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Heidekreis-Klinikum veranstaltete zusammen mit der Deutschen Herzstiftung die Herzwochen

“Wenn Gemüse nicht mehr ausreicht”

Von links nach rechts: Einhard Wichmann, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung für Celle und den Heidekreis, Oberärztin Wiebke Thymm, Oberarzt Dr. med. Patrick Dieker und Chefärztin Dr. med. Andrea Pomarino. red
Von links nach rechts: Einhard Wichmann, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung für Celle und den Heidekreis, Oberärztin Wiebke Thymm, Oberarzt Dr. med. Patrick Dieker und Chefärztin Dr. med. Andrea Pomarino. red
SOLTAU - 07. Dezember 2018 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Rund 100 Besucher versammelten sich in der Caféteria des Heidekreis-Klinikums Soltau. Anlass dafür waren die Herzwochen, eine bundesweite Kampagne der Deutschen Herzstiftung, dessen Hauptaufgabe es ist, über Erkrankungen des Herzens und mögliche Behandlungsmethoden aufzuklären. Auch in diesem Jahr informierten die Ärzte der Medizinischen Klinik Soltau interessierte und teils selbst am Herzen erkrankte Besucher. “Herz außer Takt - Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung” war das diesjährige Motto der Informationskampagne.

“Das Herz schlägt einem bis zum Halse”, beschreibt Oberärztin Wiebke Thymm die Symptome. An plötzlichem Herzrasen können Betroffene erkennen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der Vorhof des Herzens pumpt beim Vorhofflimmern unkontrolliert und unregelmäßig. Das Herz gerät völlig außer Takt und schlägt oft zu schnell. Wer an Vorhofflimmern leidet, schwebt nicht direkt in Lebensgefahr - bleibt es jedoch unbehandelt, können ernsthafte Folgen wie Schlaganfall oder Herzschwäche auftreten. Die Ursachen des Vorhofflimmerns sind vielfältig und reichen von Bluthochdruck (70 Prozent), Übergewicht, koronarer Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Diabetes bis hin zu Schilddrüsenerkrankungen.

Wurde ein Vorhofflimmern diagnostiziert, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Zuallererst ist ein gesunder Lebensstil wichtig: Auf Rauchen sollte verzichtet werden, der Alkoholkonsum minimiert und regelmäßige Bewegung nach Möglichkeit in den Alltag integriert werden. “Wenn Gemüse essen nicht mehr ausreicht”, leitet Oberarzt Dr. med. Patrick Dieker seinen Vortrag ein, “gibt es für jeden Patienten das passende Medikament. Aber nicht jedes Medikament ist automatisch für jeden Patienten geeignet.” Daher werde jeder Patient individuell betrachtet und gründlich untersucht, um das geeignete Medikament verschreiben zu können.

Ist die Vergabe von Medikamenten unangebracht oder nicht wirksam genug, ist in vielen Fällen eine sogenannte “Ablation” des Vorhofflimmerns sinnvoll. Chefärztin Dr. med. Andrea Pomarino klärte über diese Behandlungsmethode auf: “Wir setzen eine künstliche Narbe wie eine Art ‚Grenze‘ zwischen die Lungenvene und den Vorhof, so kann das Flimmern gar nicht erst in den Vorhof gelangen.” Wenn das Herz noch nicht geschädigt war, werden zirka 90 Prozent der Patienten geheilt. Eingriffe am Herzen ließen viele Patienten zurückschrecken, doch die Wahrscheinlichkeit, dass bei dieser Behandlungsmethode Komplikationen auftreten, liege bei nur einem Prozent.

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