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Flexible Beschäftigungsmodelle, Schichtsysteme und der nötige Abstand: So reagiert die Post-Branche auf die Corona-Krise

“Wir suchen dringend Aushilfskräfte”

Arbeiten auf Abstand: In zwei Schichten werden die Briefe und Pakete mittlerweile sortiert und für die anschließende Auslieferung vorbereitet.Foto: Deutsche Post
Arbeiten auf Abstand: In zwei Schichten werden die Briefe und Pakete mittlerweile sortiert und für die anschließende Auslieferung vorbereitet.Foto: Deutsche Post
WALSRODE - 15. April 2020 - 15:36 UHR - VON ALESSA HACHMEISTER

Auch für die Zusteller und sämtliche Mitarbeiter der Deutschen Post stellt die Corona-Krise eine Ausnahmesituation dar. Sie arbeiten größtenteils im Schichtsystem und versuchen, den Kontakt zu den Kunden so gering wie möglich zu halten. Außerdem sucht die Deutsche Post aktuell noch nach neuen Mitarbeitern.

Für die meisten Menschen sind Postboten und Briefträger oft nicht nur anonyme Dienstleister - vor allem im ländlichen Raum weiß man schließlich, wer einem die Briefe und in den vergangenen Wochen vielleicht auch das eine oder andere Paket an die Haustür bringt. “Uns kennt man und wir gehören zum Leben dazu”, sagt Frank-Udo Meyer, stellvertretener Betriebsleiter des Zustellstützpunkts in Neustadt, in dessen Verwaltungsbereich auch Walsrode fällt.

Sicherheit geht immer vor

Den Zustellern falle es aktuell zwar deutlich schwerer, in dieser Zeit der Corona-Krise auf Abstand zu gehen, doch Sicherheit geht vor. Und das bedeutet für die rund 90 Mitarbeiter des Stützpunktes in Walsrode eine große Umstellung. Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, werden die Arbeitsabläufe im Zustellstützpunkt Walsrode an die derzeitige Situation angepasst. Abstand ist dabei das Stichwort. Zunächst sind die Zustellkräfte in zwei Gruppen aufgeteilt, die Arbeitsplätze separiert und damit auch die Kontakte reduziert.

Arbeit in Schichten

In zwei Schichten werden die Briefe und Pakete sortiert und vorbereitet. Die ersten Mitarbeiter fangen um 6.30 Uhr an und sind bis 8.30 Uhr im Stützpunkt. Im Anschluss wird alles desinfiziert, womit die Zusteller in Berührung kommen, wie beispielsweise Computer, Lichtschalter und Türklinken, bevor dann schließlich um 8.45 Uhr die zweite Schicht mit dem Vorsortieren der Post beginnt.

Vorsicht auch beim Kunden

Im Zustellstützpunkt Walsrode wird in insgesamt 44 Zustellbezirken mit rund 700 bis 900 Haushalten zugestellt. Das bedeutet zwangsläufig eine Menge an Kontakten. Um auch mit den Kunden so wenig Berührungspunkte wie möglich zu haben, werden Briefe, Einschreib-Sendungen und Pakete nur noch kontaktlos übergeben. Das bedeutet, dass die Unterschrift für die Annahme der Sendungen wegfällt. Der Postbote klingelt, der Kunde wird gebeten, sich auszuweisen, anschließend unterzeichnet der Zusteller selbst auf dem Handscanner. “Damit kann die Zustellung ohne eine Berührung dokumentiert werden”, erklärt Frank-Udo Meyer.

Nette Gesten und reibungslose Abläufe

Es ist keine leichte Zeit für Postboten, deren Beruf sich eigentlich durch den direkten Kundenkontakt auszeichnet. Die Arbeitsabläufe seien aber gut steuerbar und die Mitarbeiter, für die der Kontakt zu den Empfängern eigentlich selbstverständlich ist, lassen den nötigen Respekt walten und gehen auf Abstand. So mancher Bürger bietet seinem Postboten dann sogar noch die Möglichkeit an, sich die Hände zu waschen. Beispielsweise an einem Gartenschlauch oder einem bereitgestellten Kanister. “Die Kunden haben größtenteils Verständnis für die derzeitigen Maßnahmen”, so der Eindruck des stellvertretenen Betriebsleiters Frank-Udo Meyer.

Es werden Aushilfen gesucht

Im Gegensatz zu anderen Bereichen droht in der Post-Branche keine Kurzarbeit. Ganz im Gegenteil: “Wir suchen Aushilfskräfte”, sagt Frank-Udo Meyer. “Die Paketmenge steigt aufgrund der Corona-Situation extrem an, der Online-Handel boomt und wir müssen reagieren”, erklärt Meyer. Sein Aufruf richtet sich an Studenten, Arbeitsuchende und diejenigen, die sich aktuell in Kurzarbeit befinden und einen Zuverdienst suchen. Über die Internetseite “werde-einer-von-uns.de” können sich Interessierte registrieren. Ob ein paar Stunden, oder einen vollen Arbeitstag, gesucht werden auch flexible Beschäftigungsmodelle.

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