Lokales

/lokales/wenn-das-leben-anders-luft-als-gedacht_10_111795015-21-.html/ / 1

Drei Notare klären am WZ-Telefon im November über die Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Erbrecht auf

Wenn das Leben anders läuft als gedacht

Immer mit dabei im Portemonnaie: Wer zeitig vorsorgt, kann beruhigt sein.Foto: Johanna Scheele
Immer mit dabei im Portemonnaie: Wer zeitig vorsorgt, kann beruhigt sein.Foto: Johanna Scheele
WALSRODE - 01. November 2019 - 10:00 UHR - VON JOHANNA SCHEELE

Wie funktioniert das eigentlich genau mit so einer Vorsorgevollmacht, ab wann entscheiden die Personen, die dort eingetragen sind? Was ist eine lebensverlängernde Maßnahme? Muss ein Testament notariell beglaubigt werden? - Wer denkt schon gerne an den Zeitpunkt, wenn er nicht mehr selber entscheiden kann? Den Verwandten mitzuteilen, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen gewünscht sind, reicht nicht aus, ebenso wenig wie dem Nachbarn zuzusichern, dass er den Rasenmäher erbt. Doch wie geht es richtig? Fragen rund um die Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht sowie Erben und Vererben beantwortet an drei Mittwochen jeweils ein Notar am Expertentelefon der Walsroder Zeitung.

Axel Schober ist am Hörertelefon der Mann, der Fragen rund um das Thema Erbrecht beantworten kann. Der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht ist bereits in der Universität mit dem Thema Erbrecht in Berührung gekommen. “Das Thema gehört zur Kerntätigkeit jedes Notars, deshalb begleitet mich das Thema bereits seit Beginn meines Berufseinstiegs.” Personen, die sich von ihm beraten lassen, seien oft unsicher, ob der Gang zum Notar notwendig ist. Angst vor ungeklärten Verhältnissen nach dem Tod sei dann oft der Grund für den Besuch in der Kanzlei. “Besonders bei Patchworkfamilien ist es wichtig, dass sie sich von einem Notar beraten lassen”, erklärt Schober. Aber auch Personen mit Immobilienbesitz wird der Besuch geraten. “Wenn sowohl dem Sohn als auch der Tochter ein Haus vererbt werden soll, sollte beispielsweise auch die individuelle Wertsteigerung einer Immobilie beachtet werden.” Wer sein Testament nicht vom Notar beglaubigen lässt, muss das Schriftstück handschriftlich verfassen - und zwar so, dass es auch andere Personen ohne Probleme entziffern können.

Im Gegensatz zu dem Testament, bei dem ein Anwaltsbesuch nicht zwingend erforderlich ist, gelten bei der Patientenverfügung andere Regeln. “Ein Unfall kann in jedem Alter passieren, deshalb hat die Patientenverfügung nichts mit dem Alter zu tun”, stellt Rechtsanwalt und Notar Burkhardt Stock ganz klar heraus. Vordrucke aus dem Internet, bei denen lediglich Kreuze gesetzt werden, reichen nicht aus. “Es muss klar sein, dass es der Patientenwille ist, und Kreuze auf einem Vordruck können auch nachträglich gesetzt werden.” Wenn keine Patientenverfügung vorliegt, gilt ganz klar, dass die Ärzte dazu verpflichtet sind, Leben zu erhalten.

Heinrich-Hermann Speckhan beantwortet Fragen zu dem Thema Vorsorgevollmacht. Eine Sache, die gerne aufgeschoben wird, im schlimmsten Fall ist es dann irgendwann zu spät. Grundlegend dafür ist die Frage: “Wer soll für mich eine Entscheidung treffen, wenn ich es nicht mehr kann?” Wird niemand eingesetzt, bestellt ein Betreuungsgericht bei einer Geschäftsunfähigkeit einen Betreuer. Auch bei der Vorsorgevollmacht gilt: Es ist kein Zwang, doch wer möchte, dass die eigenen Interessen vertreten werden, sollte vorsorgen.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.