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Kostenlose Behandlung für verletzte Störche: NABU und Weltvogelpark setzen Kooperation fort

Wenn Adebars Flügel bricht

WALSRODE - 17. Juli 2019 - 04:00 UHR - VON REDAKTION

Seit der Weißstorch vor mehr als 50 Jahren zum Wappenvogel des Deutschen Naturschutzbundes (NABU) erklärt wurde, fühlt sich der Verein dem beliebten Schreitvogel besonders verpflichtet und setzt sich auf vielfältige Weise dafür ein, dass auch nachfolgende Generationen diesen beeindruckenden Vogel erleben können. Wie in ganz Niedersachsen war auch im Heidekreis seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein starker Bestandsrückgang zu verzeichnen, der vor allem auf den Verlust extensiv genutzter Wiesen und Weiden, die Entwässerung von Feuchtgrünland und die Entwertung der Flusstalauen durch Gewässerbau zurückzuführen war und in den 80er Jahren seinen Tiefstand erreichte.

Seitdem sind die Bestände dank intensiver Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Förderprogramme für die extensive Bewirtschaftung von Dauergrünland, die Entschärfung vogelgefährlicher Strommasten und Stromleitungen und das Aufstellen von Masthorsten langsam wieder auf rund 50 Brutpaare angestiegen. Trotzdem wird im Allertal zwischen Marklendorf und Ludwigslust der für den Bestandserhalt notwendige Wert von zwei bis drei flüggen Jungvögeln pro Horstpaar oft nicht erreicht, sodass eine Zuwanderung aus Kerngebieten mit größeren Bruterfolgen immer noch notwendig ist.

Ein weiterer Baustein zum Storchenschutz im Heidekreis ist die langjährige Pflegekooperation zwischen dem NABU-Kreisverband und dem Weltvogelpark Walsrode, die auch nach der Übernahme des Weltvogelparks durch die spanische Freizeitpark-Gruppe Parques Reunidos weitergeführt wird. Auf Einladung des neuen Geschäftsführers Javier Gimeno Martinez und des Tierarztes Andreas Frei haben die NABU-Vorsitzenden Klaus Todtenhausen und Klaus Thiele sowie Frank-Ulrich Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Störche den Weltvogelpark besucht, um dort über die weitere Zusammenarbeit zu sprechen.

“Wir sind sehr dankbar, dass die jetzigen Eigentümer sofort ihre Bereitschaft signalisiert haben, verletzte Störche und Reiher kostenlos ärztlich zu versorgen und während des Heilungsprozesses zu betreuen”, fasst der NABU-Vorsitzende das Gespräch zusammen. Denn leider käme es immer wieder vor, dass sich Störche bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen, beim Anflug von Stromleitungen und -masten oder bei Auseinandersetzungen mit Artgenossen Bein- und Flügelfrakturen, Prellungen, Zerrungen und offene Wunden zuziehen. Im Allgemeinen sei es schwierig, einen Tierarzt zu finden, der in der medizinischen Versorgung von Schreitvögeln erfahren sei. “Umso glücklicher können wir uns schätzen, mit dem Weltvogelpark einen engagierten Kooperationspartner zu haben, der nicht nur Veterinäre mit der erforderlichen Expertise beschäftigt, sondern den Vorteil der räumlichen Nähe bietet”,so der zweite Vorsitzende.

Wer verletzte Störche oder andere Schreitvögel findet, kann sich an die Parkverwaltung, (05161) 60440, oder an den NABU-Storchenbetreuer Rainer Kossel, 0171/9449943, wenden. Im Nordkreis vermittelt Frank-Ulrich Schmidt, (05191) 13302, weitere Notfälle können an die Wildtierhilfe Lüneburger Heide, (05191) 3968, gemeldet werden.

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