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Urteil im Prozess um Tod eines Säuglings in Soltau gesprochen / 25-Jährige für schuldig erklärt

Neun Jahre Haft wegen Totschlags

sergign - stock.adobe
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SOLTAU - 01. März 2019 - 12:13 UHR - VON REDAKTION

Im Prozess um den Tod ihrer Tochter hat das Landgericht Lüneburg am Freitag eine 25-Jährige wegen Totschlags zu neun Jahren Haft verurteilt. Die aus Eritrea stammende Frau hatte im Dezember 2016 ihre damals vier Monate alte Tochter in Soltau erstickt und ihr dann den Kopf abgetrennt.

Ursprünglich habe sie sich und das Kind umbringen wollen, hatte die Frau im Prozess ausgesagt. Die Verteidigung war von einem minder schweren Fall des Totschlags ausgegangen, weil die Frau erhebliche Beeinträchtigungen aufweise. Dies sah das Gericht nicht. Die Anklage hatte auf eine Strafe von zwölf Jahren und zehn Monaten plädiert.

Einer von zwei psychiatrischen Gutachtern erkannte bei der Frau eine schwere Persönlichkeitsstörung, der andere sah dafür keine Anzeichen. Das Landgericht hatte die Frau im vergangenen Jahr zu lebenslanger Haft wegen Mordes aus niederen Beweggründen verurteilt, der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung aber auf. Das Landgericht hätte die Verteidigung darauf hinweisen müssen, dass es die niederen Beweggründe anders als angeklagt begründen wollte. Auch der Bundesgerichtshof bezweifelte jedoch nicht, dass die Frau ihr Kind getötet hat. (dpa/lni)

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