Lokales

/lokales/wertschaetzung-sieht-anders-aus_10_111685793-21-.html/ / 1

Gewerkschaft der Polizei bemängelt schlechte Bedingungen / Container sollen über mehrere Monate als “Zwischenunterbringung” dienen

“Wertschätzung sieht anders aus”

Im Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Walsrode bemängelt die Gewerkschaft der Polizei “Container-Lösungen”. red
Im Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Walsrode bemängelt die Gewerkschaft der Polizei “Container-Lösungen”. red
WALSRODE - 23. März 2019 - 08:00 UHR - VON REDAKTION

Die Ausbildungszahlen bei der Bundespolizei in Walsrode steigen. Doch die Bedingungen für Beschäftigte und Auszubildende werden immer schlechter, hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) festgestellt. So soll eine mehr als zwei Jahrzehnte alte Containeranlage als Bürotrakt dienen. Die Gewerkschaft will jetzt gegen diese Entwicklung vorgehen und bereitet einen Ortstermin am 2. April am Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Walsrode vor.

Hintergrund: Durch die bundesweite Einstellungsoffensive der Bundespolizei steigen seit einigen Jahren auch die Ausbildungszahlen beim Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Walsrode, führt die Gewerkschaft aus. Ein Grund zur Freude, zugleich aber natürlich auch eine deutliche Mehrbelastung für die Ausbilderinnen und Ausbilder, folgern die Vertreter der Polizisten.

Dazu komme, dass aufgrund anstehender Instandhaltungsarbeiten an verschiedenen Gebäuden derzeit nicht genug Büroräume in Walsrode zur Verfügung stehen. Als Ersatz soll eine gut 21 Jahre alte Containeranlage als Bürogebäude reaktiviert werden. In allen Bereichen, von der Ausstattung über das Raumklima, die Dämmung bzw. Isolierung bis hin zur Sanitärausstattung, entspricht die Anlage einem Baucontainer aus den 1980er Jahren, ergänzt die GdP. Damit entspreche der Container weder der aktuellen Energieeinsparverordnung noch den geltenden Arbeitsschutzrichtlinien.

“Was ist das für ein Signal für die betroffenen Ausbilderinnen und Ausbilder, die in Zeiten der Einstellungsoffensive jeden Tag stark beansprucht werden? Wertschätzung sieht anders aus”, sagt Jan Best, Vorsitzender der GdP für die Kreisgruppe Walsrode Bundespolizei.

Die verantwortliche Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) aus Magdeburg sehe das allerdings anders: Mit einfachen Anpassungen sollen die alten Container zunächst über mehrere Monate als “Zwischenunterbringung” genutzt werden. Die abschließende Entscheidung für eine weitere Nutzung der alten oder eine Aufstellung einer neuen Containeranlage durch das staatliche Baumanagement Lüneburger Heide stehe noch aus. Aus GdP-Sicht muss eine dauerhafte Lösung in Form eines Modulbaus her. Auch das wird in Magdeburg anders gesehen.

Um die Missstände noch mehr in den Fokus zu rücken, veranstaltet die GdP Walsrode am 2. April eine Ortsbegehung. Daran nimmt neben weiteren Gewerkschaftsvertretern auch der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek teil. Er weiß um die Problematik solcher “Übergangslösungen”: “Die BImA hat bereits bei anderen Liegenschaftsfragen bewiesen, dass sie diese häufig nicht zur Zufriedenheit der GdP beantworten kann.”

Im Rahmen des Ortstermins werden sich die Gewerkschaftsvertreter auch ein Bild über den Investitionsstau für die zukünftige Ausrichtung in der Aus- und Fortbildung machen. Gleich mehrere Gebäude seien nicht mehr wirtschaftlich und müssten dringend durch Neubauten ersetzt werden. Allein der Bedarf für eine neue Einsatztrainingshalle wurde im Laufe der vergangenen zehn Jahre bei abwechselnden Besuchen von Bundestagsabgeordneten immer wieder festgestellt, heißt es weiter. Aber auch dabei sei das Zusammenspiel zwischen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Staatlichem Baumanagement und der Bundespolizeiakademie “mühsam und langwierig”.

Allein von der Feststellung des Baubedarfes bis zur Fertigstellung könne es bis zu zehn Jahre dauern, bemängelt die GdP. Leidtragende seien die Beschäftigten und Auszubildenden, die täglich mit viel Engagement improvisieren müssten. “Die Zeit für klare Antworten ist gekommen”, so Rüdiger Maas, Vorsitzender der GdP für die Bundespolizeiakademie.

Für die Gewerkschaftsvertreter um Jörg Radek geht es beim Ortstermin zunächst darum, einen ersten persönlichen Eindruck der angedachten Interimsunterbringung in der alten Containeranlage und Informationen zum bestehenden Investitionsbedarf zu erhalten. Weitere Gespräche mit Politik, Verantwortlichen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und Staatlichem Baumanagement werden folgen.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.