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Über das Leben auf einem französischen Eiland mitten im Indischen Ozean und Feiertage in Flip-Flops

Willkommen auf La Réunion!

Insgesamt sechs Monate auf einer Insel im Indischen Ozean: Roman Schneider absolviert aktuell eine Fremdsprachassistenz auf La Reunion.Foto: privat
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Insgesamt sechs Monate auf einer Insel im Indischen Ozean: Roman Schneider absolviert aktuell eine Fremdsprachassistenz auf La Reunion.Foto: privat
WALSRODE - 27. Januar 2021 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

In der Rubrik “Auslandstagebuch” schreiben Menschen aus dem Heidekreis über ihre Erfahrungen im Ausland. Roman Schneider aus Bad Fallingbostel verbringt sechs Monate auf der französischen Insel La Reunion, um dort eine Fremdsprachassistenz zu absolvieren.

Knapp 9000 Kilometer südlich vom französischen Mutterland entfernt liegt die Insel La Réunion. Sie befindet sich im Indischen Ozean und bildet politisch ein Übersee-Département sowie eine Region Frankreichs und gehört somit ebenfalls zur Europäischen Union.

Vor etwa drei Millionen Jahren entstand die Insel, als der Vulkan “Piton des Neiges” aus dem Indischen Ozean aufstieg. Réunion unterscheidet sich durch sein relativ junges Alter im Vergleich zum ungefähr 200 Kilometer entfernten Mauritius durch seine sehr bergige Erscheinung, die vor allem zu ausgiebigen Wanderungen einlädt. So, und nun ist Schluss mit der geographisch-geologischen Einführung. Warum will ich eigentlich über dieses Eiland, das in etwa die Größe des deutschen Saarlands hat, berichten? Kurz gesagt: Ich wohne und arbeite derzeit auf dieser wunderschönen Tropeninsel im Indischen Ozean.

Von Bad Fallingbostel in die weite Welt

Mein Name ist Roman Victor Schneider, ich bin 25 Jahre jung und arbeite derzeit als Fremdsprachenassistent auf der Ile de la Réunion. Davor habe ich an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, an der Université Paris-Sorbonne und an der Université de Pau et des Pays de l’Adour Französisch und evangelische Religionslehre, später Religion und Ethik studiert. Eigentlich komme ich aber aus Bad Fallingbostel, meinen Schulabschluss habe ich am Gymnasium in Walsrode gemacht. Nach meinen Studien wollte ich weiterhin im französischen Ausland wohnen und dort erste Arbeitserfahrungen sammeln.

Ein praxisbezogener Aufenthalt im Ausland

Im Fremdsprachenassistenz-Programm (FSA) des Pädagogischen Austauschdienstes der Kultusministerkonferenz bieten ausländische Schulbehörden künftigen Fremdsprachenlehrkräften eine interessante Gelegenheit für einen längeren und praxisbezogenen Auslandsaufenthalt. Als Fremdsprachenassistent übernimmt man dabei einzelne Unterrichtsabschnitte an verschiedenen Schulen, sodass man der jeweiligen Fachlehrkraft vor Ort als deutscher Muttersprachler helfen kann. Hauptziel ist es, mit den Schülerinnen und Schülern sprachpraktische Übungen im Deutschunterricht durchzuführen. Derzeit unterhält Deutschland mit 14 Staaten weltweit FSA-Programme, unter anderem in Frankreich, Italien, Norwegen, China, Neuseeland, Australien, den USA und in Kanada. Finanziell erhält man von seinem jeweiligen Gastland ein monatliches Gehalt und im Fall von Frankreich eine Krankenversicherung. Die Assistenzzeit beträgt je nach Gastland sech bis elf Monate.

Ein wunderschönes Fleckchen Erde

Meine Erfahrung als Fremdsprachenassistent auf La Réunion will ich nun teilen und meiner Heimat so einen kleinen Einblick geben in das internationale Leben zwischen US-Amerikanern, Kolumbianern, Briten, Spaniern, Österreichern und Deutschen und in die Natur dieses schönen Fleckchens Erde namens La Réunion. Ich erzähle, wie es ist in einem europäischen Gebiet der äußersten Randlage zu leben, und ob es hier nun wirklich genau wie in Frankreich ist.

Fünf Wochen Weihnachtsferien

Nachdem ich mein erstes Weihnachten in Flip-Flops verbracht habe, und statt dem protestantischen Weihnachtsgottesdienst von Pastor Torsten Schoppe in Wolterdingen die katholische Messe in der Cathédrale de Saint-Denis de La Réunion besucht habe, brauchten meine internationalen Kollegen und ich ein wenig Abstand von dem ganzen Feiertagsgetümmel. Anders als in Europa und Deutschland sind hier die Geschäfte, Restaurants und Schulen noch geöffnet. So kann man beispielsweise den Gottesdienst besuchen und auch in die Berge zum Wandern fahren. Dies alles selbstverständlich mit der Beherzigung der lokalen Hygienemaßnahmen.

Bis vor wenigen Tagen hatten wir hier auf La Réunion tatsächlich noch Weihnachtsferien. Diese sind nämlich fünf Wochen lang und wollen genutzt werden, um sich die sechsmonatige Zeit im Ausland unvergesslich zu machen. Im ursprünglichen Sinne wollte ich die Nachbarländer wie Madagaskar, Mauritius, die Seychellen oder Südafrika entdecken, doch dies wird aufgrund der aktuellen Lage erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Aber warum gibt es hier fünf statt nur zwei Wochen Ferien? Anders als im französischen Mutterland befinden wir uns hier gerade mitten im Sommer und in der Regenzeit. Dementsprechend kürzte man vor Ort die langen Schulferien im Juli und August, und verlängerte die Schulferien nach Weihnachten. So bereiten wir uns derzeit auch auf Danilo vor, den ersten großen Zyklon 2021, der zuvor Rodrigues und Mauritius treffen wird. Also müssen wir ausreichend Flaschen Wasser und Nahrungsmittel einkaufen. Wie das ausgeht, werde ich bestimmt in einem weiteren Beitrag erzählen.

A bientôt, Roman

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