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11. September: Walsroder Capitol-Theater zeigt Roadmovie für eine junge europäische Generation “303”

Weltfilmclub: Nun küsst euch endlich!

Der Weltfilmclub zeigt am Dienstag das Roadmovie für eine junge europäische Generation: “303”.red
Der Weltfilmclub zeigt am Dienstag das Roadmovie für eine junge europäische Generation: “303”.red
WALSRODE - 09. September 2018 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Am kommenden Dienstag, 11. September, 20.15 Uhr, zeigt der Weltfilmclub im Walsroder Capitol-Theater das Roadmovie für eine junge europäische Generation “303”.

Inhalt: Jan (Anton Spieker) ist davon überzeugt, dass der Mensch von Natur aus egoistisch ist. Deswegen ist er auch nicht weiter überrascht, als ihn in Berlin seine Mitfahrgelegenheit versetzt.

Jule (Mala Emde) hingegen glaubt, dass der Mensch im Kern empathisch und kooperativ ist, und bietet Jan einen Platz in ihrem “303” Oldtimer-Wohnmobil an. Beide sind unterwegs Richtung Atlantik. Jan will nach Spanien, um seinen leiblichen Vater kennenzulernen, Jule zu ihrem Freund nach Portugal, um ihm mitzuteilen, dass sie schwanger ist.

Eigentlich soll es gemeinsam nur bis Köln gehen, doch mit jedem Kilometer eröffnet sich etwas mehr von der Welt des anderen. Sie reden über Politik, Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen, Kooperation und Konkurrenz, die Vorteile der Treibjagd, die Chemie der Liebe, die Zukunft der Welt, Utopien und Pragmatismus, Mono- oder Polygamie - ihre fesselnden Gespräche werden immer persönlicher und es fällt ihnen immer schwerer, sich nicht ineinander zu verlieben …

“303” ist ein Roadmovie, und das bedeutet in diesem Fall, dass der Film andere Bewegungen vollführt als im Kino üblich. So nimmt er Umwege statt die direkte Linie: “Sollen wir mal von der Autobahn weg?”, fragt Jule bald, und so schaukeln sie durch schmucke belgische Dörfer, vorbei an imposanten französischen Klöstern und durch weites spanisches Hochgebirge. Von jetzt an wird die Zeit gedehnt statt gestaucht, werden Meinungen ausgetauscht statt nur schnell ins Netz geschrieben und wird vorsichtig abgetastet statt schnell weitergewischt.

Dies sei auch ein “Anti-Tinder-Film”, hat Regisseur Hans Weingartner gesagt. Es geht um das Sich-dem-anderen-Öffnen und Wieder-Dichtmachen, um das Geschehenlassen von Liebe und rationale Sich-dafür-Entscheiden, um das Zeitvergessen beim Entdecken einer Seelenverwandten. Eigentlich ist “303” die Sekunde vor dem Kuss, nur auf 145 Minuten ausgedehnt - und der Pulsschlag eines jungen Europa ohne Bock auf alte Eliten, neue Grenzen und gewinnmaximierende Konzerne.

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