Lokales

/lokales/wenn-es-ernst-wird-muss-jeder-handgriff-sitzen_10_111763470-21-.html/ / 1

Feuerwehren Bomlitz und Walsrode inszenieren jeweils Übung: Kameraden trainieren Ablauf bei Großbrand und Busunglück

Wenn es ernst wird, muss jeder Handgriff sitzen

Artikelbild
  • Bild 21
  • Bild 21
WALSRODE - 27. August 2019 - 13:29 UHR - VON REDAKTION

Walsrode. Ein leer stehendes Gebäude in Walsrode war der Schauplatz. Und die beiden Organisatoren Heiko Blume und Rainer Helberg hatten sich einige Herausforderungen in dem weitläufigen Gebäude einfallen lassen. Am vergangenen Donnerstag probte die Freiwillige Ortsfeuerwehr Walsrode den Ernstfall, und die Lage sah vor, dass es im Haus zu einem Brand gekommen war, das gesamte Areal war stark verraucht - dargestellt durch sogenannten Disconebel. Insgesamt waren laut Übungsplan vier Personen vermisst, darunter ein Kind.

Der Einsatzleiter Andreas Brandt ließ als erstes die Menschenrettung unter Atemschutz einleiten. Parallel wurde von einem Unterflurhydranten die Wasserversorgung aufgebaut, um im Innen- und Außenangriff die Brandbekämpfung einzuleiten. Dazu nutzten die Kameraden auch das Wenderohr der Drehleiter. Mitten im Einsatzgeschehen kam es zur Explosion einer Gaskartusche - was wirkungsvoll mittels Pyrotechnik simuliert wurde. Im Anschluss an die Rettungs- und Löscharbeiten wurde der Überdrucklüfter eingesetzt, um das Haus wieder rauchfrei zu machen.

Nach rund einer Stunde war die Übung beendet. Ein Dank der Organisatoren geht an die neuen Besitzer des Komplexes, die Bartels-Langness Handelsgesellschaft, die es der Ortsfeuerwehr bis zum Abriss ermöglicht, sich an dem einsatztaktisch interessanten Objekt aus- und weiterzubilden.

Auch die Bomlitzer Wehr inszenierte eine Übung, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Das Szenario: Ein mit acht Fahrgästen besetzter Reisebus ist auf dem Weg zur nächsten Haltestelle, als der Fahrer plötzlich einen Herzinfarkt erleidet. Der Bus kommt von der Fahrbahn ab und kollidiert mit einem Auto, in dem drei Personen sitzen. Durch die Wucht wird das Auto in ein Brückengeländer geschleudert. Ein nachfolgender Motorradfahrer erkennt die Situation zu spät, stürzt und kollidiert mit dem Bus.

Für diese groß angelegte Einsatzübung waren nicht nur die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bomlitz, sondern auch Kräfte des erweiterten Rettungsdienstes und der Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes dabei.

Sie mussten die möglichst realitätsnah dargestellte Übung meistern. Hilfeschreie waren zu hören, aus dem Auto stieg noch verdampfendes Kühlwasser auf, ebenfalls “Disconebel”, und die insgesamt 13 Verletzten, alle dargestellt von Mitgliedern der Einheiten zu realistischen Unfalldarstellungen, ließen es durch schauspielerische Leistung und geschminkte Verletzungen nur schwer zu, zwischen Übung und Realität zu unterscheiden.

Die ersten eintreffenden medizinischen Kräfte sichteten die Verletzten und stuften die Behandlungsdringlichkeit ein. Das ist die sogenannte Triage. Parallel dazu wurde durch die Feuerwehr die technische Unfallrettung vorbereitet, der Brandschutz sichergestellt und der Bereich weiträumig abgesperrt.

Nach und nach trafen immer weitere Retter samt gerät ein und versorgten die Patienten. Die Feuerwehr befreite unterdessen die eingeklemmten Insassen des Autos und unterstützte den Rettungsdienst tatkräftig. Nach gut einer Stunde waren alle Verletzten versorgt, sodass die spannende Übung beendet werden konnte.

Die Verantwortlichen auch dieser Übung zogen im Anschluss ein positives Fazit und freuten sich, dass die Zusammenarbeit gut geklappt hat. “Solche Übungen sind umso wichtiger, damit im Ernstfall die Abläufe Hand in Hand klappen”, so einer der Organisatoren. Besonders froh waren die Aktiven, dass das Reiseunternehmen Maahs den Bus zur Verfügung gestellt hat.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.