppt, die kein aufgenommener stationärer Patient oder Mitarbeiter ist.

Maßnahme 2: Der “normale” Regelbetrieb an beiden Standorten ist eingestellt. Das heißt: Es wird nur noch dringend notwendige Operationen an beiden Standorten geben. Die planbaren Eingriffe werden ausgesetzt. Dadurch leeren sich die Krankenhäuser in Walsrode und Soltau bereits, so wird mehr Platz für potenzielle Covid-19-Patienten geschaffen.

Maßnahme 4: Für die besonders schützenswerten Patienten in der Geriatrie (Altersmedizin, Standort Soltau) gibt es einen Aufnahmestopp für neue Patienten.

Maßnahme 5: In der Ärzteschaft und in der Apotheke werden Teams gebildet, die sich untereinander nicht treffen, sodass gewährleistet ist, dass nicht eine komplette Abteilung ausfällt, weil das gesamte Team zum Beispiel in Quarantäne muss.

Maßnahme 6: Bei der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft wurden weitere Beatmungsgeräte angefordert, sodass es im Falle eines Ausnahmezustandes - wenn diese Geräte inklusive Monitore tatsächlich geliefert werden - bis zu insgesamt 43 Beatmungsplätze gibt. Momentan werden in Walsrode acht Intensivplätze vorgehalten, die schrittweise auf bis zu 19 Plätze erweitert werden können. In Soltau halten sind es sechs, die auf zwölf Plätze erweitert werden können - allerdings nur, wenn wir tatsächlich das technische Equipment bereitgestellt wird.

Maßnahme 7: Die Sprech- und Untersuchungszeiten im Corona-Testzentrum wurden ausgeweitet. Seit dem 11. März betreibt das HKK in Walsrode im Auftrag für die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) von montags bis freitags das Corona-Testzentrum. Die KVN hatte dafür vier Stunden pro Tag vorgesehen. In der ersten Woche wurden insgesamt 17 Personen getestet. Die Zahl hat sich mittlerweile mehr als verzehnfacht (über 220 Anmeldungen). Nun haben Hausärzte angeboten, das Team zu unterstützen, das Testzentrum hat jetzt acht Stunden lang geöffnet. Die momentan an Covid-19 Erkrankten im Heidekreis haben - Stand Redaktionsschluss gestern - keine Beschwerden, die eines Aufenthaltes im Krankenhaus bedürfen. Sie werden vom jeweiligen Hausarzt betreut. Er teilt auch das Testergebnis mit und meldet es ans Gesundheitsamt.

Was passiert, wenn ein Testergebnis positiv ausfällt, die Person also infiziert ist? “Nur wenn Sie so schwer erkrankt sind, dass Sie stationär in unserem Krankenhaus aufgenommen werden müssen, kommen Sie in Isolierung in unser Krankenhaus”, informiert Bernard. Nicht schwer Erkrankte kommen für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Die medizinische Betreuung erfolgt durch den Hausarzt. Laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts sollten Menschen mit einer bestätigten Covid-19-Erkrankung allein in einem gut belüftbaren Einzelzimmer untergebracht werden und die Anzahl der Kontakte zu anderen Personen im Haushalt auf das absolute Minimum reduzieren. Weitere Haushaltsangehörige sollten sich in anderen Räumen getrennt aufhalten oder, wenn das nicht möglich ist, die Einhaltung eines Abstands von mindestens ein bis zwei Metern einhalten sowie wie der Patient einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Kontakte nach außerhalb sollten unterbleiben.

Eine häufige Frage ist: Wieso wird nicht jeder in Deutschland getestet? Der Test hält nur fest, ob die Person genau zu dem Zeitpunkt mit dem Virus infiziert ist oder nicht. Theoretisch könnte man sich kurz danach anstecken. Und: Bundesweit sind die Labore bereits teilweise überlastet. Noch gibt es auch kein direkt gegen dieses Virus gerichtete Medikament. Daher gilt weiterhin Händewaschen, Abstand halten und: “Bleiben Sie zuhause.”

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