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Organisationen, Vereine, Firmen und Privatpersonen spenden fleißig für neuen Familien-Kleinbus

Welle der Hilfsbereitschaft für Liam aus Dorfmark

Freuen sich über die Hilfsbereitschaft: Jessica Merscher, ihr Mann Florian, der achtjährige Liam und seine Schwester Vivian (11) schaffen den Weg zum Arzt, zur Therapie oder an die Küste mit der guten Luft für den mehrfach behinderten Sohn nur mit einem Kleinbus. Fotos: Eickholt
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Freuen sich über die Hilfsbereitschaft: Jessica Merscher, ihr Mann Florian, der achtjährige Liam und seine Schwester Vivian (11) schaffen den Weg zum Arzt, zur Therapie oder an die Küste mit der guten Luft für den mehrfach behinderten Sohn nur mit einem Kleinbus. Fotos: Eickholt
DORFMARK - 05. Februar 2021 - 14:10 UHR - VON MANFRED EICKHOLT

Liam, acht Jahre alt, ist gern am Meer. Dort kann der mehrfach behinderte Junge mit sogenannten lebensverkürzenden Erkrankungen so richtig durchatmen. Doch seine Familie braucht ein neues Fahrzeug mit Platz für einen Spezialrollstuhl.

“Als ich den Bericht in der Walsroder Zeitung gelesen habe, war ich sehr berührt.” Gerhard Suder, Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau, gehört zu den Menschen, die Familie Merscher aus Dorfmark helfen wollen. Nach einem Aufruf des Bundesverbandes Kinderhospiz, für die Anschaffung eines neuen Kleinbusses für die Familie zu spenden, fiel die Entscheidung, dass die Lebenshilfe 1000 Euro überweisen wird. Suder telefonierte mit Dr. Dieter Kindermann, Präsident der Kinderhilfsorganisation ICH e. V. (International Children Help). Ergebnis: Der Verein stellt weitere 1000 Euro zur Verfügung. Auch die Walsroder Heide-Werkstätten sowie zahlreiche WZ-Leserinnen und -Leser haben Geld überwiesen oder Hilfe angekündigt. Familie Merscher benötigt ein geräumiges Fahrzeug, um den acht Jahre alten mehrfach schwerstbehinderten Sohn Liam unter anderem zum Arzt und zur Therapie zu bringen. Doch der Familienbus ist kaputt, das Geld für eine Ersatzbeschaffung reicht nicht aus.

Familie ist etwas Fundamentales

Gerhard Suder hat 30 Jahre Erfahrung in der Behindertenarbeit und ist heute an der Spitze einer Organisation tätig, in der 350 Mitarbeiter rund 800 Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf betreuen. “Die familiäre Situation ist etwas Fundamentales”, weiß er, dass die Versorgung geistig und körperlich behinderter Menschen im häuslichen Umfeld eine Herausforderung darstellt. Und er hat noch eine Idee für alle, die auf der Suche nach Geschenken für Familien mit beeinträchtigten Angehörigen sind: Die Lebenshilfe Soltau bietet im eigenen Therapiebad das “Abenteuer Schwerelosigkeit” an, ein Tauchangebot unter fachkundiger Leitung für Kinder mit Beeinträchtigungen. “Das wäre sicher auch gut für Liam”, so Suder.

Heide-Werkstätten beim Ortstermin

Spontan gemeldet haben sich auch die Walsroder Heide-Werkstätten (Werkstatt für behinderte Menschen). Geschäftsführer Bernhard Neuhausen hat in der kommenden Woche einen Termin mit Familie Merscher vereinbart, um Hilfsmaßnahmen zu besprechen. Denkbar sei es, Versicherung oder die Steuern für den neuen Familienbus eine Zeit lang zu übernehmen beziehungsweise Sonderausstattungen wie eine Rampe für das Fahrzeug oder Befestigungseinrichtungen für Liams Spezialrollstuhl mit zu finanzieren.

Einladung zum Essen für die ganze Familie

Aktiv geworden ist auch Foto- und Grafikdesigner Robert Juhas aus Hodenhagen. Sein Rundruf unter Unternehmen und Vereinen, die seine Firma betreut, hat unter anderem dies ergeben: Gastronom Robert Epbinder vom Country Kitchen Tietlingen im Golf Club Tietlingen lädt die Familie zum Essen ein. In den Reihen der ARGE (Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaft und Verkehr Fallingbostel) und des Wirtschaftsvereins Heidekreis laufen die E-Mail-Ordner voll und die Telefone heiß, um weitere Unterstützung zu organisieren.

Bundesverband Kinderhospiz meldet Zwischenstand

Der Bundesverband Kinderhospiz meldet am Freitagvormittag, 5. Februar: Mehrere kleine Spenden summieren sich schon auf 2882 Euro. “Außerdem haben sich bereits Menschen bei der Familie privat gemeldet, um ihre Hilfe anderweitig anzubieten”, berichtet Alexandra Fluck, Leitung Familienhilfe beim Bundesverband.

Rund um die Uhr auf Intensivpflege angewiesen

Liam ist blind, kann nicht sprechen, nicht laufen, wird künstlich ernährt, lebt mit Spastiken, Epilepsie und benötigt rund um die Uhr Intensivpflege. Mutter Jessica, ihr Mann Florian und die Schwester des Achtjährigen leben seit 2018 in Dorfmark. Der Kleinbus der Familie steht mit einem Alter von 16 Jahren und einer Laufleistung von 360.000 Kilometern vor dem technischen Aus. Die Spendenaktion des Bundesverband Kinderhospiz hat das Ziel, Geld für die Anschaffung eines jungen Gebrauchtfahrzeugs zusammenzubekommen.

Das Spendenkonto

Spendenkonto: Bundesverband Kinderhospiz e. V., Sparkasse Olpe, BIC: WELADED1OPE, IBAN: DE03 4625 0049 0000 0290 33, Verwendungszweck: Kennwort Liam

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