Lokales

/lokales/wir-sind-bislang-gut-durch-die-zeit-gekommen_10_111939449-21-.html/ / 1

Volksbank Lüneburger Heide eG veranstaltet erstmalig digitale Vertreterversammlung: Geschäftsjahr 2019 im Fokus, aber auch Corona Thema

“Wir sind bislang gut durch die Zeit gekommen”

Mit Blumen: Dr. Dieter Herzog heißt die neuen Aufsichtsratsmitglieder Claudia Hausmann (links) und Arbeitnehmervertreterin Kirsten Kreutz (rechts) willkommen. Foto: Volksbank
Mit Blumen: Dr. Dieter Herzog heißt die neuen Aufsichtsratsmitglieder Claudia Hausmann (links) und Arbeitnehmervertreterin Kirsten Kreutz (rechts) willkommen. Foto: Volksbank
WALSRODE - 11. Oktober 2020 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Walsrode. Es ist die wichtigste Veranstaltung des Jahres einer jeder Genossenschaftsbank: die Vertreterversammlung. Sie entscheidet unter anderem über die Ergebnisverwendung und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Normalerweise treffen sich Vertreter, Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Lüneburger Heide eG in entsprechend großen Veranstaltungsräumen. Doch in diesem Jahr fand die Veranstaltung erstmals digital statt. Vorstand und Aufsichtsrat sendeten am Dienstag live aus dem Castanea Resort Hotel in Adendorf. Die gewählten Vertreter der mittlerweile mehr als 80.000 Mitglieder waren eingeladen, ihr Stimmrecht online auszuüben. Dr. Dieter Herzog, Vorsitzender des Aufsichtsrats, führte durch die Tagesordnung.

Vorstandsmitglied Gerd-Ulrich Cohrs gab einen detaillierten Bericht über die wirtschaftlichen Ergebnisse und wesentlichen Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres. Er spannte den Bogen von den politischen Verhältnissen in den Vereinigten Staaten über den Brexit und den “NDDR”-Trends (Nullzins, Demografie, Digitalisierung und Regulatorik) bis zur Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen für die Volksbank: “Wir sind als Volksbank und in der Verbindung mit unseren Mitgliedern und Kunden bislang gut durch die Zeit gekommen.” Aber man sei vorsichtig in der Einschätzung weiter drohender Einnahmeausfälle von Geschäftskunden und auch Arbeitsplatzverlusten von Privatkunden. Und man steuere weiter mit großer Zurückhaltung den Bankbetrieb, was mögliche Ansteckungsgefahren von Mitarbeitern und Kunden betreffe. Trotz der widrigen Umstände sei die Bank gut aufgestellt. In diesem Zusammenhang warb Cohrs auch für die Ausbildung in der Volksbank als “stabiler Anker” für junge Menschen, um den anstehenden Abgang der Babyboomer aus den frühen 1960er Jahren auffangen zu können.

Dass die Bank gut aufgestellt ist, konnten die Teilnehmer den präsentierten Zahlen entnehmen. Bis auf einen leichten Rückgang des Jahresüberschusses legte die Bank 2019 in allen wesentlichen Bereichen wie Bilanz-, Kredit- und Einlagensumme zu, ebenso bei den Mitgliederzahlen.

Per Video gab Vorstandsmitglied Stefanie Salata einen Einblick über bereits erfolgte und noch bevorstehende Veränderungen unter der Überschrift “Impulse setzen”. Sie ging dabei auf die neu aufgestellten vier Regionen Buchholz-Nordheide, Winsen-Seevetal, Lüneburg-Hanstedt/Salzhausen sowie den Heidekreis ein. Eine enge Vernetzung und weitere Spezialisierung der Bereiche Regionale Betreuung, Private Banking und Mittelstand, sowie Spezialthemen wie beispielsweise Baufinanzierungen sollen zukünftig für noch mehr Qualität in der Beratung sorgen.

Vorstandskollege Ulrich Stock, der unter anderem das Omnikanalressort verantwortet, unterstrich das Bekenntnis der Volksbank zum Filialgeschäft als “das unmittelbarste Zeichen unserer traditionellen, regionalen Nähe”. Sie würden zwar immer weniger für den laufenden Service, aber weiterhin für komplexere Themen der Kundenberatung genutzt. Neue Angebote wie Videoservice sollen die Filialen langfristig stärker zu Treffpunkten der Region machen. Allerdings bleiben die kleineren Filialen bis zunächst Ende des Jahres eingeschränkt geöffnet. Im Ausblick auf das neue Geschäftsjahr zeigte Cohrs sich trotz aller bevorstehenden Herausforderungen zuversichtlich: “Es wird keine großen Trendveränderungen geben. Negativzinsen gehören leider zum Tagesgeschäft, und Kredite bleiben historisch günstig.”

Dr. Dieter Herzog erläuterte die Ergebnisverwendung, nachdem die EZB und BaFin von den Banken pauschal einen Verzicht auf Dividenden bis Januar 2021 gefordert haben. Aufsichtsrat und Vorstand verständigten sich so bei nur einer Gegenstimme der Vertreter statt einer Dividendenzahlung in diesem Jahr auf einen deutlich erhöhten Vortrag auf neue Rechnung. Dieser Vortrag soll genutzt werden, um eine Zahlung für 2019 quasi nachzuholen. Im Anschluss entlastete die Versammlung Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit.

Zahlen, Daten, Fakten

Bilanzsumme: 3,5 Milliarden Euro (+ 5,3 Pozent/+ 176 Millionen Euro)

Jahresüberschuss: 6,1 Millionen Euro (- 6,2 Prozent/- 0,4 Millionen Euro)

Kundenkredite: 1,9 Milliarden Euro (+ 6,6 Prozent/+ 120 Millionen Euro)

Kundeneinlagen: 2,8 Milliarden Euro (+ 6,9 Prozent/+ 180 Millionen Euro)

Eigenkapital: 346 Millionen Euro (+ 5,2 Prozent/+ 17,1 Millionen Euro)

Anzahl Mitglieder: 78.854

(+ 4,3 Prozent/+ 3229)

(Stand: 31.12.2019)

Aus dem Aufsichtsrat der Volksbank Lüneburger Heide eG verabschiedeten sich Michael Röhrs sowie die Arbeitnehmervertreter Carsten Schmidt und Burkhard Theel. Für Röhrs rückt Claudia Hausmann aus Lüneburg nach. Marianne van Gunst aus Nenndorf, Andreas Baier aus Winsen und Thomas Dannacker aus Bleckede wurden wiedergewählt. Neue Arbeitnehmervertreterin: Kirsten Kreutz.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.
Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.