Lokales

/lokales/wenigstens-ein-bisschen-touristenplatt-aneignen_10_111704800-21-.html/ / 1

Kulturverein Forum Bomlitz zeigt beim “Plattdeutschen Nachmittag” an der Cordinger Mühle die Vielfalt einer Sprache

Wenigstens ein bisschen “Touristenplatt” aneignen

Das “Duo Plattgold” präsentierte Songs von den Beatles, Sting oder Simon & Garfunkel - auf Plattdeutsch. red
Das “Duo Plattgold” präsentierte Songs von den Beatles, Sting oder Simon & Garfunkel - auf Plattdeutsch. red
BENEFELD - 02. Mai 2019 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

In den Dörfern wird noch in vielen Familien Plattdeutsch gesprochen. Klar ist aber, dass diese Sprache als besonderes Kulturgut auch im ländlichen Raum mehr und mehr verloren geht. Plattdeutsch sei aber eben nicht nur “Danz op de Deel”, sondern gehöre zur Identität und Geschichte der Orte, meint Peter Hartwig vom Kulturverein Forum Bomlitz. Der Verein präsentierte bei einem Plattdeutschen Nachmittag an der Cordinger Mühle daher Beispiele, wie die Sprache auch ihren Weg in die moderne Zeit gefunden habe.

Mit dabei waren die “Heidmärker Danzlüüd” für den Bereich “Traditionelles” und das “Duo Plattgold” mit Songs von den Beatles, Sting oder Simon & Garfunkel - auf Plattdeutsch. Vor allem ging es um das gesprochene Wort. Oskar Hein, Plattdeutsch-Beauftragter des Heidekreises, und Dr. Willi Zilz, der Tage vorher im Müllerhaus für das Forum einen Sprachkurs für Hochdeutsche angeboten hatte, kamen mit den Gästen ins Gespräch. Sie verglichen Hanseatisches mit Heidjer-Platt und plauderten mit ihnen in der “Landessprache der Lüneburger Heide”. Leon Gellermann aus Jarlingen, einer der Gewinner des Plattdeutschen Vorlesewettbewerbs, trug seinen Beitrag noch einmal vor, und Torsten Kleiber führte mit seinem “Simultandolmetscher” Willi Zilz durch die Cordinger Mühle. Nebenbei versorgte die Eustachius-Gruppe mit Kaffee und Kuchen.

“Egal, welchen Bezug man zu Plattdeutsch hat - es ist Kulturgut, das wir erhalten müssen, wenn wir Vielfalt und Identität unserer Region erhalten wollen”, erläuterte Torsten Kleiber vom Forum. “Und wenn ich dienstlich zum Beispiel in Süddeutschland unterwegs bin und mit ‚Grüß‘ Gott‘ empfangen werde, habe ich ein kleines bisschen Zuhause bei mir, wenn ich darauf mit ‚Moin‘ antworte - auch wenn es 15 Uhr ist”, grinste Kleiber. Wenn Hochdeutsche wie er sich ein bisschen “Touristenplatt” aneignen würden, sei das keine vertane Zeit. “Das heißt nicht, dass man dafür keine Fremdsprachen mehr lernen soll. Aber man kann sich Plattdeutsch draufschaffen, ohne anderes über Bord zu werfen.”

Dümmer werde man davon nicht, meinte Kleiber und schloss mit einem frisch Gelernten “So moak wi dat.”

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.
Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.