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Prozess vor dem Landgericht Verden: Zeugen äußern sich zur Tat, die offenbar im Rockermilieu stattfand

Schlagring bei einem Tatverdächtigen gefunden

@ JO-Design - pixabay
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WALSRODE - 29. März 2019 - 13:21 UHR - VON REDAKTION

“Alle Zeugen haben eine Art Blitzattacke geschildert”, sagte eine Polizeibeamtin am dritten Verhandlungstag in dem Prozess vor dem Verdener Landgericht gegen fünf Angeklagte aus Walsrode, Eystrup und Visselhövede. Den 27 bis 36 Jahre alten Angeklagten mit “Verbindungen zu den Hells Angels” wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Sie sollen am 10. Juni 2017 in Verden mehrere Personen aus dem “Umfeld des MC Gremium” bei einer Feier “hinterlistig überfallen” haben.

Bereits wenige Minuten nachdem die Schlägerei über Funk gemeldet worden war, seien sie am Tatort, dem Hinterhof einer Gaststätte an der “Grüne Straße”, eingetroffen, berichtete die Beamtin. Doch da seien die Angreifer schon verschwunden gewesen. Pfefferspray, das die Täter eingesetzt haben sollen, habe sie selbst noch “relativ stark” wahrgenommen.

Zehn bis 15 Männer, “tätowiert, groß und kräftig”, fasste die Polizistin die damaligen Täterbeschreibungen zusammen. Ein unbeteiligter Augenzeuge, der durch lautes Geschrei auf die Tat aufmerksam geworden war und dessen Aussage in dem Prozess verlesen wurde, hatte von Lederjacken und Lederwesten ohne Emblem berichtet. Stühle und Bänke seien geflogen. “Das ging so schnell, die hatten gar keine Chance zu reagieren”, heißt es weiter in der Aussage des Mannes.

Einige der überfallenen Männer hätten T-Shirts des “Gremium MC” getragen. Einer aus dieser Gruppe habe ihr berichtet, dass man zuvor mit diesen Shirts auf der mittags eröffneten Domweih unterwegs gewesen sei. Der Zeuge habe vermutet, dass man dabei von einer anderen Rockergruppe gesehen worden, dies nicht toleriert und “gemeldet” worden sei. “Das hier ist rot-weißes Gebiet”, werden die Täter in der Anklageschrift zitiert.

Eine andere Zeugin, deren Aussage ebenfalls verlesen wurde, schilderte, dass die Angreifer konkret nach einer Person gefragt hätten. Es soll sich um den Gastgeber der Feier handeln. Der Verdener soll den ersten Schlag, verstärkt von einem Schlagring, kassiert haben - von dem 36 Jahre alten Angeklagten aus Walsrode. Mehr als einen Monat nach der Tat wurden bei ihm im Rahmen einer Hausdurchsuchung ein Schlagring sichergestellt. Er muss sich in dem Prozess zusätzlich wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

Drei der fünf Angeklagten waren kurz nach der Tat in Verden in zwei Fahrzeugen von der Polizei gestoppt worden. Dabei sollen Messer, Pfefferspray, ein Teleskopschlagstock und schlagkraftverstärkende Quarzhandschuhe sichergestellt worden sein. Das vermutlich beste Beweismittel sind Videos der Tat, aber bei diesen ist noch unklar, ob diese verwertet werden dürfen.

Der Prozess soll am 5. April fortgesetzt werden.

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