Lokales

/lokales/wege-zur-selbstbestimmten-familienplanung_10_111727237-21-.html/ / 1

SPD-Landtagsabgeordneter Zinke im Gespräch mit Schwangerschaftskonfliktberaterinnen des Heidekreises

Wege zur selbstbestimmten Familienplanung

Tauschten sich zum Themenkomplex Schwangerschaftsabbruch und Verhütung aus: Cristine Idrizaj von der Gemeindlichen Sozialarbeit Bomlitz, Mary Helen Fischer von Profamilia und der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke (von links). red
Tauschten sich zum Themenkomplex Schwangerschaftsabbruch und Verhütung aus: Cristine Idrizaj von der Gemeindlichen Sozialarbeit Bomlitz, Mary Helen Fischer von Profamilia und der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke (von links). red
BOMLITZ - 12. Juni 2019 - 11:00 UHR - VON REDAKTION

Um ungeplanten Schwangerschaften vorzubeugen, gibt es verschiedene Methoden - und ebenso vielfältig sind die Gründe, warum es zu Schwangerschaftsabbrüchen kommen kann. Für einige Frauen ist es oftmals der Wunsch nach beruflicher Verwirklichung oder schlicht die Notwendigkeit, einer Tätigkeit nachgehen zu müssen, um nicht in den Bezug sozialer Leistungen zu kommen, die den Kinderwunsch in der jeweiligen aktuellen Situation nicht aufkommen lassen. Gerade aber Menschen mit geringem Einkommen haben kaum Möglichkeiten, die Kosten für Verhütungsmittel aufzubringen und ungewollten Schwangerschaften vorzubeugen.

Auf Initiative der Beraterinnen Cristine Idrizaj von der Gemeindlichen Sozialarbeit Bomlitz und Mary Helen Fischer von Profamilia fand ein Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke statt. Die Schwangerschaftskonfliktberaterinnen des Heidekreises informierten den Abgeordneten ausführlich zu dem Themenkomplex. Anlass für ein Gespräch mit Zinke war ein Positionspapier “Selbstbestimmte Familienplanung fördern” der Beraterinnen an alle Bundes- und Landtagsabgeordneten im Heidekreis.

“Bereits seit 2009 fördert der Landkreis Heidekreis mit 5000 Euro im Jahr den Verhütungsmittelfonds. Die Menschen, die Leistungen aus dem SGBII, AsylbLG und SGB XII beziehen, können einmal im Jahr einen Zuschuss für ihre ärztlich verordneten Verhütungsmittel beantragen”, erläuterten Idrizaj und Fischer die bisherigen Möglichkeiten im Heidekreis. Zurzeit werde ein Zuschuss von bis zu 130 Euro gewährt. Die Anträge nehmen das Diakonische Werk Walsrode und Profamilia Soltau entgegen. Zinke informierte sich zum bisherigen Antragsablauf und erkundigte sich nach den Erfahrungen der Konfliktberaterinnen.

Der Verhütungsmittelfonds werde demnach sehr gut angenommen und sei für viele Menschen eine finanzielle Erleichterung. “Ohne den Fonds haben Frauen aus dem Leistungsbezug eine günstige Verhütung gesucht, weil sie sich höhere Kosten, wie zum Beispiel für die Spirale, einfach nicht leisten konnten. Durch den Zuschuss des Verhütungsmittelfonds können sie jedoch auf chemische Mittel verzichten und auf eine längerfristige Verhütungsmethode zurückgreifen”, führte Cristine Idrizaj die Vorteile des Verhütungsmittelfonds an.

Mary Helen Fischer ergänzte: “Es gibt viele Anfragen von zum Beispiel Bafög-Empfängern und sehr gering Verdienenden, die bisher aber nicht von dem Verhütungsmittelfonds profitieren können, da sie keine Sozialleistungen beziehen, obwohl sie oft ähnliche Einkommensverhältnisse haben.” Um auch dort die Lücke zu schließen, bedürfe es einer Erhöhung des jährlichen Etats des Landkreises.

“Da es bisher keine bundesweit einheitliche Regelung zu dem Thema gibt, sind Zuschüsse freiwillige Leistungen der Kommunen, Landkreisen und Städte oder aus Projektgeldern finanziert. Es ist also rein wohnortabhängig wie, beziehungsweise ob überhaupt die Möglichkeit auf Kostenübernahme oder Zuschuss besteht”, zeigte sich Sebastian Zinke der Thematik bewusst. Bundesministerin Franziska Giffey und der Profamilia Bundesverband führten mit “biko - Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung” bereits ein bundesweites Modellprojekt an sieben Projektstandorten durch. Bei diesem Projekt müssten Frauen mit Anspruch auf Sozialleistungen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel nicht mehr selbst tragen - auch, wenn sie über 20 Jahre alt seien. Damit ermögliche das Projekt einen niedrigschwelligen Zugang zu verschreibungspflichtigen, sicheren und gut verträglichen Verhütungsmitteln für Frauen, die wenig Geld haben. Wünschenswert sei es laut Zinke, wenn da-raus schnellstmöglich ein bundesweit flächendeckendes Angebot würde.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.
Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.