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Zwei Lanzen und ein Kurzschwert bereichern die Ausstellung zur Bomlitzer Industriegeschichte

Wolffsrode lag am Kilimandscharo

Neue Exponate in der Ausstellung zur Bomlitzer Industriegeschichte: zwei Lanzen und ein machetenartiges Kurzschwert. red
Neue Exponate in der Ausstellung zur Bomlitzer Industriegeschichte: zwei Lanzen und ein machetenartiges Kurzschwert. red
BOMLITZ - 30. Juli 2018 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Die Ausstellung zur Industriegeschichte in Bomlitz erhält laufend neue Exponate. Historiker Thorsten Neubert-Preine vom Kulturverein Forum Bomlitz hat nun eine Sammlung afrikanischer Waffen entgegengenommen, die aus dem Besitz der Familie Wolff stammten. Oskar Wolff war Ende des 19. Jahrhunderts wie viele andere auch begeistert von Afrika und der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika. 1895 gründete er die ostafrikanische “Deutsche Tanga Gesellschaft” und später die “Kilimandscharo Straußenzucht GmbH”. An der Südseite des Kilimandscharo gründete er die Siedlung “Wolffsrode”.

Aus dieser Zeit stammen die beiden Lanzen und das machetenartige Kurzschwert, die nun in der Ausstellung zu sehen sind. Oskar Wolff ging in Afrika auf Großwildjagd, hatte eine Straußenzucht und lieferte Wildtiere unter anderem an den Hagenbeck-Zoo in Hamburg. Darüber hinaus betrieb er Plantagen für Kautschuk, Baumwolle und Kaffee. Ungefährlich war der Aufenthalt im zu weiten Teilen noch unerschlossenen Afrika jedoch nicht: Sein Bruder Max erkrankte an Malaria und starb 1896 in Tanga. Er wurde auf der Toteninsel Pemba begraben. Auf dem Walsroder Stadtfriedhof befindet sich auf der Grabstelle der Familie Wolff noch ein Gedenkstein für ihn.

Das Afrika-Engagement der Familie Wolff wurde mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg beendet: Die deutschen Kolonien wie Deutsch-Ostafrika (Tansania, Burundi und Ruanda) oder Deutsch-Südwestafrika (Namibia) mussten abgegeben werden. Die Familie Wolff verlor dabei ihre Besitzungen.

Lange wurde vermutet, dass das sogenannte “Afrika-Haus” in der Straße Am Hoop in Bomlitz eigentlich ein Plantagenhaus gewesen sei, das nach Afrika verschifft werden sollte. Es finden sich jedoch keine Hinweise darüber in den Unterlagen. Wahrscheinlicher ist es, dass es als eines der weltweit ersten Fertighäuser der Firma Christoph & Unmack getestet wurde, als man den rasant wachsenden Wohnraumbedarf infolge der stark gestiegenen Pulverproduktion während des Ersten Weltkriegs decken wollte. “Aber nach Afrika sieht es in der Tat aus”, bestätigt Neubert-Preine.

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