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Tarifrunde für die Textil- und Bekleidungsindustrie ergebnislos unterbrochen

Warnstreik bei Röders AG in Soltau

Unmut über das Arbeitgeberangebot: In Soltau legten rund 45 Beschäftigte der “Gebr. Röders AG” die Arbeit nieder.Foto: IG Metall Celle-Lüneburg
Unmut über das Arbeitgeberangebot: In Soltau legten rund 45 Beschäftigte der “Gebr. Röders AG” die Arbeit nieder.Foto: IG Metall Celle-Lüneburg
SOLTAU - 14. Februar 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

“Die Situation ist bitterernst”, erklärt Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In der Tarifrunde für die Textil- und Bekleidungsindustrie zeigten die Arbeitgeber auch in der dritten Verhandlungsrunde keinen Willen zur Einigung. So gab es am Donnerstag, 11. Februar, auch bei der Firma “Gebr. Röders AG” in Soltau einen Warnstreik, an dem etwa 45 Beschäftigte der Firma teilnahmen, der größere Teil der anwesenden Beschäftigten.

Die IG Metall weist das Angebot der Arbeitgeber als “indiskutabel und nicht hinnehmbar” zurück. Insbesondere das Angebot einer allgemeinen Lohnerhöhung um 1,1 Prozent zum April 2022 habe großen Unmut hervorgerufen. Zum Angebot der Arbeitgeber gehöre zwar auch eine Einmalzahlung von 200 Euro sowie eine weitere Entgelterhöhung im Dezember 2022, “aber das bleibt zu wenig”, so Lennard Aldag, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Celle-Lüneburg. Die IG Metall fordert für die knapp 100.000 Beschäftigten in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie der Ausbildungsvergütungen von vier Prozent, mindestens aber eine Erhöhung von 100 Euro für Löhne und Gehälter bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, zudem den Neuabschluss des Tarifvertrags Altersteilzeit.

Weitere Gesprächsthemen sollen Instrumente zur Beschäftigungssicherung sein und eine Vorteilsregelung für IG Metall-Mitglieder. Ebenso soll der Tarifvertrag eine Verbesserung von Aus-, Fort- und Weiterbildung enthalten. Perspektiven für Beschäftigte durch Ausbildung und Qualifizierung sollen tariflich besser gefördert werden. Die notwendigen Vorschläge seien gemacht, ergänzt Markus Wente, die Arbeitgeber hätten sich aber aufgrund der aktuellen Corona-Krise nicht in der Lage gesehen, belastbare Entgelterhöhungen zu benennen.

Die Verhandlungen wurden unterbrochen - ohne neuen Termin. Um zu einer Einigung zu kommen, so die Gewerkschafter, müssten sich die Arbeitgeber jetzt bewegen. In der Zwischenzeit würden die Beschäftigten in den Betrieben in Niedersachsen und Bremen mobilisiert und zu weiteren Aktionen und Warnstreiks aufgerufen.

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